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30.09.2016

00:49 Uhr

Deutsche Bank

Hedgefonds-Abzug steigert den Druck

VonFrank Wiebe

Die Nachricht über den Abzug von Geschäft durch Hedgefonds sorgt für Nervosität. Doch Panik wäre eine emotionale Reaktion. Was enthüllt ein nüchterner Blick aufs Geschäftsmodell der Deutschen Bank?

Druckt steigt, Aktienkurs fällt: Abermals hat ein Medienbericht die Deutsche Bank in Schwierigkeiten gebracht. AP

Deutsche Bank

Druckt steigt, Aktienkurs fällt: Abermals hat ein Medienbericht die Deutsche Bank in Schwierigkeiten gebracht.

New YorkWenn der Ruf einer Bank erstmal angekratzt ist, lassen selbst kleine Anlässe die Nervosität hochkochen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg brachte mit einer Meldung über den Abzug von Kundengeld den Kurs der Deutschen Bank im New Yorker Handel schwer unter Druck. Das beeinflusste sogar die gesamte Börsentendenz an der Wall Street.

Offenbar haben rund zehn Hedgefonds entschieden, ihr Derivate-Geschäft mit der Deutschen Bank einzuschränken, darunter Millennium Partners, Rokos Capital Management und Capula Investment. Die Mehrzahl der rund 200 Kunden in dem Bereich bleibt allerdings bei der Stange. Sie nutzen die Bank als Clearing-Haus für ihre Derivate-Geschäfte – also letztlich zur Abwicklung von Käufen und Verkäufen.

Ein Sprecher der Bank sagte gegenüber Bloomberg, er vertraue darauf, dass die „große Mehrheit“ der Kunden „in vollem Umfang“ verstehe, wie „stabil die finanzielle Position“ der Bank sei. Zu einer weitergehenden Stellungnahme war niemand zu erreichen.

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Die Deutsche Bank braucht keine Staatshilfe, das haben Bundesregierung und Vorstandschef John Cryan klar festgestellt. Doch im Finanzministerium muss man auch das Undenkbare denken. Die Spekulationen halten sich.

Dass die Nachricht so hohe Wellen schlug, ist verständlich. Wenn Bank-Kunden ihr Risiko reduzieren, wollen sie sich damit für den Fall absichern, dass die Bank in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Sobald derartiges Verhalten um sich greift, kann es sich wie eine Panik ausbreiten und damit selbst Geldhäuser unter Druck bringen, deren Finanzen eigentlich in Ordnung sind. Daher ruft die Nachricht ungute Erinnerungen an die letzte Finanzkrise wach, auch wenn entsprechende Befürchtungen wahrscheinlich weit übertrieben sind.

Mit schlechten Nachrichten Geld verdienen

Die Bank ist seit Monaten ins Visier von Hedgefonds geraten, die auf den Verfall der Aktie setzen und damit an jeder schlechten Nachricht verdienen. Und schlechte Nachrichten gab es genug.

Die US-Behörden verlangen 14 Milliarden Dollar Bußgeld für Verfehlungen der Bank aus der Zeit der Finanzkrise. Der Betrag ist nicht mehr weit von der derzeitigen Börsenbewertung entfernt. Die Bank hat deutlich gemacht, dass sie diese Summe nicht zahlen will und hofft, sie weit herunterhandeln zu können. Allerdings ist nicht ganz klar, welche Argumente das bewirken sollen.

Wenig hilfreich war in den letzten Tagen auch eine öffentliche Diskussion darüber, ob im schlimmsten Fall die Bundesregierung die Bank unterstützten würde. Bank-Chef John Cryan behauptete tapfer, das sei kein Thema für ihn. Für die Märkte war es aber durchaus ein Thema.

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Die Regierung streitet ab, über einen Notfallplan nachzudenken. Das schafft zusätzliche Verunsicherung. Auf der anderen Seite hätte die Aussage, man arbeite bereits an einem derartigen Plan, die Panik wahrscheinlich noch vergrößert, daher ist allen Aussagen zu dem Thema nur bedingt Bedeutung zuzumessen.

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