Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2016

15:56 Uhr

Deutsche Bank

Bank baut Geschäft mit reichen Chinesen aus

Nach dem Rückzug anderer Banken hat der Wettbewerbsdruck in der Vermögensverwaltung in Asien nachgelassen. Die Deutsche Bank sieht hier große Chancen und will ihr Geschäft ausbauen, vorwiegend in Singapur und Hongkong.

In den kommenden 12 bis 18 Monaten will die Deutsche Bank in Singapur und Hongkong ihre Kapazitäten aufstocken. dpa

Deutsche Bank

In den kommenden 12 bis 18 Monaten will die Deutsche Bank in Singapur und Hongkong ihre Kapazitäten aufstocken.

Hongkong/SingapurDie Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank will ihr Geschäft in Asien ausbauen. Die Frankfurter nehmen in der Region künftig verstärkt Kunden ins Visier, die zwischen fünf und 20 Millionen Dollar auf der hohen Kante haben, wie der zuständige Manager Ravi Raju am Dienstag auf einer Konferenz der Nachrichtenagentur Reuters in Singapur ankündigte.

Nach dem Rückzug anderer Banken habe der Wettbewerbsdruck in der Vermögensverwaltung in Asien nachgelassen und man könne auch mit einem Marktanteil von drei bis fünf Prozent erfolgreich sein, sagte Raju. „Ich sehe deshalb große Chancen.“

Bisher konzentriert sich die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank in Asien in erster Linie auf Kunden, die über mehr als 20 Millionen Dollar verfügen. Laut dem Branchenmagazin Asia Private Banker verwaltete das Institut in der Region vergangenes Jahr 66 Milliarden Dollar und lag damit auf dem achten Rang.

In den kommenden 12 bis 18 Monaten will die Bank nun in Singapur und Hongkong ihre Kapazitäten aufstocken, wie Raju erklärte. In Hongkong plant er 25 neue Berater einzustellen, die reiche Chinesen umwerben sollen. Raju leitet die Vermögensverwaltung der Bank in der Region Asien-Pazifik und hat dabei über 700 Mitarbeiter unter sich.

Der Deutsche-Bank-Vorstand

Fakten zum Vorstand

Im Oktober 2015 verkündete Vorstandschef John Cryan einen Großumbau des Vorstands. Viele Änderungen traten zum 1. Januar 2016 in Kraft.

Das Gremium besteht jetzt aus zehn statt zuvor acht Mitglieder.

Zwei Frauen gehören zum Zirkel, drei Manager sind Deutsche.

John Cryan

Der Brite führt seit Juli 2015 die Deutsche Bank. An seiner Seite agiert bis Mai 2016 noch Jürgen Fitschen als Co-Vorstandschef. Cryan war zuvor unter anderem Finanzvorstand der Schweizer Großbank UBS.

Kim Hammonds

Die langjährige Boeing-Managerin soll als Technologiechefin die Informationssysteme der Bank auf Vordermann bringen. Sie hatte zunächst als Generalbevollmächtigte begonnen und rückte 2016 in den Vorstand.

Stuart Lewis

Der Brite war bereits vor dem großen Umbau Risikovorstand – und ist es geblieben.

Sylvie Matherat

Die Französin war seit gut einem Jahr bei der Bank, bevor sie im Oktober 2015 in den Vorstand einzog. Sie kümmert sich um die Bereiche Regulierung, gute Unternehmensführung und Kampf gegen Finanzkriminalität.

Quintin Price

Der Manager kam vom weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und zog direkt in den Deutsche-Bank-Vorstand ein. Der Brite ist für das Fondsgeschäft (DWS) und institutionelle Kunden zuständig.

Garth Ritchie

Der britische Manager leitete zuvor das Aktiengeschäft in London und übernahm im Oktober 2015 die Leitung des kompletten Handelsgeschäfts („Global Markets“), das von den anderen Investmentbanking-Aktivitäten getrennt wurde.

Karl von Rohr

Der Deutsche übernahm ab Oktober 2015 die Verantwortung für die Rechtsstreitigkeiten und das Personal. Vorher war er für das Management der globalen Regionen der Bank zuständig.

Marcus Schenck

Bis 2014 arbeitete Schenck für den Energiekonzern Eon und die Investmentbank Goldman Sachs, bevor er als Finanzvorstand zur Deutschen Bank wechselte. Er behielt beim großen Umbau im Herbst 2015 seinen Posten. 2017 übernahm er die Leitung des Investmentbankings.

Christian Sewing

Er sitzt seit Jahresbeginn 2015 im Vorstand. Nachdem er sich zunächst um die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten der Bank kümmerte, übernahm er im Sommer 2015 die Leitung des Privatkundengeschäfts und damit auch die Verantwortung für die Postbank. Die Position Sewings wurde weiter gestärkt, weil sein Bereich auch die Betreuung von sehr reichen Kunden übernahm.

Jeff Urwin

Der Brite kam im Frühjahr 2015 vom Konkurrenten JP Morgan. Er stieg wenig später in den Vorstand auf und trägt dort die Verantwortung für die neu aufgestellte Unternehmenskunden- und Investmentbank.

Parallel verkündete die Deutsche Bank am Dienstag den Abgang ihres Asien-Chefs Gunit Chadha. Er verlasse das Geldhaus Mitte Juli auf eigenen Wunsch, erklärte Vorstandschef John Cryan in einer Nachricht an die Mitarbeiter. „Wer sein Nachfolger wird, geben wir zeitnah bekannt.“

Chadha wechselte 2003 als Landeschef für Indien zur Deutschen Bank. 2012 wurde er zum Co-Chef für die Region Asien-Pazifik ernannt, seit vergangenem Jahr ist er für sie als alleiniger Vorstandschef verantwortlich. 2015 hat das Geldhaus in der Wachstumsregion rund 13 Prozent seiner Erlöse eingefahren nach zwölf Prozent im Jahr zuvor.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×