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14.09.2015

17:05 Uhr

Deutsche Bank

Belegschaft soll deutlich schrumpfen

Die Deutsche Bank will schlanker werden: In den nächsten Jahren soll die Anzahl der Beschäftigten spürbar verringert werden. Außerdem rückt Richard Meddings für John Cryan in den Aufsichtsrat der Bank nach.

Deutschlands größtes Geldhaus möchte Stellen abbauen, nach Informationen des Handelsblatts steht allerdings noch nicht fest, wie viele. dpa

Deutsche Bank

Deutschlands größtes Geldhaus möchte Stellen abbauen, nach Informationen des Handelsblatts steht allerdings noch nicht fest, wie viele.

FrankfurtDer Deutschen Bank steht ein großer Stellenabbau bevor. Nach Informationen des Handelsblatts traf der Co-Vorstandsvorsitzende John Cryan auf einer Klausurtagung von Aufsichtsrat und Top-Management am Tegernsee zwar keine Aussage darüber, wie viele Stellen insgesamt gestrichen werden sollen. Doch unter anderem sollen zahlreiche Arbeitsplätze in Niedriglohnländern gefährdet sein. Allein 15.000 Arbeitsplätze fallen zudem durch die lange beschlossene Trennung von der Postbank weg, die für das kommende Jahr geplant ist. Derzeit beschäftigt die Deutsche Bank etwa 98.000 Mitarbeiter.

Einsparpotenzial bei Mitarbeitern gebe es unter anderem durch den Aufbau einer leistungsfähigeren IT, sagte ein der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Bei der Deutschen Bank sind nach Unternehmensangaben mehr als 40.000 Menschen mit Verwaltungstätigkeiten ohne Kontakt mit Kunden beschäftigt. Das habe Cryan auf der Aufsichtsratsklausur am Wochenende am Tegernsee klar gemacht.

Die Bank, die bereits größere Umstrukturierungen hinter sich hat, will die Kosten mittelfristig um weitere 3,5 Milliarden Euro senken. Weitgehend zurückziehen will sie sich Insidern zufolge aus Russland, wo sie von einem Geldwäsche-Skandal erschüttert wird.
Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Insidern zufolge sind Entscheidungen auf der Aufsichtsratssitzung am 28. Oktober zu erwarten. Cryan hatte nun seine Pläne für den Umbau der Deutschen Bank zum ersten Mal mit dem Aufsichtsrat diskutiert. „Er hat etwas getan, was bei der Deutschen Bank ungewöhnlich ist: Er hat ganz offen die Wahrheit gesagt“, sagte ein Teilnehmer der Tagung.

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Künftig soll sich der Russland-Chef der Deutschen Bank von Frankfurt aus um Kunden in Mittel- und Osteuropa kümmern. Seine Rückkehr habe aber nichts mit der aktuellen Geldwäsche-Affäre des Instituts zu tun.

Cryan habe dem Gremium gemeinsam mit dem seit drei Jahren amtierenden Co-Chef Jürgen Fitschen Rede und Antwort gestanden. Über die Probleme der Bank habe Cryan aber praktisch allein gesprochen. „Man hatte zum ersten Mal überhaupt das Gefühl, dass einer Klartext spricht.“

Der Brite saß vorher drei Jahre lang selbst im Aufsichtsrat. Er hatte bereits bei seinem Amtsantritt harte Einschnitte angekündigt und von „inakzeptabel hohen Kosten“ gesprochen.

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