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15.09.2011

15:50 Uhr

Deutsche Bank

Anshu Jain ist zuversichtlicher als Ackermann

Es ist die erste große öffentliche Rede des designierten Deutsche-Bank-Co-Chefs - und Anshu Jain ist in der euorpäischen Finanzkrise optimistischer als Josef Ackermann. Eine erste Duftmarke.

Anshu Jain hält eine Rede in Singapur. Reuters

Anshu Jain hält eine Rede in Singapur.

SingapurDer designierte Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain hält eine einfache Lösung der Euro-Schuldenkrise für unwahrscheinlich. „Der Weg wird unsicher sein, und die Märkte bleiben volatil“, sagte der gebürtige

Inder am Donnerstag bei seiner ersten öffentlichen Rede seit der Nominierung im Juli. „Wir sind zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird, aber es gibt das realistische Risiko eines Unfalls in der Zwischenzeit“.

Der Investmentbank-Chef blieb damit vager als Josef Ackermann, dem er im nächsten Jahr zusammen mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Fitschen an der Spitze des größten deutschen Geldhauses nachfolgen soll. Ackermann hatte die gegenwärtige Lage an den Märkten unlängst mit der dramatischen Situation nach dem Kollaps von Lehman Brothers im Herbst 2008 verglichen.

Jain betonte auf der Finanzkonferenz in Singapur, dass die Schuldenprobleme einiger Euro-Länder die Refinanzierung von Banken aus dem Währungsraum erschwerten. „Es gibt eine gewisse Zurückhaltung, was die Finanzierung europäischer Banken betrifft“, sagte er. Konkret erwähnte er US-Geldmarktfonds, die sich zuletzt als Investoren von Instituten aus Euro-Ländern zurückgezogen haben. „Ich denke, wir sind jetzt in der zweiten Phase der Krise, nun gerät der öffentliche Sektor unter Druck“, betonte der Top-Investmentbanker, dessen Bereich traditionell den Löwenanteil des Bankgewinns beisteuert. Die gegenwärtige Lage sei viel komplexer als 2008. „Die Märkte hassen das.“

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Die Deutsche Bank hat ihr Engagement in den Euro-Krisenländern in den vergangenen Monaten deutlich zurückgefahren. In Griechenland etwa hat sie nur noch 1,2Milliarden Euro im Feuer. Zudem hat sie wie viele andere Großbanken auch die Refinanzierung für dieses Jahr bereits gesichert. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte dennoch in dieser Woche gewarnt, dass eine Verschärfung der Schuldenkrise
auch deutsche Banken empfindlich treffen würde.

Das Misstrauen der Investoren macht vor den heimischen Instituten nicht halt. Die Aktien der Deutschen Bank sind in diesem Jahr bereits um 40 Prozent abgestürzt - etwas stärker als der europäischen Bankenindex . Am Donnerstag gewannen die Papiere indes mehr als acht Prozent, da die Notenbanken weltweit weitere Dollar-Liquidität zur Verfügung stellten.

Von

rtr

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