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11.06.2013

19:33 Uhr

Deutsche Bank

Jain warnt vor Trennbank-System

Der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank Anshu Jain spricht sich gegen die Abschaffung des Universalbankensystems aus und warnt vor einer Überregulierung. Die Banken hätten die Fehler der Vergangenheit längst behoben.

Anshu Jain, Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, hat sich am Dienstagabend in Frankfurt dafür eingesetzt die Universalbanken zu erhalten. Reuters

Anshu Jain, Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, hat sich am Dienstagabend in Frankfurt dafür eingesetzt die Universalbanken zu erhalten.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat abermals eindringlich davor gewarnt, das Universalbankensystem aufzugeben. Geldhäuser, die sich auf das Einlagen- und das Kapitalmarktgeschäft stützten und damit ein breites Fundament hätten, hätten sich über Jahrzehnte bewährt, sagte Co-Vorstandschef Anshu Jain am Dienstagabend in Frankfurt laut vorab verbreitetem Redetext. Die Deutsche Bank sei eines der prominentesten Beispiele dafür.

Zwar hätte auch sein Haus vor der Finanzkrise Fehler gemacht und sei in einigen Bereichen zu große Risiken eingegangen, räumte Jain ein, der selbst jahrelang das Investmentbanking geleitet hat, bevor er vor einem Jahr an die Konzernspitze rückte.

Doch die Fehler der Vergangenheit wurden nach seinen Worten nicht nur teuer bezahlt, sondern sind längst behoben: Die Bilanzsumme wurde reduziert, der Eigenhandel eingestellt und die Kapitaldecke gestärkt. Andere Banken hätten es ähnlich gemacht und seien den verschärften Anforderungen der Aufseher nachgekommen.

„In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Bankensektor in einem beispiellosen Tempo reformiert – aber jetzt gibt es in Europa die Gefahr, dass das Pendel zu weit schwingen könnte.“ Die Branche ächze unter Überregulierung. Jain verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Finanztransaktionssteuer sowie die verschärften Kapitalvorgaben für systemisch relevante Geldhäuser (Sifis).

Am Vortag hatte bereits Jains Kollege Jürgen Fitschen vor einer massiven Verteuerung von Bankgeschäften durch eine Überregulierung des Finanzsektors gewarnt. Auf einer Konferenz der FDP-Fraktion in Berlin betonte er, es gebe keine tragfähigen Gründe dafür, das Universalbankensystem durch ein Trennbanken-Modell zu ersetzen. Wer dennoch diesen Weg verfolge, müsse wissen, dass dadurch Kosten entstünden.

Das Trennbanken-Modell ist in Deutschland längst keine theoretische Überlegung mehr: Bundestag und Bundesrat haben inzwischen ein Gesetz verabschiedet, das den Instituten vorschreibt, ab 2016 riskante Geschäftsteile vom klassischen Einlagengeschäft abzutrennen. Damit sollen die Sparer und Steuerzahler besser vor Spekulationen der Banken geschützt werden. Experten zufolge wird es am Ende in punkto Kosten darauf ankommen, wo genau die Trennlinien gezogen werden.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

11.06.2013, 19:59 Uhr

Donnerwetter. Die Kommentarzeile ist mal wieder aktiv. Auf Banken darf man also schimpfen. Auf die Vorgänge in der Türkei und über den Gewaltmenschen und Islamisten Erdowahn aber nicht. Das stört wohl die "Beitrittsverhandlungen", die EU mit diesem totalitärem Regime betreibt - auf Druck des Großen Bruders über dem Atlantik.

Brasil

11.06.2013, 20:00 Uhr

"Trennbanken sind die falsche Antwort auf die Krise"
Da hat die DB wirklich einmal recht!
Das ganze Bankensystem sollte aus der Staatsfinanzierung ausgeschlossen werden und die Staaten sollte ihre wichtigsten Aufgaben einfach selbst erledigen und ihre Rechte, die sie leichtsinnergerweise oder gar aus purer Dummheit, abgegeben haben, wieder zurueckholen!
Die Banken koennten dann mit ihren Kunden machen, was die ihnen in ihrer grenzenlosen Gier gestatten, aber ausschliesslich mit deren Geld. Nicht mehr und nicht weniger! So einfach ist das!

Nachrechner

11.06.2013, 20:28 Uhr

@Brasil: Es ist absolut richtig, dass Bankensektor und Staat getrennt werden müssen. Der Wirkungszusammenhang ist aber genau umgekehrt. Neben einer generell strengeren Bankenreguluierung müssen insbesondere die politisch gewollte Anreize für Banken, Staatsanleihen zu kaufen oder Kredite an Staaten zu vergeben, wegfallen. Derzeit müssen Banken kein Eigenkpital für slche Anleihen/Kredite halten. Wo dies hinführt, haben wir bei den zyprischen Banken gesehen, die sich massiv in griechischen Anleihen verspekuliert hatten. Für die Staaten bedeutet dies aber, dass die Staatsschuldenparty nicht mehr ganz so einfach und so billig weitergeht. Dies wäre gut, da Staatsverschuldung letztendlich die Ursache der Probleme in Europa sind. Die Schuldenobergrenze der Maastricht-Kriterien werden schon seit 2002 verletzt, also lange vor der jetzigen Finanzkrise.

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