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11.03.2013

15:45 Uhr

Deutsche-Bank-Co-Chef

Fitschen wehrt sich gegen Verteufelung

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, warnt davor, Banken allein wegen ihrer Größe schlecht zu reden. Denn die Kunden verlangten nach großen, grenzüberschreitenden Häusern. Das sehen nicht alle so.

Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, hält ein Plädoyer für große Banken und gegen Regulierung. AP/dpa

Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, hält ein Plädoyer für große Banken und gegen Regulierung.

BerlinDer Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat die Politik vor einer Verteufelung großer Finanzinstitute gewarnt und gleiche weltweite Wettbewerbsregeln angemahnt. Es müsse endlich damit aufgehört werden, „systemrelevante“ Banken automatisch als schlecht einzustufen und als großes Problem zu betrachten, sagte Fitschen am Montag in Berlin auf einer Veranstaltung der Unionsfraktion im Bundestag: „Nichts ist dämlicher, als eine solche Schlussfolgerung in den Raum zu stellen.“

Systemrelevante Banken seien von den Kunden gewollt. Banken müssten grenzüberschreitend eine kritische Masse aufbauen können, um eine günstige Kreditversorgung sichern zu können. „Das geht in nationalen Märkten nicht“, sagte Fitschen. Er warnte vor strengeren Regeln allein in Europa. Global aufgestellte Banken hätten so Wettbewerbsnachteile. „Natürlich müssen die Kunden die Zeche zahlen“, sagte Fitschen. Zu den jüngsten EU-Vorgaben etwa für die Vergütung von Managern sagte er, die Deutsche Bank sei in einem Maße getroffen, wie kein anderes Institut außerhalb der EU.

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Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) räumte ein, dass bei der Regulierung immer abgewogen werden müsse. Global aufgestellte Unternehmen könnten bestimmte Regeln aber auch umgehen durch Verschiebungen ins Ausland. Es müssten Grenzen gezogen werden. Die jüngsten EU-Beschlüsse etwa zu Vergütungen („CRD IV“) seien angemessen. „Ich vertraue global aufgestellten Unternehmen, dass sie auch mit dieser Regulierung nicht untergehen“, sagte Schäuble.

Der Finanzminister stellte klar, dass Deutschland bei der Regulierung notfalls weiter mit Alleingängen vorangehen werde, um auf europäischer und globaler Ebene Duck zu machen. Man habe mit einer nationalen Regulierung im Vorgriff zu EU-Vorgaben keine schlechten Erfahrungen gemacht. „Wenn der Langsamste das Tempo bestimmt, werden wir nie das Ziel erreichen“, sagte Schäuble. Seit 2008 sei eine Menge erreicht worden. Aber man sei noch nicht am Ende: „Die größte Gefahr wäre, in unseren Bemühungen nachzulassen.“

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

11.03.2013, 16:38 Uhr

Der arme Herr Fitschen und die ach so arme Deutsche Bank. Im Grunde müsste man dieses Institut zerschlagen. Institute wie die Deutsche Bank sind einfach zu gross und die Politik hat Jahrzehnte zugeschaut wie sie sich immer weiter aufblähten.

Es hat sich eine Banken-Lobby aufgebaut die nicht mehr zu bremsen ist. Politik wird sich nicht mehr gegen sie durchsetzen können, der Zug ist abgefahren. Hier hilft einfach nur aufspalten, Privatkunden und Investmentbanking. Und wenn sie sich verzocken, lassen wir die grosskotzigen Investmentbanker einfach vor die Wand laufen. Es könnte so einfach sein.

Von wegen die Kunden wollen systemrelevante Banken. Die Kunden schert es einen feuchten Kehricht, wo sie ihr Geld parken. Das kann auch die kleine Volksbank um die Ecke sein. Nenne mir jemand einen vernünftigen Grund, warum Otto-Normalverdiener sein Geld zur Deutschen Bank tragen soll?

Ackermann, Fitschen & Co haben sich doch Jahre einen Dreck um die Privatkunden geschert. Auf einmal erkennen sie wieder den Wert eines Privatkunden und wollen ihm Kredite verkaufen? Wer das glaubt zieht die Hosen mit der Kneifzange an.

Wir müssen uns wieder mehr auf das produzierende nationale Gewerbe besinnen. Was zum Geier produziert die Deutsche Bank? Nichts. Sie verdient Geld mit Geld und zwar mit dem Geld ihrer Kunden. Und weil die meisten unserer Zeitgenossen glauben, man kann damit schnell reich werden, versuchen sie sich und zocken auch, tun es den Banken damit gleich. Nur zu dumm, das hier auch wieder nur die Banken verdienen.

Banken sind keine Wohltätigkeitsinstitute. Sie haben es lediglich auf das Beste ihrer Kunden abgesehen ...... ihr Geld.

Was bilden sich Leute wie Fitschen eigentlich ein? Ich könnte kotzen wenn ich lese was der Typ von sich gibt.

Account gelöscht!

11.03.2013, 19:28 Uhr

1. Fitschen will kein Testament zur Abwicklung innVermögensverfall geratener Institute, da er kein Torengräber sein wolle.
Übersetzt ausgedrückt heißt dies, er will dass in solch einem möglichem Fall verhindern will dass die Aktionäre zahlen, er möchte dass dies weiterhin der Steuerzahler tut.
2. Wenn ich einen Krieg führen oder eine große Fbrik aufbauen möchte, muß ich 100tausende Tonnen an Material und viele Menschen von einem Ort zu einem vielleicht 10.000 Kilometer entfernten transportieren. Das kostet viel Zeit undnjeder kann sehen, was passiert.
Doch Finaztransaktionen in Höhe von Milliarden kann ich innerhalb von Sekunden um die ganze Welt befördern. Mit solch einer Macht, kann man belieb Blasen erzeugen, aussteigen und abkassieren. Dabei helfen noch viele Instrumente, die selbst die meisten Ökonomen nicht verstehen. Diese Bankster-Szene, die sich gebildet hat, diese Finazindustrie muss an die Leine, da sie sich schon seit 15 Jahren begonnen haben, sich wie eine Horde blutgieriger Bulldoggen zu bewegen " Out of Control " und das muss sich ändern.
Mit diesen Methoden kann ich ganze Staaten in die Knie zwingen, wie seinerzeit Indonesien und auf Kosten anderer Kriege führen wie unter Bush.
3. Wen sich jetzt wieder die Politiker Mithilfe von Druck, Drohungen und Beraterverträgen abfangen lassen, ist die Marktwirtschaft als solche nur noch Makkulatur.

Collie

12.03.2013, 06:08 Uhr

Die Bundesregierung sollte dem deutschen Volk und nicht der Deutschen Bank und Ihren Lobbyisten verpflichtet sein. Soweit mir bekannt lautet der Amtseid zumindest so.

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