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13.04.2012

18:33 Uhr

Deutsche Bank

Ex-Chefvolkswirt lästert über Research-Umbau

VonDorit Marschall

ExklusivDie Deutsche Bank dreht erneut am Führungskarussell: Ende Mai wird eines der prominentesten Gesichter des Hauses das Unternehmen verlassen. Chefvolkswirt Thomas Mayer tritt zurück. Sein Vorgänger ist außer sich.

Thomas Mayer bei einem Vortrag Ende 2011. dpa - picture alliance

Thomas Mayer bei einem Vortrag Ende 2011.

BerlinDer ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat überrascht auf den Rücktritt seines Nachfolgers Thomas Mayer reagiert. Die Entscheidung der Bank, den bisher unabhängigen volkswirtschaftlichen Think-Tank DB Research und die Abteilung Markets Research zusammenzulegen, kritisierte Walter heftig: „Das ist falsch“, sagte er dem Handelsblatt an Rande einer Ökonomentagung in Berlin. Das passe zu einer Investmentbank, die kein unabhängiges Research haben wolle, sondern nur an Sales Support interessiert sei.

Die Deutsche Bank hatte heute bekannt gegeben, dass Thomas Mayer, Chefvolkswirt des Geldinstituts und Leiter von DB Research, zum 31. Mai von beiden Posten zurücktritt. Sein Nachfolger wird David Folkerts-Landau. Bereits Mitte März war bekannt gegeben worden, dass Folkerts-Landau Leiter des Markets Research der Deutschen Bank wird. Ab 1. Juni wird er der neue Leiter des gesamtes Researchs - und auch von Mayer die Positionen als Chefvolkswirt und Leiter von DB Research übernehmen.

Norbert Walter, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank. privat

Norbert Walter, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

Deutsche Bank Research brauche einen Denker, sagte Walter. „Das war ich, das war Mayer - aber das ist Folkerts-Landau nicht, weil er es nicht sein will.“ Folkers-Landau sei ein Manager. Mayer werde der Bank aber weiterhin als Berater zur Verfügung stehen, so die Deutsche Bank.

Walter wie auch Mayer waren dank zahlreicher Fernsehauftritte und Interviews prominente Gesichter der Bank. Folkerts-Landau ist öffentlich selten in Erscheinung getreten. Thomas Mayer hatte das Amt im Januar 2010 von Norbert Walter übernommen und war zuvor sieben Jahre lang Chefökonom für Europa. Jetzt wolle er sich verstärkt der wissenschaftlichen Forschung widmen.

Noch-Chef Josef Ackermann sagte laut Mitteilung: „Thomas Mayer ist ein hoch angesehener Ökonom und war während der Finanz- und Wirtschaftskrise für mich ein sehr geschätzter Berater, wofür ich ihm zu großem Dank verpflichtet bin.“

Kommentare (14)

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Profit

13.04.2012, 19:06 Uhr

Die nächste Meldung wird sein: Deutsche Bank verlegt ihren Sitz nach London und wird eine Bank nach britischem Recht. Deutsche Bank-Frankfurt wird "Hauptfiliale", mit der Postbank fusioniert und in "Deutsche Postbank" umbenannt. Die "alte" Deutsche Bank ist tot und keiner merkt's.

Funin

13.04.2012, 19:55 Uhr

Auch die Fonds-Abteilung soll dem Investment-Banking angegliedert werden.

Damit sollte man sich von seinen DWS-Fonds trennen, denn die werden künftig nur noch über Optionen zum Spekulieren des eigenen Hauses dienen.

DERRichter

13.04.2012, 20:38 Uhr

Sie haben vollkommen Recht. Der Finanzkapitalismus nimt keine Rücksicht auf altbewährtes, und niemand möge sich einbilden es käme Widerstand vom angeblich ach so bodenständigen Co-Vorstand Fitschen. Der umtriebige, und wahrscheinlich auch intrigensichere, Jain wird schnell klar machen, wer bei der deutschen Bank die Peitsche schwingt. Ade Deutsche Bank, wie wir sie mal kannten.

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