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19.05.2016

23:00 Uhr

Deutsche-Bank-Hauptversammlung

Aktionäre stimmen gegen Bonussystem für Vorstand

Das Aktionärstreffen der Deutschen Bank endet mit einer Meuterei der Investoren gegen die Bezahlung der Spitzenmanager. Aufsichtsratschef Paul Achleitner wird entlastet – erhält allerdings einen Denkzettel.

Während der Hautversammlung war die Verärgerung der Aktionäre über die Skandale der Deutschen Bank deutlich zu spüren, weitere Sonderprüfungen wird es dennoch nicht geben. AFP; Files; Francois Guillot

Deutsche-Bank-Hauptversammlung

Während der Hautversammlung war die Verärgerung der Aktionäre über die Skandale der Deutschen Bank deutlich zu spüren, weitere Sonderprüfungen wird es dennoch nicht geben.

FrankfurtAuf den ersten Blick sieht es nach einer deutlichen Mehrheit aus: Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag stimmen die Aktionäre mit knapp 87 Prozent der Entlastung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner zu. Zustimmungsquoten von weniger als 90 Prozent gelten bei deutschen Aktiengesellschaften allerdings schon als deutlicher Denkzettel. Vor einem Jahr, als über das Kontrollgremium als Ganzes abgestimmt wurde, hatten noch 91 Prozent des vertretenen Kapitals grünes Licht gegeben. In diesem Jahr ließ die Deutsche Bank über die Entlastung der Aufsichtsräte einzeln abstimmen.

Es war nicht der einzige Rückschlag für die Aufseher von Deutschlands mächtigstem Geldhaus. Das vom Aufsichtsrat vorgeschlagene neue Vergütungssystem für den Vorstand der Deutschen Bank ist bei den Aktionären durchgefallen. Nur 48 Prozent des auf der Hauptversammlung vertretenen Kapitals billigte die Richtlinien. Das Votum der Aktionäre ist nicht bindend. Achleitner hat jedoch deutlich gemacht, dass die Bank die Meinung der Aktionäre bei der Ausgestaltung des Vergütungssystems berücksichtigen will.

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Als Vorstandschef führt jetzt John Cryan allein die Deutsche Bank. Auf dem Aktionärstreffen haben sich die Aktionäre der Deutschen Bank aber vor allem auf Aufsichtsratschef Paul Achleitner eingeschossen.

Mehrere einflussreiche Aktionärsberater hatten im Vorfeld empfohlen, das neue System abzulehnen. Dieses regelt vor allem die Boni neu. Danach kann beispielsweise der neue Investmentbanking-Vorstand Jeff Urwin künftig im besten Fall mehr verdienen als Vorstandschef John Cryan.

Damit endet die Hauptversammlung für den ohnehin unter Beschuss stehenden Achleitner mit einer bitteren Note. Schon im Vorfeld der Hauptversammlung war klar, dass nach dem dramatischen Kursverfall der vergangenen Monate und der Affäre um den erzwungenen Rücktritt des internen Chefaufklärers Georg Thoma der Aufsichtsrat im Zentrum der Kritik stehen würde.

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Der Co-Vorstandsvorsitzende, John Cryan, bekommt viel Lob; Noch-Co-Chef Jürgen Fitschen wird mit warmem Applaus verabschiedet; Blitzableiter für die Kritik der Aktionäre ist Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Die Kollegen des prominenten Wirtschaftsjuristen hatten Thoma aus dem Kontrollgremium gedrängt, weil sein Aufklärungsfuror angeblich die Bank lähmte. Achleitner verteidigte seine Linie: Am Rücktritt Thomas, den er einst selbst in den Aufsichtsrat geholt hatte, habe kein Weg vorbeigeführt. Ansonsten sei die Bank auf dem richtigen Weg: „Die Ziele stimmen, der Weg ist klar definiert, der neue Vorstand kommt gut voran.“

Die Eigentümer sind sich da nicht so sicher: „In absehbarer Zeit wird die Deutsche Bank ein Restrukturierungsfall bleiben“, klagt Hans-Christoph Hirt, Co-Chef der einflussreichen Aktionärsvertretung Hermes. „Sie sollen hier nicht rumjammern, sondern das Unternehmen nach vorne bringen“, fordert Aktionär Karl-Walter Freitag von Achleitner.

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