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20.05.2016

17:22 Uhr

Deutsche Bank

Kritik der Aktionäre am Bonussystem zeigt Wirkung

Das hat gesessen: Auf der Hauptversammlung stimmte die Mehrheit der Anteilseigner gegen die Gehaltsregeln für die Vorstände des Geldhauses. Die Bank will das Votum ernst nehmen – und die Vergütungsrichtlinien überdenken.

Am Donnerstag hatten in einer nicht bindenden Abstimmung nur 48 Prozent des vertretenen Kapitals die neuen Vergütungsrichtlinien der Bank gebilligt. dpa

Hauptversammlung der Deutschen Bank 2016

Am Donnerstag hatten in einer nicht bindenden Abstimmung nur 48 Prozent des vertretenen Kapitals die neuen Vergütungsrichtlinien der Bank gebilligt.

FrankfurtDie Deutsche Bank erwägt nach einer Abstimmungspleite auf der Hauptversammlung eine Anpassung ihres Vergütungssystems. Das Geldhaus sei nicht gezwungen, die Bonus-Regeln für Vorstände zu überarbeiten, sollte dies aber tun, „nach Konsultation mit Investoren“, erklärte Hans-Christoph Hirt vom britischen Aktionärsberater Hermes am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Bank selbst verwies auf Äußerungen von Aufsichtsratschef Paul Achleitner auf dem Aktionärstreffen. „Wir nehmen die kritischen Anmerkungen sehr ernst und werden diese eingehend prüfen“, hatte Achleitner gesagt. Das Vergütungssystem müsse transparent sein und „sowohl in schlechten als auch in guten Zeiten einen adäquaten Anreiz zur Erbringung bester Leistungen“ schaffen.

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Das Aktionärstreffen der Deutschen Bank endet mit einer Meuterei der Investoren gegen die Bezahlung der Spitzenmanager. Aufsichtsratschef Paul Achleitner wird entlastet – erhält allerdings einen Denkzettel.

Am Donnerstag hatten in einer nicht bindenden Abstimmung nur 48 Prozent des vertretenen Kapitals die neuen Richtlinien gebilligt. Glass Lewis und andere einflussreiche Aktionärsberater hatten im Vorfeld dagegen protestiert. Im neuen System könnten einzelne Vorstände aus Sicht von Glass Lewiss zu hohe Zahlungen einstreichen. Zudem seien die Kriterien, an denen sich Bonuszahlungen orientierten, nicht transparent genug.

Dem neuen Vergütungssystem gemäß könnte der neue Investmentbanking-Vorstand Jeff Urwin künftig im besten Fall mehr verdienen als Vorstandschef John Cryan. In einem glänzenden Jahr für seine Sparte kann er auf bis zu 13,2 Millionen Euro kommen. Für Cryan liegt die Obergrenze bei 12,5 Millionen. In einem „normalen Jahr“ käme der von JPMorgan abgeworbene Urwin mit 8,5 Millionen Euro fast an Cryans Gehalt heran.

Seit dem Umbau des Vorstands sind dort auch vier Chefs operativer Sparten vertreten. Bei ihnen richten sich die variablen Vergütungen nicht nur nach dem kurz- und langfristigen Erfolg der gesamten Bank, sondern auch danach, wie ihre Sparten im betreffenden Jahr abschneiden.

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Als Vorstandschef führt jetzt John Cryan allein die Deutsche Bank. Auf dem Aktionärstreffen haben sich die Aktionäre der Deutschen Bank aber vor allem auf Aufsichtsratschef Paul Achleitner eingeschossen.

Für 2016 hat der Aufsichtsrat die Gehälter für alle Vorstände auf je 9,85 Millionen Euro gedeckelt - wie in den vergangenen Jahren auch. Dass sie den Betrag erreichen, ist angesichts der düsteren Aussichten für die Branche aber unwahrscheinlich. 2015 hatte die Deutsche Bank angesichts eines Verlusts von fast sieben Milliarden Euro alle variablen Zahlungen an die Vorstände gestrichen.

Cyans Grundgehalt bleibt auch nach dem neuen System bei 3,8 Millionen Euro. Es ist damit gleichwohl das höchste Fixum bei einem der 30 Unternehmen im Leitindex Dax. Die übrigen Deutsche-Bank-Vorstände bekommen je 2,4 Millionen Euro garantiert.

Von

rtr

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