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24.07.2011

13:17 Uhr

Deutsche Bank

Anpfiff zum Endspiel

In wenigen Tagen klärt sich die derzeit spannendste Führungsfrage in der deutschen Wirtschaft: Wer wird nächster Chef der Deutschen Bank? Und was wird aus Josef Ackermann?

Noch ist Josef Ackermann Vorstandschef der Deutschen Bank, bald könnte er Aufsichtsratschef Clemens Boersig auf seinem Posten beerben. Quelle: dapd

Noch ist Josef Ackermann Vorstandschef der Deutschen Bank, bald könnte er Aufsichtsratschef Clemens Boersig auf seinem Posten beerben.

FrankfurtShowdown ist am Dienstag, wenn der Aufsichtsrat des größten deutschen Geldhauses nach jahrelanger Suche eine Entscheidung treffen dürfte. Die wahrscheinlichste Lösung für die Nachfolge von Josef Ackermann ist eine Doppelspitze mit dem Top-Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. Speziell auf der Arbeitnehmerseite fordern einige ein stärkeres Gegengewicht in der Führung zum riskanten Kapitalmarktgeschäft. „Es wird noch ein paar Einzelgespräche geben“, sagt ein Aufsichtsrat.

Das Tandem Jain/Fitschen ist die Wunschkombination von Aufsichtsratschef Clemens Börsig. Der gebürtige Inder Jain ist gesetzt, da sein Bereich mehr als 80 Prozent zum Konzerngewinn beiträgt. Die Bank will nicht riskieren, dass der 48-Jährige zur Konkurrenz geht. Ihm fehlen allerdings die Drähte ins politische Berlin. Zudem ist der 100-prozentige Investmentbanker als alleiniger Chef in Deutschland kaum vermittelbar. Daher soll der politisch gut verdrahtete und erfahrene Bankmanager Fitschen diese Schwächen kompensieren. Aufgrund des Alters des Niedersachsen von bald 63 Jahren erwarten Investoren aber, dass Jain in ein paar Jahren allein an der Spitze steht. Das aber ist für viele in der Bank nur schwer vorstellbar.

Die Zentrale der Deutschen Bank spiegelt sich in einer Pfütze. Quelle: Reuters

Die Zentrale der Deutschen Bank spiegelt sich in einer Pfütze.

Sie hoffen darauf, dass Ackermann 2012 in den Aufsichtsrat wechselt, um die Außendarstellung des Instituts zu übernehmen. Zudem könnte er - so die Hoffnung einiger Arbeitnehmervertreter - als Chef-Kontrolleur sicherstellen, dass die Bank ihr zweites Standbein Privatkundengeschäft nicht vernachlässigt. Ackermann will dessen Ergebnisanteil auf 40 bis 50 Prozent ausbauen.

Aufsichtsrätin Marlehn Thieme hatte einen solchen Wechsel zuletzt öffentlich ins Spiel gebracht. Ackermann habe sich dazu nicht definitiv ablehnend geäußert, sagte sie. Öffentlich hat der Schweizer in der Vergangenheit einen Wechsel in den Aufsichtsrat immer abgelehnt. Insider rechnen aber damit, dass er sich nicht verweigert, würde er gebeten. Nach deutschem Aktienrecht ist ein solcher Schritt nur mit mindestens 25-prozentiger Unterstützung auf der Hauptversammlung möglich.

Nicht völlig geklärt ist indes noch, ob Börsig seinen Posten räumen würde. In Unternehmenskreisen hieß es allerdings, es zeichne sich Bewegung in diesem Punkt ab. Danach soll Börsig voraussichtlich zur nächsten Hauptversammlung Ende Mai 2012 Platz für Ackermann machen werde, um damit im Aufsichtsrat einen breiten Konsens für die von ihm vorgeschlagene Doppelspitze herzustellen. Börsig hatte 2009 keinen mehrheitsfähigen Kandidaten für die Nachfolge Ackermanns präsentieren können - auch er selbst fiel im Kontrollgremium durch. Daraufhin wurde Ackermanns Vertrag bis 2013 verlängert. Das Verhältnis der beiden Spitzenbanker gilt als angespannt.

Dieses Mal wollte Ackermann eigentlich Ex-Bundesbankchef Axel Weber zur Deutschen Bank holen, aber Börsig war nicht überzeugt davon. Weber entschied sich daher für die Schweizer UBS. Das brachte Tempo in die Nachfolgedebatte, wie Aufsichtsräte bestätigen. „Wenn es am Dienstag keine Einigung gibt, wäre das schon ein Armutszeugnis“, sagt eine Person, die mit den Gesprächen vertraut ist.

Am gleichen Tag legt das Institut auch seine Quartalszahlen vor. Von Reuters befragte Experten erwarten vor Steuern knapp zwei Milliarden Euro Gewinn. Im Halbjahr wären es damit fünf Milliarden Euro, womit Ackermann auf Kurs wäre, sein Rekordziel von zehn Milliarden 2011 zu erreichen. „Das will er noch schaffen - vorher übergibt er den Staffelstab nicht an Jain und Co“, sagt ein Insider.

Von

rtr

Kommentare (3)

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sokrates

24.07.2011, 18:29 Uhr

Josef Ackermann sollte endlich aufhören sich immer im Mittelpunkt zu bringen. Der Mann hat genug verdient genug Macht ausgeübt. Es darf nicht sein, dass ein Mann soviel konzetrierte Macht besitzt. Demokratie sollte auch ein Begriff in der Bankenlandschaft eine große Rolle spielen.

helmi

24.07.2011, 20:30 Uhr

bald ein abzocker weniger

Account gelöscht!

25.07.2011, 08:34 Uhr

wenn man nix zu sagen hat, einfach mal die fresse halten!

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