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18.11.2016

14:15 Uhr

Deutsche Bank

Leichter Geldregen nach dem Hua-Xia-Verkauf

Für mehr als drei Milliarden Euro hat die Deutsche Bank ihre Beteiligung an der chinesischen Bank Hua Xia veräußert. Der Verkauf hatte sich über mehrere Monate hingezogen – doch letztlich steht ein kleiner Gewinn.

Der Verkauf ihrer Beteiligung an Hua Xia beschert der Bank einen Geldsegen in Höhe von 3,17 Milliarden Euro. AFP; Files; Francois Guillot

Deutsche Bank

Der Verkauf ihrer Beteiligung an Hua Xia beschert der Bank einen Geldsegen in Höhe von 3,17 Milliarden Euro.

ShanghaiDer Verkauf ihrer Beteiligung an der chinesischen Bank Hua Xia spült der Deutschen Bank umgerechnet 3,17 Milliarden Euro in die Kassen. Die Bank bezifferte den Erlös für das knapp 20-prozentige Aktienpaket am Freitag auf 23,2 Milliarden Yuan. Das liegt am unteren Ende der Spanne, die das Institut Ende 2015 angegeben hatte, als es sich mit dem chinesischen Versicherer PICC Property & Casualty Co grundsätzlich über den Verkauf geeinigt hatte.

PICC zahlt nach eigenen Angaben 22,4 Milliarden Yuan – umgerechnet 3,08 Milliarden Euro – an die Deutsche Bank. Die Differenz hatte sie bereits als Dividende von Hua Xia erhalten.

Der Verkauf hatte sich über Monate hingezogen, weil die letzten Genehmigungen der Behörden noch ausstanden. In dieser Zeit verschlechterte sich der Kurs des Yuan. Der Bank winkt nun ein kleiner Buchgewinn. Ende September stand die Beteiligung nur noch mit 2,8 Milliarden Euro in den Büchern. Anfang 2015 war die Beteiligung an Hua Xia umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro wert – doch da hatte sich die Deutsche Bank noch nicht zu einem Verkauf durchringen können.

So haben deutsche Banken beim Stresstest 2016 abgeschnitten

EZB-Bankenstresstest - die Szenarien

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat 51 große Banken aus 15 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Sie prüfte mit der Europäischen Zentralbank eine ganze Reihe von Kennzahlen und testeten wie sich diese in verschiedenen Szenarien bis 2018 entwickeln dürften.

Zum einen spielte die EBA durch, wie es den Banken gehen wird, falls die Vorhersagen der Europäischen Kommission zur Konjunktur in den nächsten Jahren eintreten (Basisszenario). Zum anderen testeten sie die Institute auch im Szenario einer sehr viel schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung (Adverses Szenario).

So haben die neun geprüften deutschen Banken abgeschnitten:

Bayerische Landesbank

Kernkapitalquote (2015): 11,99 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,41 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 8,34 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -365

Commerzbank

Kernkapitalquote (2015): 12,13 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 13,13 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 7,42 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -471

Dekabank

Kernkapitalquote (2015): 13,50 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 14,17 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,53 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -397

Deutsche Bank

Kernkapitalquote (2015): 11,11 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,08 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 7,80 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -332

Landesbank Baden-Württemberg

Kernkapitalquote (2015): 15,98 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 15,58 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,40 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -658

Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale

Kernkapitalquote (2015): 13,11 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 14,42 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 10,10 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -301

Norddeutsche Landesbank

Kernkapitalquote (2015): 12,09 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 13,16 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 8,62 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -347

NRW.Bank

Kernkapitalquote (2015): 42,54 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 39,44 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 35,40 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -714

Volkswagen Financial Services AG

Kernkapitalquote (2015): 11,67 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,90 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,55 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -211

Im Vordergrund stand für die Bank bei dem Verkauf ohnehin die Verbesserung der Kapitalquoten: Die harte Kernkapitalquote, die Ende September bei 11,1 Prozent lag, steigt nach früheren Angaben damit auf etwa 11,6 Prozent. Im Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte das Frankfurter Institut sich den Effekt aus dem schwebenden Verkauf bereits anrechnen lassen dürfen. Beteiligungen an anderen Banken belasten nach dem neuen Eigenkapital-Regelwerk Basel III die Kapitaldecke.

Die mit dem Einstieg bei Hua Xia verbundenen Hoffnungen der Deutschen Bank hatten sich ohnehin nie erfüllt. Auch viele andere Banken haben ihre Beteiligungen in China verkauft. Hua Xia teilte am Freitag mit, man habe anlässlich des Verkaufs die Zusammenarbeit bei Kreditkarten und auf anderen Gebieten mit der Deutschen Bank beendet. Das chinesische Institut wolle nun selbst eine Konsumfinanzierungs-Tochter aufbauen.

Von

rtr

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