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04.09.2012

13:16 Uhr

Deutsche Bank

„Kein Geld verdienen ist auch keine Lösung“

VonTobias Döring

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, skizziert bei der Handelsblatt Jahrestagung die neue Strategie. Für den geplanten „Kulturwandel“ führten radikale Lösungen nicht weiter, schöne Broschüren aber auch nicht.

Das Vertrauen ist weg: "Wir sind einsichtig"

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FrankfurtDie Bankenbranche hat derzeit viele Probleme, aber kaum griffige Lösungen. Aktuelle Skandale wie die Libor-Manipulationen und Iran-Geschäfte, dazu das beinahe täglich schwindende Vertrauen der Kunden: Die Institute kämpfen an vielen Fronten gleichzeitig. Die Deutsche Bank hatte sich Ende Juli einen „Kulturwandel“ auf die Fahnen geschrieben. Den benötigt die gesamte Branche – und Deutschlands größtes Finanzinstitut will der Vorreiter sein.

Heute war es an Jürgen Fitschen, etwas Licht ins Dunkle des geplanten „Kulturwandels“ zu bringen und dabei auch zu erläutern, wie das Geschäftsmodell seines Instituts nach dem Wandel aussehen soll. Der Co-Chef der Deutschen Bank gab auf der Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt auch gleich einen Einblick, zwischen welchen Polen die Deutsche-Bank-Spitze bei der Neuausrichtung pendelt.

„Nur zu sagen: Wir wollen doch ein fairer Partner sein, aber mit dem Geld verdienen haben wir ein Problem, ist auch keine Lösung“, sagte Fitschen. Der 63-Jährige warb um Verständnis, dass nicht das gesamte Geschäftsmodell der Universalbank auf den Kopf gestellt werden kann. „Ich behaupte, dass wir einsichtig sind, dass wir Konsequenzen gezogen haben und dass wir noch mehr Konsequenzen ziehen werden.“

Doch Fitschen weiß, dass er nach der Ankündigung des „Kulturwandels“ auch liefern muss. „Schöne Broschüren, wo alles beschrieben ist, werden uns nicht weiterbringen“, sagte Fitschen. Konkreteres blieb der Deutsche-Bank-Co-Chef allerdings schuldig. Nur so viel: „Radikale Lösungen führen nicht weiter.“

Das Führungsduo Fitschen und Anshu Jain will heute in einer Woche (Dienstag, 11. September) Details der künftigen Strategie der Deutschen Bank der Öffentlichkeit vorstellen. Dabei steht dann nicht nur der angestrebte „Kulturwandel“ im Vordergrund. Fitschen und Jain werden auch erklären, wie das gewandelte Institut in Zukunft Geld verdienen will.

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Fitschen sagte, dass das Renditepotenzial der Branche insgesamt langfristig bei 14 bis 15 Prozent liege. Vorgänger Josef Ackermann hatte das Ziel einer Vorsteuerrendite von 25 Prozent verfolgt. Finanzprodukte wie Zertifikate seien weiterhin ein Bestandteil des Geschäfts. „Es muss ein Klima geben, wo wir auch mit neuen Finanzprodukten unsere Kunden beglücken dürfen“, sagte Fitschen.

Kommentare (15)

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04.09.2012, 13:41 Uhr

Doch genau darum geht es.

Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie besser schlafen.

Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt. Ein einzigartiges Betrugssystem. Der ESM hat nahezu die gleichen Strukturen wie die FED. Die Versklavung wird damit auf EU Ebene hochgefahren.

Tacheles

04.09.2012, 13:52 Uhr

Natürlich ist kein Geld zu verdienen keine Lösung, Herr Fitschen. Mit dem Geld der Girokonten und angeblich sicheren Spareinlagen gutgläubiger Kunden in hochriskante Investments zu gehen und sich im Verlustfall von den Steuerzahlern retten zu lassen aber auch keine.
Wir werden verfolgen, ob ihr "Kulturwandel" den Wandel hin zu den moralischen Werten unserer Gesellschaft beinhaltet oder, ob ihre Äußerung uns schon auf diesbezügliche Kompromisse vorbereiten sollen?

Vicario

04.09.2012, 14:45 Uhr

„Kein Geld verdienen ist auch keine Lösung“ . Welch eine Weisheit..? Der Mann hat wohl garnicht begriffen, daß man Geld auch mit Arbeiten verdienen kann und nicht mit Spekulationen (..). Das Geld vom Steuerzahler für 1 % zu holen und dem Steuerzahler dann für 17 % zu verleihen ist wohl eine tolle Arbeitsleistung dieser Bänker..?(..). Für diese Leistung benötigen sie auch nicht Analytiker mit Hoshschulbildung, hier würden für die Arithmetik auch Hauptschulabgänger reichen !+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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