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02.03.2012

18:14 Uhr

Deutsche Bank

Kanzlei legt im Streit mit Kirch-Erben Mandat nieder

Der zehnjährige Rechtsstreit zwischen Kirch und der Deutschen Bank geht im April weiter. Allerdings braucht die Bank einen neuen Anwalt, denn ihr bisheriger Rechtsvertreter hat sein Mandat niedergelegt.

Der Medienunternehmer  Leo Kirch bei einer Fortsetzung seines Schadenersatzprozess 2011. dpa

Der Medienunternehmer Leo Kirch bei einer Fortsetzung seines Schadenersatzprozess 2011.

MünchenDie Kanzlei Sernetz Schäfer, die die Deutsche Bank und ihren Ex-Chef Rolf Breuer bislang im Prozess wegen der Insolvenz des Kirch-Konzerns vertreten hat, wird in dem Verfahren nicht mehr für Deutschlands größtes Kreditinstitut tätig sein. Sie bestätigte der Wirtschaftswoche, dass ihr Anwalt Manfred Wolf das Mandat niedergelegt habe. Im Umfeld der Deutschen Bank wird das ebenfalls bestätigt. Zu den Gründen wollten sich beide Seiten nicht äußern, weil man Stillschweigen vereinbart habe.

Auf Seiten der Kirch-Kläger heißt es, dass mögliche Interessenkonflikte den Ausschlag gegeben hätten. Bereits mehrfach kam im Prozess die Frage auf, ob die Kanzleien gleichzeitig für die Bank und Breuer tätig sein könnten. Angeblich ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft wegen Parteiverrat, was diese allerdings nicht bestätigt. Die Deutsche Bank lässt sich in dem Verfahren vor allem von Hengeler Müller vertreten, die Kirch-Seite von der Münchner Kanzlei Bub Gauweiler.

Nach den gescheiterten Vergleichsgesprächen und dem abgewiesenen Befangenheitsantrag geht der Schadenersatzprozess dim April weiter. Das Oberlandesgericht (OLG) München teilte am Freitag mit, zunächst werde die mündliche Verhandlung am 18. April fortgesetzt. Ein weiterer Termin sei auf den 2. Mai bestimmt worden. Das Gericht wolle mit der Beweisaufnahme fortfahren. Prominente Zeugen stehen nicht auf der Liste.

Der erbittert geführte Rechtsstreit läuft bereits seit zehn Jahren. Die Erben von Leo Kirch werfen der Deutschen Bank und ihrem Ex-Chef Rolf Breuer vor, durch abfällige Aussagen in einem Interview die Pleite des Medienunternehmens verursacht zu haben. Die Bank bestreitet diese Darstellung. Erst diese Woche hatte das Frankfurter Geldhaus einen fertig ausgehandelten Vergleich über gut 800 Millionen Euro platzen lassen. Aus Sicht der Bank ist der zuständige OLG-Richter Guido Kotschy befangen, ein entsprechender Antrag wurde aber von der Justiz aber abgelehnt.

Von

rtr

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