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23.11.2015

17:42 Uhr

Deutsche Bank

Cryan hält viele Bankgehälter für zu hoch

VonDaniel Schäfer , Laura de la Motte, Katharina Slodczyk

John Cryan, Co-Chef der Deutschen Bank, zeigt sich beim Kulturwandel zupackend. Er predigt nicht nur Werte, er prangert Missstände überdeutlich an und greift hart durch. Das Tempo des Wandels verunsichert Mitarbeiter.

Spricht mit ruhiger, sanfter Stimme und gilt als hemdsärmeliger Veränderer: Der seit 1. Juli amtierende Co-Chef der Deutschen Bank. dpa

John Cryan

Spricht mit ruhiger, sanfter Stimme und gilt als hemdsärmeliger Veränderer: Der seit 1. Juli amtierende Co-Chef der Deutschen Bank.

Frankfurt/LondonEs war ein gewohnt zurückhaltender Auftritt. Ganz leise schleicht sich John Cryan am Montagnachmittag in eine Veranstaltung an der Frankfurter Goethe-Universität. Der Co-Chef der Deutschen Bank nimmt in der ersten Reihe des Auditoriums platz und wartet geduldig, bis er an der Reihe ist.

Inhaltlich hat es der erst zweite öffentliche Auftritt seit Amtsübernahme im Sommer jedoch wieder einmal in sich. Denn am Montag erklärt Cryan den Grund dafür, warum er anders als seine Vorgänger „Kulturwandel“ nie in den Mund nimmt: „Ich mag das Wort Kultur nicht.“ Es sei ein positives Wort, aber bei den Bankenskandalen diskutierte man doch eher die Antithese von Kultur, so der Opernfan. Egal wie man es nennt, „es muss mit Bedeutung gefüllt werden“, betont Cryan.

Was er damit genau meint, wird schnell deutlich und birgt Sprengstoff für die Mitarbeiter: Auch sieben Jahre nach der Finanzkrise hätten die Banken das Thema Gier nicht in den Griff gekriegt, so Cryan. „Ich glaube, dass die Leute im Bankensektor zu viel Geld verdienen,“ sagt der Bankchef. „Ein Problem in der Krise war, dass das Management als Ziel vorgegeben hat, so viel Geld wie möglich zu verdienen und die Bezahlung hat das reflektiert.“

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Der Bankenprofessor von der Universität Hohenheim traut Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan einen Kulturwandel zu. Cryans Vorgänger Anshu Jain war mit dem Versuch gescheitert. Ein Gespräch über die Lage der Bank.

Damit sendet Cryan erneut ein drastisches Signal an die Mitarbeiter. Der Brite hat bereits angekündigt, die Boni kürzen zu wollen, zuvorderst als kurzfristiger Beitrag zum Umbau, aber durchaus auch aus ethischen Gründen. Nun wagt er sich abermals an heilige Kühe: „Unsere Gehälter im Back-Office sind zu hoch. Ein Informatiker oder ein Buchhalter verdient bei Banken mehr als in jeder anderen Branche. Bei unseren Front-Office-Mitarbeitern mag ein Aufschlag gerechtfertigt sein. Aber der Rest des Unternehmens muss mehr im Gleichklang mit dem Rest der Wirtschaft bezahlt werden,“ sagt er.

Für viele der leidgeplagten Mitarbeiter des Geldhauses nimmt der Kulturwandel damit eine neue, schmerzhafte Bedeutung an. Jahrelang wurde intern beklagt, der Kulturwandel sei ein reines Feigenblatt. Die Bankführung könne diesen nicht glaubwürdig vorleben, denn sie bestehe aus denselben Personen, unter deren Ägide ein Großteil der Skandale passierte. Einige – allen voran der Ex-Co-Chef und frühere Investmentbanker Anshu Jain — wurden sogar noch befördert.
Doch diese Kritik ist in den vergangenen Monaten verstummt – und der Grund heißt Cryan. „Erst mit Cryan kommt der Kulturwandel so richtig in Gang “, sagt ein langjähriger Mitarbeiter der Bank. Der Brite, der seit Anfang Juli im Amt ist, baute Mitte Oktober den Vorstand stark um. „Neue unbelastete Leute an der Spitze sind der richtige Schritt“, lobt ein Betriebsrat. „Aber es ist noch zu früh, um den Effekt zu bewerten.“

