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20.03.2012

13:44 Uhr

Deutsche Bank

Ermittlungen wegen Zinssatz-Manipulation

Die EU-Kommission und das US-Justizministerium ermitteln gegen die Deutsche Bank. Das Geldinstitut soll illegale Absprachen über Interbanken-Zinssätze getroffen haben. Die Deutsche Bank erwartet jetzt eine Klagewelle.

Die Deutsche Bank ist Gegenstand von weltweiten Ermittlungen über illegale Kooperationen von internationalen Banken bei den Libor- und Euribor-Zinssätzen. Reuters

Die Deutsche Bank ist Gegenstand von weltweiten Ermittlungen über illegale Kooperationen von internationalen Banken bei den Libor- und Euribor-Zinssätzen.

FrankfurtGegen die Deutsche Bank wird wegen möglicher Manipulationen der Interbanken-Zinssätze ermittelt. Das größte deutsche Geldhaus bestätigte im Geschäftsbericht am Dienstag Anfragen und Vorladungen mehrerer Behörden aus den USA und aus Europa in der Sache, darunter von der US-Marktaufsicht SEC, dem US-Justizministerium und der EU-Kommission.

Mögliche illegale Absprachen des Libor- und des Euribor-Zinssatzes durch große Banken sind seit dem vergangenen Jahr weltweit Gegenstand von Ermittlungen. Bei einer Razzia der EU-Kommission war im Herbst auch die Deutsche Bank in London durchsucht worden.

„Die Deutsche Bank kooperiert mit den Behörden hinsichtlich dieser Untersuchungen“, hieß es im Geschäftsbericht. Neben den Strafverfahren hätten angeblich Geschädigte eine ganze Reihe von zivilrechtlichen Einzel- und Sammelklagen in den USA gegen die Bank eingereicht. Sie hätten mit Derivaten gehandelt, die auf dem - angeblich manipulierten - Libor beruhten. Die Verfahren seien aber noch in einem frühen Stadium, betonte die Bank.

Insgesamt hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro für Rechtsstreitigkeiten und andere Risiken im operativen Geschäft zurückgestellt. Rückstellungen darf sie aber nur bilden, wenn die Bank es für genügend wahrscheinlich hält, dass ihre Streitgegner Recht bekommen. Verfahren, in denen die Deutsche Bank nicht mit einer Niederlage rechnet, könnten sie weitere 2,2 Milliarden Euro kosten. Ein 800 Millionen Euro schwerer Vergleich in dem zehn Jahre schwelenden Streit um den Zusammenbruch des Medien-Konzerns von Leo Kirch war Anfang des Monats gescheitert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Moika

21.03.2012, 09:41 Uhr

Ändert bitte den Namen dieser Zockerbude - daß ist nicht mehr die "Deutsche" Bank, so wie ich sie kennen und schätzen gelernt habe.

Scheinbar ist kein krummes Geschäft denkbar, in das Herr Ackermann und Co. das Geldhaus verwickelt haben. Sei Nachfolger wird diese Linie fortsetzen - weitere peinliche Nachrichten werden folgen, das steht fest.

Account gelöscht!

22.03.2012, 09:31 Uhr

Deshalb hat Herr Ackermann wohl am Ende doch lieber auf den Wechsel in den Aufsichtsrat der Bank verzichtet. Wenn die Zeitbomben hochgehen, sitzt er mit seinen Fränklis wieder daheim in der Schweiz. :-)

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