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13.03.2013

21:36 Uhr

Deutsche-Bank-Chef im Ausschuss

Fitschen erntet Kritik wegen Nahrungsmittelwetten

Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, bei Nahrungsmittelspekulationen falsche Informationen verbreitet zu haben. Dafür hagelt es Kritik im Entwicklungsausschuss. Nicht die einzige Klage, mit der das Institut zu tun hat.

Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen: Heftige Kritik an den Nahrungsmittelspekulationen im Entwicklungsausschuss. Reuters

Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen: Heftige Kritik an den Nahrungsmittelspekulationen im Entwicklungsausschuss.

Berlin/Frankfurt/RomDer Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat im Entwicklungsausschuss des Bundestages heftige Kritik an den Nahrungsmittelspekulationen seiner Bank einstecken müssen. Ausschuss-Mitglied Thilo Hoppe von den Grünen sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa, zwischen Fitschen, dem Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch, Thilo Bode, und dem Ausschuss habe es eine „heftige Diskussion“ gegeben. Fitschen habe in der nicht-öffentlichen Sitzung „nervös und gereizt“ gewirkt.

„Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen appellierten heute (...) an das größte Kreditinstitut Deutschlands, Verantwortung zu zeigen und seiner ethischen Verpflichtung nachzukommen, aus den Geschäften mit dem Essen auszusteigen“, teilte Hoppe mit. Fitschen habe jedoch bekräftigt, dass es aus seiner Sicht keine Beweise für den Einfluss der Spekulation an den Finanzmärkten auf die realen Preise und somit auf den Hunger in der Welt gebe.

Die Klage-Chronik der Deutschen Bank – Teil 1

Diverse Klagen

Mutmaßliche Bilanztricksereien, Hypothekenklagen, Zinsmanipulationen, der Kirch-Streit - die Deutsche Bank muss noch eine ganze Reihe von potenziell sehr teuren Altlasten aufarbeiten. Eine Übersicht über die Vorwürfe und Verfahren seit Anfang 2011, von denen einzelne bereits abgeschlossen sind.

22. März 2011

Der Bundesgerichtshof gibt der Deutschen Bank eine schallende Ohrfeige: Sie muss an einen hessischen Mittelständler mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz zahlen. Diesen Betrag hatte der Kläger mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren, das die Bank nach Auffassung des BGH „bewusst zulasten des Anlegers“ konstruiert hatte. In der Folge einigt sie sich mit zahlreichen Kommunen und Unternehmen nach Angaben von Anwälten auf Vergleiche.

13. April 2011

In den US-Untersuchungen zur Rolle der Wall Street in der Finanzkrise erhebt ein Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und Goldman Sachs. Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, umstrittene Finanzprodukte aufgelegt zu haben. Sie habe unter anderem einen milliardenschweren verbrieften Hypothekenkredit (CDO) namens „Gemstone 7“ geschnürt und verkauft, bevor der Markt abstürzte. Dabei habe der zuständige Händler gewusst, dass das Paket minderwertige Assets enthalte.

29. April 2011

Die EU-Wettbewerbshüter knöpfen sich den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) vor, mit denen sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen absichern. Die Kartellermittlungen richten sich gegen 16 Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen (2013) wird von den deutschen Häusern zunächst nur die Commerzbank vom Haken gelassen.

4. Mai 2011

Die Deutsche Bank bestätigt, dass die Stadt Los Angeles eine Klage gegen das Institut im Zusammenhang mit umstrittenen Zwangsräumungen eingereicht hat. Die Bank sei über Tochterunternehmen einer der größten „Slumlords“ der Millionenmetropole, heißt es in der Klageschrift, die Entschädigungszahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar nach sich ziehen könnte. Sie habe Hunderte Anwesen verfallen lassen und Menschen zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben. Nach Angaben des Instituts wurde die Klage inzwischen abgewiesen. Ob die Stadt in Berufung geht, ist aber weiterhin offen.

2. September 2011

Die US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) verklagt 17 Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte, darunter die Deutsche Bank. Die Behörde wirft ihnen vor, beim Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben. Der Klageschrift zufolge werden finanzielle Schäden auf Hypotheken-Anleihen über insgesamt fast 200 Milliarden Dollar geltend gemacht - davon entfallen mehr als 14 Milliarden auf die Deutsche Bank. Das Geldhaus weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

5. September 2011

Laut „Financial Times“ nehmen britische Behörden von der Deutschen Bank und anderen Instituten zusammengestellte Wertpapiere wegen Betrugsverdachts unter die Lupe. Die Untersuchung des Serious Fraud Office soll Beweise dafür liefern, dass die Banken ihren Kunden beim Verkauf von forderungsbesicherten Wertpapieren in Großbritannien falsche Informationen geliefert hätten. Die Ermittlungen sind schwierig, da die Behörde den Instituten Betrugsabsicht nachweisen müsse.

14. November 2011

Die Staatsanwaltschaft München lässt Vorstandsbüros und die Rechtsabteilung im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess durchsuchen. Gegen den damaligen Vorstandschef Josef Ackermann werde wegen des Verdachts auf Prozessbetrug ermittelt. Auch gegen den damaligen Aufsichtsratschef Clemens Börsig, Ex-Vorstandschef Rolf Breuer und den früheren Personalchef Tessen von Heydebreck werde ermittelt. Die Bank und die Betroffenen halten die Beschuldigungen für haltlos und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für unverhältnismäßig.

