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28.01.2016

12:54 Uhr

Deutsche Bank

Keine Boni für Vorstandsmitglieder

VonLeonidas Exuzidis, Laura de la Motte

Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan hat in Frankfurt den Rekordverlust erklärt. Er fühle sich persönlich verantwortlich für das Ergebnis. Der gesamte Vorstand wird für 2015 auf Boni verzichten. Das Liveblog zum Nachlesen.

Die beiden Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und John Cryan, zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz in der Zentrale der Deutschen Bank. dpa

Deutsche Bank

Die beiden Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und John Cryan, zu Beginn der Bilanz-Pressekonferenz in der Zentrale der Deutschen Bank.

Frankfurt am MainDie schlechte Nachricht sickerte schon während des Weltwirtschaftsforums in Davos durch. Die Deutsche Bank verkündete in der vergangenen Woche einen Rekordverlust an. Auf die detaillierte Erklärung mussten Investoren und Öffentlichkeit aber noch bis Donnerstag warten. Co-Chef John Cryan informierte die Journalisten in Frankfurt – mehr als zweieinhalb Stunden dauerte die Pressekonferenz. Hier das Protokoll.

  • Im Jahr 2015 machte die Deutsche Bank 6,8 Milliarden Euro Verlust.
  • Co-CEO macht seine persönliche Betroffenheit deutlich, unterstreicht jedoch auch die Fortschritte im abgelaufenen Jahr.
  • Rechtsrisiken stellen weiter eine große Herausforderung dar.

+++ Höhepunkt der Sanierungen +++

Es hat viel Redebedarf zur Rekord-Negativbilanz gegeben: Nach mehr als zweieinhalb Stunden bedankt sich die Deutsche Bank bei den Medienvertretern – und beendet die Pressekonferenz. Trotz ausführlicher Erklärungen und Zuversichtsbekundungen bleibt bei vielen die Frage, ob und wann sich der Umbau bei der Bank positiv in der Bilanz niederschlägt. 2016 werde der Höhepunkt der Sanierungen. Die Neuaufstellung brauch allerdings „Zeit, Entschlossenheit und Geduld“.

+++ Die Pläne für 2016 +++

Nach dem Milliardenverlust hofft Finanzvorstand Schenck auf Besserung im Jahr 2016. „Wir streben keinen Verlust an, aber wir können es nicht voll ausschließen.“ Einer der Hauptgründe: Ungewisse Rechtsstreitigkeiten.

+++ Cryan über Erträge im Investmentbanking +++
Cryan äußert sich zum schwächelnden Investmentbanking. "Wir sehen eine gewisse Erosion der Erträge, weil wir uns aus einigen Geschäften zurückziehen, aber wir haben auch einige wichtige Mitarbeiter verloren. Für eine Bank in der Transformation ist es nicht so leicht, zusätzliche Erträge zu gewinnen."

+++ Fitschen über Brexit +++

Über einen möglichen Brexit sagt Jürgen Fitschen: „Es wird nur Verlierer geben. Was es für die Deutsche Bank bedeutet, wissen wir nicht. Wir denken über dieses Thema nach und werden handlungsfähig sein, falls notwendig. Wir hoffen aber auf Vernunft.“

+++ Rechtsrisiken im vierten Quartal +++

Im vierten Quartal sind keine neuen Rechtsrisiken aufgetaucht, sagt Cryan.

+++ Keine Boni +++

Der Aufsichtsrat hat entschieden, für 2015 keine Boni für Vorstandsmitglieder auszuschütten. Das gilt sowohl für diejenigen, die 2015 ausgeschieden sind als auch für die, die bis heute im Vorstand sind. „Der Bonuspool für die Bank wird in diesem Jahr um einen beträchtlichen Betrag kleiner ausfallen. Ich denke, das ist auch richtig so“, sagt Cryan. OB es auch im kommenden Jahr keine Boni gebe, hänge schlichtweg von der Performance der Bank ab, so Cryan.

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Das stolze Geldhaus ist zu einem Sanierungsfall verkommen. Sogar im Investmentbanking ging es bergab. Bislang verzeihen die Investoren die Milliardenverluste noch. Aber das wird nicht ewig so bleiben. Ein Kommentar.

+++ Cryan fühlt sich verantwortlich +++

Angesichts des Milliardenverlustes im Jahr 2015 sagt Cryan: „Ich fühle mich persönlich verantwortlich für den Verlust von sieben Milliarden Euro.“

+++ Cryan spricht englisch +++

Co-Chef John Cryan wechselt nun ins Englische, als es um den desolaten Aktienkurs geht. „Wir glauben, dass der Aktienkurs wieder steigt, wenn wir unsere Strategie weiter verfolgen.“

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

+++ Anderes Ergebnis für 2016

Für das Jahr 2016 kündigt Finanzvorstand Marcus Schenck an: „Wir wollen keinen so großen Verlust machen.“ Man werde, so Schenck, die Restrukturierungsaufwendungen so managen, dass die Kernkapitalquote nicht weiter gefährdet werde.

+++ Lob für die Mitarbeiter +++

Der Co-CEO bricht zum Abschluss eine Lanze für die Mitarbeiter der Deutschen Bank. "Kurz gesagt Unsere Mitarbeiter sind erstklassig." Die große Mehrheit sei bereit, die notwendigen Veränderungen anzugehen. „Ich bin stolz darauf, die Deutsche Bank in diesen Zeiten zu führen.“

+++ Cryans Zuversicht +++

„Meine Zuversicht beruht auf den Stärken der Deutschen Bank, der engen Kundenbeziehungen weltweit und allen voran auf der Qualität und dem Engagement unserer Mitarbeiter“, fügt er hinzu.

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