Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2011

10:04 Uhr

Deutsche Bank

Clemens Börsig steht vor einem Scherbenhaufen

VonRobert Landgraf, Gabor Steingart

Axel Weber sollte der Nachfolger von Josef Ackermann als Chef der Deutschen Bank werden. Doch Aufsichtsratschef Clemens Börsig hat es vermasselt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig, steht massiv in der Kritik. Quelle: dapd

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig, steht massiv in der Kritik.

Clemens Börsig steht vor einem Scherbenhaufen. Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank bekommt seine wichtigste Aufgabe, den Führungswechsel an der Spitze des Vorstandes, nicht in den Griff. Dabei sah es lange so aus, als ob die Nachfolge von Josef Ackermann an der Spitze der Deutschen Bank geregelt wäre. Der Schweizer selbst hatte Börsig einen Mann von Format präsentiert. Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, sollte es werden.

Der Notenbanker wäre der richtige Mann für den wichtigsten Job im Deutschland der Privatwirtschaft - den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bank gewesen. Er hätte die Statur gehabt, den Schweizer spätestens zur Hauptversammlung in gut zwei Jahren im Mai 2013 vollwertig zu ersetzen.

Früherer Bundesbankchef: Axel Weber zieht die UBS der Deutschen Bank vor

Früherer Bundesbankchef

Weber zieht UBS der Deutschen Bank vor

Der einstige Bundesbank-Chef geht als Präsident zur Schweizer Großbank.

Ein Banker mit intellektueller Kapazität - das hat die Deutsche Bank in ihren besten Zeiten ausgezeichnet. Auch Ackermann, der zu keiner Zeit dem Klischee entsprach, das sich die Öffentlichkeit von ihm gemacht hat, war immer mehr in die Rolle des Elder Statesman der Finanzindustrie geschlüpft.

Doch Börsig ist der Anti-Ackermann - eitel, selbstverliebt, ohne vorzeigbare Erfolge. Kürzlich vor Gericht konnte er seine Wohnadresse nicht angeben, weil nach Jahrzehnten des Chauffiertwerdens ihm dieses Detail entfallen war. Seine Hinhaltetaktik, sein Zögern, ließ Weber abspringen. Weber will nun den Top-Job als Präsident des Verwaltungsrates der UBS annehmen.

Das muss allerdings kein Elend sein für die Deutsche Bank. Denn ein Mann drängt sich als neuer Aufsichtsratchef auf: Ackermann selbst. Er hat einen solchen Wechsel immer ausgeschlossen. Aber das Drängen und Werben hat begonnen, innerhalb wie außerhalb der Bank, von Seiten der Investierenden und aus der Politik. Der Pflichtmensch Ackermann wird sich dem nicht entziehen.

Webers Wechsel: Schweizer Großbank UBS in der Hand der Deutschen

Webers Wechsel

Schweizer Großbank UBS in der Hand der Deutschen

Die Deutschen übernehmen die Macht bei der UBS: Erst Vorstandschef Grübel, ab 2013 zudem mit Präsident Axel Weber. Der Großbank tut gut daran, mehr auf das Können als auf den Pass zu achten. Ein Kommentar von TORSTEN RIECKE.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Moika

01.07.2011, 12:00 Uhr

Nach Herrhausen sank das intellektuelle Niveau der DB Vorstände bis heute auf das hinter einer Provinzklitsche. Sollen sie doch mit Anshu Jain gleich den Mann, dem die DB noch viele, böse und sehr teure Prozesse verdanken wird, zum Chef des Hauses machen. Oder wie macht man den Bock zum Gärtner?

Adelheid

01.07.2011, 12:07 Uhr

In ganz Deutschland sinkt das intellektuelle Niveau (ohnehin schon sehr niedrig). Sehen wir uns nur unsere Politik an.

Markus

01.07.2011, 12:17 Uhr

Börsig hat bei der Deutschen Bank schon lange nichts mehr zu melden, der sitzt nur noch formal auf dem Aufsichtsratsvorsitz! Wird höchste Zeit das der endlich verschwindet.

Die DB hat intern ganz hervorragende Kandidaten, da braucht es keinen externen. DB-Chef wird entweder Jain oder Bänziger alle anderen Vorstandsmitglieder sind nicht im engeren Kreis.

Es scheint so, das die deutschen Medien grundsätzlich eine ablehnende Haltung gegenüber Jain einnehmen weil er Investmentbanker ist, und das das ja die angeblich achso bösen Zocker sind.

Aber letztendlich entscheiden nicht die Medien, sondern die Anteilseigner darüber wer bei der DB was wird oder auch nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×