19. November 2011

Die Pleite der US-Finanzfirma MF Global hat für die Deutsche Bank ein juristisches Nachspiel. Zwei US-Pensionsfonds verklagen Abteilungen des Frankfurter Instituts sowie sechs weiterer Geldhäuser, die MF bei der Erstellung von Anleihe-Angeboten unterstützt haben. Die Kläger werfen ihnen vor, in den Prospekten Probleme verschwiegen zu haben, die zum Kollaps des Brokerhauses geführt haben. Mit der Klage nehmen die Fonds finanzstarke Institute ins Visier, um ihre Verluste nach dem MF-Global-Zusammenbruch auszugleichen.

21. Dezember 2011

Sechs Händler werden wegen eines 230 Millionen Euro schweren Umsatzsteuerkarussells mit CO2-Verschmutzungszertifikaten in Frankfurt zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Handel wurde über die Deutsche Bank abgewickelt. Unter den 170 Beschuldigten im Visier der Staatsanwaltschaft sind auch sieben Mitarbeiter der Bank. Gegen sie gibt es noch keine Anklagen, die Bank hat aber 310 Millionen Euro Umsatzsteuerforderungen aus dem CO2-Handel abgeschrieben.

Foodwatch wirft der Deutschen Bank vor, den Ausschuss über seinen Spekulationen mit Nahrungsmitteln belogen zu haben. Im Juni 2012 soll der Chefvolkswirt der Bank vor den Parlamentariern erklärt haben, es gebe keinen Zusammenhang zwischen spekulativen Kapitalströmen und steigenden Lebensmittelpreisen. Interne Papiere der Deutschen Bank, die Foodwatch Ende Februar veröffentlichte, belegten nach Angaben der Verbraucherorganisation aber schon damals das Gegenteil.

Vorwürfe von Monte dei Paschi di Siena zurückgewiesen

Auch an anderer Front muss sich die Deutsche Bank wehren. Das Institut will Nidie Klagen der italienischen Großbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) nicht auf sich sitzen lassen. Die Vorwürfe seien unbegründet, teilte die größte deutsche Bank am Mittwoch via E-Mail mit. Das Institut will sich daher mit allen Mitteln gegen die Anfang März eingereichten Klagen der MPS zur Wehr setzen. Die vom Staat gestützte italienische Traditionsbank wirft der Deutschen Bank und der japanischen Investmentbank Nomura vor, sie bei Derivategeschäften über den Tisch gezogen zu haben.

Deutsche Bank: Richter halten Ackermann und Co. für Lügner

Deutsche Bank

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In der Urteilsbegründung gegen die Deutsche Bank sparen die Richter nicht an Kritik.

Die Geschäfte hatten der italienischen Bank geschätzte Verluste von 730 Millionen Euro eingebracht. Es geht um die Transaktion „Alexandria“, die von Juli bis Oktober 2009 gemeinsam mit dem japanischen Finanzkonzern Nomura abgewickelt wurde, und die Transaktion „Santorini“, an der im Dezember 2008 die Deutsche Bank beteiligt war. Die älteste Bank der Welt steckt tief in den roten Zahlen und will sich mit Staatshilfen in Milliardenhöhe aus der Krise befreien.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Nahrung

13.03.2013, 22:11 Uhr

Lebensmittelspekulation - Exitus der Menschheit

http://www.youtube.com/watch?v=653m9QW3fVk

vandale

13.03.2013, 23:54 Uhr

Es ist natürlich faszinierend, dass ausgerechnet die Grünen die Lebensmittelspekulation anprangern. In Deutschland werden Millionen Tonnen Lebensmittel, Mais, Raps verbrannt umd religiös korrekt Strom zu erzeugen, oder Fahrzeuge voranzutreiben. Ein UN Funktionär hatte die Zahl der Opfer dieses Oekokults auf eine 6-stellige Zahl geschätzt. Anstatt sich für diese grausame Religion zu schämen werden die Banken zu Uebeltätern erklärt.

Die Lebensmittelspekulation der Banken findet in Form von Futures statt. Spekulanten verkaufen diese einige Zeit bevor diese fällig werden um zu vermeiden, dass Sie dann einige hundert Tonnen Mais, oder Speiseöl im Büro liegen haben. Die Preise der Terminkontrakte liegen kurz vor Lieferung nahe der physischen Angebots-Nachfrage Relation.

Vandale

vandale

13.03.2013, 23:56 Uhr

Es ist natürlich faszinierend, dass ausgerechnet die Grünen die Lebensmittelspekulation anprangern. In Deutschland werden Millionen Tonnen Lebensmittel, Mais, Raps verbrannt umd religiös korrekt Strom zu erzeugen, oder Fahrzeuge voranzutreiben. Ein UN Funktionär hatte die Zahl der Opfer dieses Oekokults auf eine 6-stellige Zahl geschätzt. Anstatt sich für diese grausame Religion zu schämen werden die Banken zu Uebeltätern erklärt.

Die Lebensmittelspekulation der Banken findet in Form von Futures statt. Spekulanten verkaufen diese einige Zeit bevor diese fällig werden um zu vermeiden, dass Sie dann einige hundert Tonnen Mais, oder Speiseöl im Büro liegen haben. Die Preise der Terminkontrakte liegen kurz vor Lieferung nahe der physischen Angebots-Nachfrage Relation.

Vandale

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