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30.07.2015

09:13 Uhr

Deutsche Bank

Cryan-Einstand mit Gewinnsprung

Es ist John Cryans erster Auftritt als Deutschen-Bank-Chef: Heute hat das Geldhaus die Bilanz vorgelegt. Zum Einstand legt Cryan starke Zahlen auf den Tisch. Doch ein Belastungsfaktor bleibt.

Der Nettogewinn im zweiten Quartal 2015 ist gestiegen, doch Probleme bleiben. AFP

Deutsche Bank

Der Nettogewinn im zweiten Quartal 2015 ist gestiegen, doch Probleme bleiben.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat ihren Aufwärtstrend im Tagesgeschäft fortgesetzt. Der Vorsteuergewinn kletterte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich hat sich der Gewinn auf 818 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Vor einem Jahr hatte eine außergewöhnlich hohe Steuerlast die Bilanz belastet. Für Rechtsstreitigkeiten musste die Bank im zweiten Quartal des laufenden Jahres 1,2 Milliarden Euro aufwenden und damit fast das Dreifache wie ein Jahr zuvor.

Es ist die erste Quartalsbilanz unter dem neuen Vorstandschef John Cryan, der am 1. Juli überraschend Anshu Jain abgelöst hatte. „Das zweite Quartal verdeutlicht die Stärken der Deutschen Bank, aber auch die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen“, erklärte der Brite, der die letzten zwei Jahre im Aufsichtsrat saß. „Das solide Ertragswachstum unterstreicht die grundlegende Stärke unseres Geschäfts und das Engagement unserer Mitarbeiter“, erklärte der seit Juli amtierende Co-Chef John Cryan. „Allerdings werden auch unsere Herausforderungen deutlich: Inakzeptabel hohe Kosten, anhaltend hohe Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten, zu bilanzintensive Geschäfte und insgesamt eine Rendite für unsere Aktionäre, die zu niedrig ist.“

Verschuldungsquote (Leverage Ratio) ausgewählter Banken

UBS

5,6 Prozent

(nach Schweizer Vorgaben, inkl. Puffer-Kapital)

Lloyds Banking

4,9 Prozent

HSBC

4,8 Prozent

Crédit Agricole

4,2 Prozent

Royal Bank of Scotland

4,2 Prozent

ING

4,1 Prozent

Commerzbank

3,7 Prozent

Deutsche Bank

3,4 Prozent

Quelle

Quelle: Unternehmen

Stand: 31.12.2014

(außer Deutsche Bank und UBS, Stand: 31.3.2015)

Die Erträge seien zwar solide gewachsen. „Allerdings werden auch unsere Herausforderungen deutlich: Inakzeptabel hohe Kosten, anhaltend hohe Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten, zu bilanzintensive Geschäfte und insgesamt eine Rendite für unsere Aktionäre, die zu niedrig ist.“ Cryan brütet derzeit über den Details der „Strategie 2020“, sie sollen im Herbst vorgestellt werden. Solange heißt es für Aktionäre und Analysten: abwarten. „Cryan wird sich die großen Nachrichten für den Herbst aufheben, deshalb ist die Halbjahresbilanz nur eine Momentaufnahme“, glaubt Neil Smith vom Bankhaus Lampe.

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Viel spannender dürfte für Cryan der Blick in die einzelnen Sparten sein, muss er doch über den endgültigen Zuschnitt der „neuen“ Deutschen Bank entscheiden. Dass das Privatkundengeschäft unter anderem durch den Verkauf der Postbank deutlich verkleinert wird, steht fest.

Kommentare (3)

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Herr Lothar Bitschnau

30.07.2015, 09:27 Uhr

... doch eher Jain's Ausstand mit Gewinnsprung.

Herr Teito Klein

30.07.2015, 10:12 Uhr

Und immer wieder die Deutsche Bank
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Sie hat bisher keinen Skandal ausgelannen!
■ Libor
■ Euribor
■ Spittermunition
■ Waffen
■ Goldpreis
■ Schrottimmobilien
■ Schwarzgeld
■ Steuerhinterziehung
■ Drogen

Die Deutsche Bank ist ein Mafiaverein und sollte auch als solcher behandelt werden.

Account gelöscht!

30.07.2015, 10:39 Uhr

Und daher will der " Neue " also das Investmentbanking (weiter) zurückfahren ? Wo es doch mit der einzige Bereich ist, in dem richtig Geld verdient worden ist und wird.

Das versteht niemand, außer wohl nur er selbst. Das Kapitalmarktgeschäft unterliegt immer starken Schwankungen, aber ich gebe doch nicht meine Cash-Cow her.

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