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12.11.2016

10:13 Uhr

Deutsche Bank

Die treue Bank des künftigen Präsidenten

VonYasmin Osman

Die Deutsche Bank gilt als einer der größten Gläubiger des Immobilienmagnaten und künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Seit seinem Wahlsieg wird munter spekuliert, ob das etwas bedeutet – und wenn ja, was eigentlich?

Das Kreditinstitut gilt als wichtiger Gläubiger des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Reuters

Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt

Das Kreditinstitut gilt als wichtiger Gläubiger des künftigen US-Präsidenten Donald Trump.

FrankfurtDonald Trump hat in seinem Geschäftsleben schon so einige Pleiten hingelegt. Da ist es nicht erstaunlich, dass viele namhafte amerikanische Banken in den vergangenen Jahren eher auf Distanz gingen. Zu den loyaleren Kreditgebern zählt indes die Deutsche Bank. Nach Recherchen des „Wall Street Journal“ steht das Trump-Imperium bei dem Institut mit mehr als 100 Millionen Dollar in der Kreide, das wäre etwa ein Drittel der gesamten Schulden des Immobilienmannes. Dagegen sollen Adressen wie Citigroup, JP Morgan oder Morgan Stanley Trump als Kunden eher auf Abstand gehalten haben. Die Deutsche  Bank kommentiert solche Informationen nicht.

Trumps Verbindungen zur Deutschen Bank führen nun zu einer pikanten Konstellation: Die Bank befindet sich wegen mehrerer großer Rechtsstreitigkeiten in Verhandlungen mit amerikanischen Behörden über hohe Geldbußen. So hatte das amerikanische Justizministerium der Bank allein für fragwürdige US-Hypothekengeschäfte eine Strafe von 14 Milliarden Dollar angedroht, eine Summe, die sich das Geldhaus ohne kräftige Kapitalspritze kaum leisten könnte. Kein Wunder, dass sich nun die ersten Auguren fragen, ob es der Bank nicht vielleicht nützen könnte, wenn einer ihrer Kunden künftig das höchste Amt im Staate innehat.

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Beim Thema Donald Trump haben die Prognostiker der Banken mit ihren Vorhersagen zu den Aktienmärkten ebenso falsch gelegen wie die Umfrageinstitute. Schuld daran sind auch die immer nervöseren Investoren. Ein Kommentar.

Anders gefragt: Wird ausgerechnet der Präsidentschaftsanwärter, der im Wahlkampf die engen Verbindungen seiner Konkurrentin Hillary Clinton zur Wall Street aufs Schärfste gegeißelt hat, nun seine Hausbank begünstigen? Und ist dem Mann, der mit dem Slogan „America first“ auf Stimmenfang ging, sein Image egal genug, wenn davon mit der Deutschen Bank ausgerechnet ein ausländisches Institut profitiert, dessen Ruf nach vielen Skandalen auch in den USA ramponiert ist? Das Gegenteil ist wohl mindestens ebenso plausibel.

Trump hilft Deutscher Bank - das wäre jedenfalls eine mehr als ironische Wendung. Das gilt umso mehr als die Bank mit Gunstbezeugungen im Vorfeld der Wahl eher gegeizt hatte: Es war das Ehepaar Clinton, das von der Deutschen Bank zwischen 2012 und 2014 Redehonorare in Höhe von knapp einer Million Dollar erhielt. Und Mitarbeiter der Bank hatten privat zwar je zur Hälfte an Demokraten und Republikaner gespendet, wie eine Aufstellung von Opensecrets zeigt, eine Internetseite, die den Einfluss von Geld und Lobbyismus auf die Politik untersucht. 

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Doch während Hillary Clinton mit mehr als 92.000 Dollar dabei mit Abstand am meisten erhielt, nehmen sich die 804 Dollar, die an Trump flossen, wahrlich wie Peanuts aus. Immerhin, nachdem Experten der Bank im Vorfeld die Folgen eines Trump-Sieges für die Finanzmärkte eher in Moll intoniert hatten, huldigte eine frische Analyse des Hauses ihm am Freitag nun als „potenziellen game-changer“, als einen, der für eine Wende zum Positiven hin sorgen könnte – für die amerikanische Konjunktur.

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