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09.11.2015

17:13 Uhr

Deutsche Bank

Kahlschlag verschont Geschäft in Indien

Vorletzte Woche kündigte die Deutsche Bank ihren Rückzug aus zehn Ländern an, um die Gewinnentwicklung wieder anzukurbeln. Ein Land wurde dabei ausgespart: Indien.

Indien ist das einzige Land außerhalb Europas, in dem die Deutsche Bank Filialen unterhält. Reuters

Deutsche Bank

Indien ist das einzige Land außerhalb Europas, in dem die Deutsche Bank Filialen unterhält.

MumbaiIn Indien unterhält die Deutsche Bank 17 Filialen und vergibt über sie - was ungewöhnlich ist - Kredite an Firmen- und an Privatkunden. Es ist das einzige Land außerhalb Europas, in denen das Institut Filialen unterhält. Ebenso ungewöhnlich: In Indien konnte die Deutsche Bank die Probleme mit notleidenden Krediten vermeiden, unter denen ihre Konkurrenten wie etwa Standard Chartered leiden. Ganz im Gegenteil: Die Deutsche-Bank-Tochter konnte in dem Jahr bis Ende März ihren Jahresgewinn fast verdoppeln und verzeichnete unter den fünf größten in Indien tätigen Banken die niedrigste Quote fauler Kredite, wie die jüngsten Pflichtmitteilungen an die Zentralbank zeigen.

„Die Deutsche Bank hat hier ein sehr gesundes Kreditbuch aufgebaut, indem sie sich auf das Firmenkundengeschäft konzentrierte“, sagte Ashvin Parekh, Managing Partner bei dem Finanzberater Apas in Mumbai. „Ihre Entwicklung ist in Indien besser als in vielen anderen Märkten. Das ist einer der Gründe für die Entscheidung, das Indiengeschäft fortzuführen.”

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Künftig soll der bisherige Russland-Chef der Deutschen Bank von Frankfurt aus Kunden in Mittel- und Osteuropa betreuen. Mit der Geldwäsche-Affäre soll das nichts zu tun haben. Nun steht fest, wer die Nachfolge antritt.

Töchter ausländischer Banken in Indien müssen ihre Zahlen nur einmal im Jahr melden, daher sind keine Vergleichszahlen zu den weltweiten Zahlen verfügbar, die die Deutsche Bank für das Quartal bis September veröffentlicht hat. Wenn sich die Entwicklung der indischen Tochter für den Rest dieses Jahres fortsetzt, dann wäre diese ein Lichtblick in dem Konzern, der seinen höchsten Quartalsverlust seit mindestens einem Jahrzehnt bekanntgegeben hat.

Um die Profitabilität zu verbessern, hat Co-Vorstandschef John Cryan den Rückzug aus zehn Ländern wie Argentinien oder Neuseeland und einen Stellenabbau um etwa ein Viertel verkündet. Cryan hatte im Juli Anshu Jain abgelöst und wird alleiniger Vorstandschef, wenn auch Jürgen Fitschen im Mai zurücktritt. Jain, ein in Indien geborener Brite, war seit 1995 bei der Deutschen Bank und ist noch bis Januar als Berater für die Bank tätig.

Cryan hat Indien verschont, doch Einschnitte sind nicht ausgeschlossen. Auch Russland stand nicht auf der Liste der zehn Länder, obwohl die Bank vor dem Hintergrund einer Untersuchung wegen des Verdachts auf Geldwäsche Investmentbanking und Handel dort einstellt. In Indien verkaufte die Deutsche Bank im August ihre Vermögensverwaltungssparte an Prudential Financial, um sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren.

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