Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2014

10:35 Uhr

Deutsche Bank im Visier

Dark Pools sollen transparenter werden

Klare Regeln für den Aktienmarkt: Die intransparenten Handelsplattformen, sogenannte Dark Pools, bekommen strengere Auflagen. Die Geheimhaltung war in der Branche immer als Vorteil angepriesen worden.

Dunkel und undurchsichtig: Die Dark Pools sollen geöffnet werden. dpa

Dunkel und undurchsichtig: Die Dark Pools sollen geöffnet werden.

FrankfurtOb es ihnen gefällt oder nicht, die Banken öffnen ihre Dark Pools – also die intransparenten Handelsplattformen, über die beispielsweise 17 Prozent des Handels am rund 24 Billionen Dollar (18,6 Billionen Euro) schweren US-Aktienmarkt läuft.

Ein Teil der außerbörslichen Märkte hat bereits die Regeln veröffentlicht, nach denen sich der Handel vollzieht. Bislang waren diese Regeln nicht allgemein bekannt. Veranlasst hat die Offenlegung nicht zuletzt die Anklage, die der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman gegen Barclays erhoben hat. Die britische Bank soll demnach Kunden über die Anwesenheit von Hochfrequenzhändlern auf ihrem Handelsplatz in die Irre geführt haben.

Banken und Brokerhäusern fällt es immer schwerer, die Aktivitäten an ihren Plattformen mit dem Mäntelchen des Schweigens abzudecken. Auch die Dark Pools von Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS sind ins Visier des Generalstaatsanwalts geraten, wie Bloomberg von einer mit den Untersuchungen vertrauten Person erfuhr, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC untersucht die Branche ebenfalls, wie SEC-Chefin Mary Jo White erklärte. „Ich habe die SEC-Mitarbeiter darum gebeten, für die Kommission Vorschläge vorzubereiten, wie wir mehr Informationen über alternative Handelssysteme zur Verfügung gestellt bekommen und diese der Öffentlichkeit zugänglich machen”, erklärte White. Die US-Finanzmarkt-Aufsicht Financial Industry Regulatory Authority (Finra) will auf ihrer Tagung am heutigen Freitag darüber entscheiden, ob die alternativen Handelsplattformen verpflichtet werden sollen, mehr Daten weiterzugeben.

Kunden verlangen immer mehr Informationen darüber, wie ihre Aufträge ausgeführt werden, sagt John Cosenza, Co-Chef für elektronischen Handel beim Brokerhaus Cowen & Co. in New York. „Die Anfragen sind bei uns deutlich angestiegen”, sagt Cosenza, dessen Firma keinen Dark Pool betreibt. „Die Nachfrage nach einer größeren Transparenz in der Branche scheint nicht nachzulassen.”

Bloomberg LP, die Muttergesellschaft von Bloomberg News, ist an dem Dark-Pool-Betreiber Bids Trading LP beteiligt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×