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19.01.2007

12:05 Uhr

Deutsche Bank

Kirch fordert 1,4 Milliarden

VonC. Potthoff

Leo Kirch verlangt fast 1,4 Mrd. Euro von der Deutschen Bank wegen der Pleite seines Imperiums im Jahr 2002. Das Kreditinstitut weist die Vorwürfe des Medienunternehmers zurück. Rolf Breuer hatte in Folge der Kirch-Affäre im vergangenen Jahr seinen Posten als Aufsichtsratschef der Deutschen Bank aufgegeben.

FRANKFURT. Der Medienunternehmer Leo Kirch verlangt fast 1,4 Mrd. Euro von der Deutschen Bank wegen der Pleite seines Imperiums im Jahr 2002. In einem Schreiben an die Deutsche Bank fordern Kirchs Anwälte, die Summe müsse bis zum 30. Januar beglichen werden. Andernfalls würden gerichtliche Schritte eingeleitet. Mit dem Schreiben, das gestern bekannt wurde, konkretisiert der Ex-Medienzar erstmals seine Forderungen an Deutschlands größte Bank.



Diese wies die Ansprüche prompt zurück. „Die Schadensersatzforderungen sind substanzlos“, sagte ein Banksprecher auf Anfrage. Im Januar vergangenen Jahres hatte der Bundesgerichtshof (BHG) die Bank und ihren früheren Vorstandssprecher Rolf Breuer zwar grundsätzlich als schadensersatzpflichtig eingestuft. Zur konkreten Höhe etwaiger Ansprüche hatte sich der BGH damals jedoch nicht geäußert. Diese muss Kirch jetzt erst mittels einer so genannten Leistungsklage konkretisieren. In diesem Verfahren muss er zudem den Beweis dafür erbringen, dass der Schaden tatsächlich auf das berühmte Interview Breuers aus dem Jahr 2002 zurückgeht. Breuer hatte damals Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert: „Was man darüber hören und lesen kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht mehr bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Kirch sieht darin den Grund für die Insolvenz seines Imperiums kurz darauf.



Die Deutsche Bank will davon nichts wissen. Das Schreiben mit der Milliardenforderung sei ein weiterer Versuch Kirchs, von seiner Verantwortung für den Zusammenbruch seiner Firmengruppe abzulenken, sagte der Banksprecher am Donnerstag: „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Interview und dem behaupteten Schaden. Einer etwaigen Klage werden wir entschlossen entgegentreten".



Der BGH hatte in seiner Entscheidung im Januar mögliche Ansprüche Kirchs ohnehin auf einen Teil des zusammengebrochenen Imperiums beschränkt. Dabei handelt es sich um die Print-Beteiligungs GmbH, bei der Kirch seine Anteile am Springer-Verlag gebündelt hatte. Zugleich hatte der Richter beiden Seiten einen Vergleich nahe gelegt. Dazu ist es aber bisher nicht gekommen. Damit zeichnet sich eine längere juristische Auseinandersetzung ab. Breuer selbst hatte in Folge der Kirch-Affäre im vergangenen Jahr seinen Posten als Aufsichtsratschef der Deutschen Bank aufgegeben.

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