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19.02.2014

13:56 Uhr

Deutsche Bank

Geldhaus spricht offenbar über Jain-Nachfolge

Einem Bericht zufolge schaut sich die Deutsche Bank nach einem Nachfolger für Anshu Jain um. Er soll übernehmen, falls dem Co-Chef doch eine Schuld im Skandal um den manipulierten Zinssatz Libor nachgewiesen werden kann.

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain: War er auch in den Libor-Skandal verstrickt? dpa

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain: War er auch in den Libor-Skandal verstrickt?

Frankfurt Die Deutsche Bank beschäftigt sich einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge mit einem möglichen Ersatz für Co-Vorstandschef Anshu Jain. Für den Fall, dass Jain doch eine Verwicklung in die Affäre um Devisenkurs-Manipulationen nachgewiesen werden könnte, werde „in der Konzernspitze über John Cryan als möglichen Nachfolger diskutiert“, berichtete das „Manager Magazin“ am Mittwoch ohne Angabe von Quellen.

Cryan ist Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bank und sitzt dem Prüfungsausschuss vor. Hauptberuflich ist er aber seit zwei Jahren Europa-Chef des singapurischen Staatsfonds Temasek. Von 2008 bis 2011, während der Finanzkrise, war er Finanzvorstand des schweizerischen Deutsche-Bank-Rivalen UBS.

„Wir äußern uns nicht zu Gerüchten und Tratsch“, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher. Cryan war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In Finanzkreisen wurde der Bericht als unzutreffend zurückgewiesen. Es gebe keine Überlegungen, Jain zu ersetzen. Erst Ende Januar war bekannt geworden, dass die Deutsche Bank ihren Co-Chef im Libor Skandal für unschuldig befunden hat. Dem vorangegangen war laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ eine intensive Prüfung von 60 Millionen Dokumenten durch interne Ermittler.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Dem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge sucht die Bank zudem einen Nachfolger für ihren Chefjuristen Richard Walker. Als geeigneter Kandidat gelte UBS-Vorstandsmitglied Markus Diethelm, der dort seit mehr fünf Jahren Chefjustiziar ist, berichtete das „Manager Magazin“ weiter. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte bereits vor knapp einem Jahr Insidern zufolge Unmut über den US-Amerikaner geäußert. Angesichts der Vielzahl an Problemen sei die Bafin „nicht sehr glücklich“ mit Walker, der weit weg in New York sitze und kein Deutsch spreche.

Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen dementierte damals allerdings, dass die Aufsicht der Bank nahegelegt habe, Walker zu ersetzen. Er sitzt nur im erweiterten Vorstand der Bank, dem „Group Executive Committee“, auf dessen Besetzung die Bafin keinen direkten Einfluss hat.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

19.02.2014, 14:12 Uhr

Hoffentlich kommt der Wechsel bald; Leute wie Jain haben die Bank zur Zockerbank verkommen lassen und dem Standing einer Provinzbank (Abs würde sich im Grabe rumdrehen)

Account gelöscht!

19.02.2014, 14:43 Uhr

Aber Jain ist einer der besten Banker der Welt, der weiß wie man Geld macht und nur - nur darauf kommt es an. Von dem Moralgequatsche und Kulturwandelgedöhns des Fitschen können wir uns nichts kaufen!

Account gelöscht!

19.02.2014, 14:45 Uhr

Jain ist einer der besten Banker der Welt, der weiß wie man Geld macht und nur - nur darauf kommt es an. Vom Standing, dem ständigen Moralgequatsche und Kulturwandelgedöhns des Fitschen können wir uns nichts kaufen. Und eine Unternehmen das nichts liefert von den wir uns was kaufen können ist wertlos!

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