Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.05.2012

09:27 Uhr

Deutsche-Bank-Chef

Ackermanns einsamer Abgang

Wie kaum ein anderer hat Josef Ackermann das Bild der Deutschen Bank in der Öffentlichkeit geprägt. Jetzt muss der Schweizer der neuen Doppelspitze Jain/Fitschen weichen. Doch der Führungswechsel hat Spuren hinterlassen.

Josef Ackermann räumt nach mehr als zehn Jahren seinen Vorstandssessel bei der Deutschen Bank. Sein Nachfolger Anshu Jain (l.) steht schon bereit. dapd

Josef Ackermann räumt nach mehr als zehn Jahren seinen Vorstandssessel bei der Deutschen Bank. Sein Nachfolger Anshu Jain (l.) steht schon bereit.

Der Name deutet schon darauf hin: Die Deutsche Bank ist zur einen Hälfte eine Bank und zur anderen Hälfte ein Teil von Deutschland. Sie wurde auf „Allerhöchsten Erlass Seiner Majestät des Königs von Preußen“ gegründet. Das war 1870. Die Deutsche Bank stieg mit den Jahren zum größten Geldhaus des Landes auf, wurde und blieb Symbol für die deutsche Wirtschaft, ihre Stärke. Die Männer auf dem Chefsessel wirkten stets in die Gesellschaft hinein - und die Gesellschaft wirkte auf sie zurück.

In der nächsten Woche tritt Josef Ackermann von der Führung der Deutschen Bank ab. Er ist ein anderer als der, der vor mehr als einer Dekade in Frankfurt anfing. Aus dem Investmentbanker mit der Fixierung auf eine möglichst hohe Rendite wurde ein präsidialer Weltstaatsmann. Er hat der Bank - vor allem in seiner zweiten Halbzeit - gutgetan. Er hat ihr Ansehen und ihr Kapital gemehrt. Im Vorstand sind mehr Talente versammelt als in allen übrigen deutschen Banken zusammen. Den Anteilseignern bescherte Ackermann einen Gewinnregen. 27,8 Milliarden Euro in zehn Jahren - das entspricht den Gewinnen der Commerzbank seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Anshu Jain: Neuer Deutsche Bank-Chef baut auch auf Heimatmarkt

Anshu Jain

Ein optimitischer Top-Banker

Der künftige Co-Chef der Deutschen Bank baut auch auf den Heimatmarkt.

Anshu Jain und Jürgen Fitschen werden Ackermann Anfang Juni nachfolgen. Zwei Männer, die Ackermann gefordert und gefördert hat - und denen er dennoch die erfolgreiche Führung der Bank nicht anvertraut hätte. Wenn es nach ihm gegangen wäre. Aber es ging auf den letzten Metern der Macht nicht mehr nach ihm. Der scheidende Vorstandschef hat viele Machtkämpfe gewonnen. Diesen letzten hat er verloren, ausgerechnet gegen Aufsichtsratschef Clemens Börsig, der erst durch Ackermann wurde, was er ist. Die Geschichte des Machtwechsels ist auch deshalb die Geschichte eines tragischen Abgangs.

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.05.2012, 10:14 Uhr

Ackermann hat seine Millionen im Sack. Er trug nie Verantwortung (weil persönlich nicht haftbar) und hat sein Geld eingestrichen...

entwicklung

28.05.2012, 10:39 Uhr

Der König von Preussen dreht sich wahrscheinlich im Grab um, wenn er sieht, was aus der Bank geworden ist.

Exilant

28.05.2012, 10:54 Uhr

Aber @HerrEiche das ist bei Politikern und sogenannten Elite-Beamten auch nicht anders? Auch deren Bezügen kumulieren sich durch Pensionsberechtigungen auf Millionen? Darüber wird aber meist nicht geredet? Die Nationalen- und EU - Parlamente nebst EU-Behörden geben davon Zeugnis. Kein Wunder das der Ursprung der Finanzkrise in der seit Jahrzehnten steigenden Staatsverschuldung liegt. Sparen und die Schuldenbremse sind doch nur leere Versprechen. Die Politik und die Verwaltungen haben die Bürger Europas in die Krise gefahren. Das wenigste was jetzt gefordert werden kann ist eine Rationalisierung der Verwaltungen und ein harter Sparkurs bei Beamten und Politikern.

Die von den Notenbanken seit Jahren gefahrene Niedrigzins Politik ist die Mutter aller Blasen. Welche Notenbank ist denn politisch unabhänig?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×