Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.03.2016

17:18 Uhr

Deutsche Bank

Investmentbanking-Chef kann mehr verdienen als Cryan

Der Investmentbanking-Chef der Deutschen Bank darf sich freuen: Jeff Urwin kann auch nach dem neuen Vergütungssystem mehr verdienen als Vorstandschef John Cryan. Noch haben die Aktionäre dem aber nicht zugestimmt.

Angesichts des desaströsen Jahres hatte die Bank alle variablen Zahlungen an die Vorstände gestrichen. dpa

Boni gestrichen

Angesichts des desaströsen Jahres hatte die Bank alle variablen Zahlungen an die Vorstände gestrichen.

FrankfurtDer neue Investmentbanking-Vorstand Jeff Urwin kann bei der Deutschen Bank künftig im besten Fall mehr verdienen als Vorstandschef John Cryan. Nach dem neuen Vergütungssystem, über das die Aktionäre im Mai abstimmen sollen, kann Urwin in einem glänzenden Jahr für seine Sparte auf einen Verdienst von 13,2 Millionen Euro kommen.

Für Cryan liegt die Obergrenze bei 12,5 Millionen Euro. Das geht aus der am Donnerstag von der Bank veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung am 19. Mai hervor. Hohe Vergütungen für Investmentbanker haben bei der Deutschen Bank Tradition. Auch Cryans Vorgänger Anshu Jain hatte in seiner Zeit als oberster Investmentbanker in guten Jahren mehr bekommen als der damalige Vorstandschef Josef Ackermann.

Auch in einem „normalen Jahr“ kommt der von JPMorgan abgeworbene Investmentbanker Urwin mit 8,5 Millionen Euro fast an Cryans Gehalt heran. Für das laufende Jahr hat der Aufsichtsrat die Gehälter für alle Vorstände aber auf jeweils maximal 9,85 Millionen Euro gedeckelt – wie in den vergangenen Jahren auch. Dass sie diesen Betrag erreichen, ist angesichts der düsteren Aussichten für die Banken freilich unwahrscheinlich. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank angesichts eines Verlusts von fast sieben Milliarden Euro alle variablen Zahlungen an die Vorstände gestrichen.

Cryans Grundgehalt – und das seines zur Hauptversammlung scheidenden Co-Vorstandschefs Jürgen Fitschen – bleibt auch nach dem neuen System bei 3,8 Millionen Euro. Es ist damit gleichwohl das höchste Fixum bei einem der 30 Unternehmen im Leitindex Dax. Die übrigen Deutsche-Bank-Vorstände bekommen je 2,4 Millionen Euro garantiert.

Die möglichen Millionen-Boni für Urwin sind der Neuregelung der Vorstandsvergütung geschuldet. Seit dem Umbau des Gremiums sind dort nämlich auch vier Chefs der operativen Sparten vertreten. Bei ihnen richten sich die variablen Vergütungen nicht nur nach dem kurz- und langfristigen Erfolg der gesamten Bank, sondern auch danach, wie ihre Sparten im betreffenden Jahr abschneiden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×