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27.07.2016

14:55 Uhr

Deutsche Bank

Die Postbank als Lichtblick

Die Niedrigzinsen belasten zwar auch die Erträge der Postbank. Doch die Deutsche-Bank-Tochter erwirtschaftet solide Gewinne, während die Mutter strauchelt. Entwickelt sich die Liebe auf den zweiten Blick?

Der Vorsteuergewinn hat sich im zweiten Quartal fast verdoppelt. Imago

Postbank-Hochhaus in Berlin

Der Vorsteuergewinn hat sich im zweiten Quartal fast verdoppelt.

Düsseldorf/FrankfurtIm November hatte der Kreditkartenanbieter Visa verkündet, das einst abgespaltene Kreditkartengeschäft in Europa zu kaufen. Die Verkäufer verbuchen im zweiten Quartal die Einnahmen daraus – so wie etwa die Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Mehr als hundert Millionen Euro bringt das der Filialbank. Der Vorsteuergewinn hat sich in einem sonst eher schwierigen Markt auf 179 Millionen Euro fast verdoppelt.

Und auch wenn das Plus fast vollständig auf den Sonderertrag zurückgeht: Das Ergebnis der Bank ist eine stabile Säule im Konzern der Deutschen Bank. Die Mutter hat ein Nachsteuerergebnis von gerade einmal 20 Millionen Euro für die Monate von April bis Juni (hier die ausführliche Analyse des Ergebnis), Vorsteuern schrumpfte der Profit um zwei Drittel auf 408 Millionen Euro. Die Postbank steuerte dazu also fast die Hälfe bei.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Auch das Geschäft der Postbank ist nicht frei von Schwierigkeiten. Das Filialnetz ist teuer, gleichzeitig drücken die Niedrigzinsen auf die Erträge aus dem Geschäft mit Girokonten und Spargeld. Dieser Geschäftszweig sei „weiterhin rückläufig“, so die Deutsche Bank in ihren Aussagen zum Quartalsergebnis über die Tochter. Selbst der Nachfrageboom bei Baudarlehen kann dies nicht kompensieren. So stagnierten die Einnahmen aus Baufinanzierungen, Wertpapieren, Versicherungen und Postdienstleistungen.

Die Kosten der Postbank stiegen leicht um zwei Prozent auf 690 Millionen Euro, weil Deutsche Bank und Postbank in Vorbereitung auf einen Börsengang der Tochter die technischen Systeme getrennt hatten. Mit einem Verkauf will die Mutter nicht nur Milliarden einnehmen, sondern auch gebundenes Kapital freisetzen. Doch wegen des hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkts und der Niedrigzinsen lässt sich derzeit kein von der Bank akzeptierter Preis für die Sparte mit 18.700 Vollzeitstellen erzielen. Deutsche-Bank-Chef hatte sogar schon sinniert, dass er manchmal von einem chinesischen Käufer träume.

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