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

23.11.2015, 17:51 Uhr

Investmentbanker (CFA) ist ein globaler Beruf. Egal, ob Frankfurt, London, Tokio, Singapur, New York oder Chicago ... man(n) geht dahin, wo man(n) am meisten Geld verdienen kann.

Und besser, man(n) zieht rechtzeitig die Reißleine, bevor einem die Herzdame den Tritt in den Hintern gibt und einen abserviert, weil man ihr nicht mehr den extravaganten Lifestyle und gewohnten Lebensstandard bieten kann.

Und noch besser ist, man(n) arbeitet mit eigenem Kapital auf eigene Rechnung in seinen eigenen Handelsraum/Büro, und zahlt sich sein Gehalt selbst. Dann hat man(n) solche Sorgen und Probleme überhaupt nicht.

Schönen Abend allseits.

Herr Manfred Schäfer

23.11.2015, 19:47 Uhr

Der Turbo- Kapitalismiús und Gier ist verantwortlich für die Kriege um und mit dem Kapital...
Der Kapitalismus frisst seine eigenen Kinder...!!!..
Vielleicht ist das der Beginndes Westens, das Wirtschften total umzustellen und umzudenken...

Mindesteinkommen für Jedermann und Mindestrente ist Pflicht für einen Sozialstaat..!!!...

Man sieht den himmelschreienden Unterschied und Diskriminierung von "normaler" Arbeit zu dem was mit virtuellen Geld durch Banken verdient und auch dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird...

Sobald jeder Banker auch für seine Verluste haftbar gemacht wird, ist es vorbei mit diesen Schmarotzern...
Auch Winterkorn bei VW mit seinen 28 Mio. € Abfindung und Pensionsansprüche wo hundert Arbeiter- Rentner davon leben können, übrigens mit Zustimmung der IG Metal und dem Land NS...
Und jetzt:
Vernichtet derselbe General- Manager Winterkorn 50 Mrd. €...

Dasselbe Spiel bei den Banken nur noch um Faktor 10 erhöht...Investmentbanker der Deutschen Bank verdienen über 100 Mio. € pa. in England und zocken mit faulen Papieren, manipulieren den Libor, und hinterziehen (Mwst.) Steuern durch Tricks in Mrd. - Höhe...

Aber wir haben ja von MERKEL & Co. gelernt:
System relevante Banken wie die Deutsche Bank retten wir mit deutschen Steuergeldern...

Gekürzt wird bei Renten und bei Sozialleistungen...
in 5 Jahren sind mehr als 50 % der Rentner unter Sozialhilfeniveau...
Sollte man nicht eine Mindestrente für Jedermann einführen und diesen irren Beamten - Apparat stoppen und auf sinnvollere Aufgaben setzen als die Ärmsten der Armen noch mehr zu striezen und abzuzocken...
Die Deckelung der Beamtenpensionen auf das 1,5 fach der Durchschnittsrente ist überfällig...

Und die SPD /CDU oder MERKEL...
Setzen auf TTIPP und weitere Unterstützung der Konzerne...
Der Staat oder soll man sagen Politikerdarsteller, die sich als Staat verstehen, als Handlanger für den Turbo- Kapitalismus ist/sind entlarvt...
Wer stoppt diesen Irrsinn!!!

Herr Bob daBuilder

23.11.2015, 19:52 Uhr

oh man(n)o man(n), dann musste ja "ganz von alleine" zum Chouchou des Schachervereins es geschafft haben.

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