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25.09.2015

12:17 Uhr

Deutsche Bank

Manager zu Unrecht wegen „Mann-Sein” gefeuert

Weil er Kolleginnen zum „flotten Dreier” eingeladen haben soll, wurde ein Mitarbeiter der Deutschen Bank in London gefeuert. Zu Unrecht, entschied nun das Londoner Arbeitsgericht. Es wirft der Bank Nachlässigkeit vor.

Er habe seinen Job verloren, weil er ein Mann sei, argumentierte der 44-jährige ehemalige Banker, der im Risikomanagement der Deutschen Bank in London gearbeitet hat. Ein Gericht gab ihm nun Recht. IMAGO

Wegen lahmer Sprüche gefeuert

Er habe seinen Job verloren, weil er ein Mann sei, argumentierte der 44-jährige ehemalige Banker, der im Risikomanagement der Deutschen Bank in London gearbeitet hat. Ein Gericht gab ihm nun Recht.

Die Vorwürfe hatten es in sich: Er habe sie zu einem „flotten Dreier eingeladen“, ihren Busen kommentiert und „offen im Büro über Pornofilme gesprochen“, gaben Londoner Mitarbeiterinnen der Deutschen Bank über einen Vorgesetzten zu Protokoll.
Das Geldhaus feuerte den Manager, der seinem Ex-Arbeitgeber wiederum Diskriminierung vorwarf und vor ein Londoner Arbeitsgericht zog. Er habe seinen Job nur verloren, weil er ein Mann sei, argumentierte der 44-jährige ehemalige Banker, der im Risikomanagement des Instituts gearbeitet hat. Richter gaben ihm bereits vor einigen Monaten Recht. Doch das Urteil ist jetzt erst bekannt geworden.

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Eine ehemalige Führungskraft der Deutschen Bank klagt gegen die Kündigung bei dem Institut. Die Entlassung „aus wichtigem Grund“ sei nicht rechtens. Der Anwalt des New Yorker Händlers gibt sich siegessicher.

Es liest sich wie eine ziemliche Ohrfeige für die Bank: Die Vorwürfe seien für bare Münze genommen worden und nicht weiter untersucht worden, heißt es darin. Die Prüfung des Geldhauses sei sehr schlecht durchgeführt worden.

Zunächst hatte die Deutsche Bank Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt, sich inzwischen aber mit dem Ex-Mitarbeiter geeinigt. Die Details dieser Einigung sind nicht bekannt. Der ehemalige Banker hatte ursprünglich eine Entschädigung von 20 Millionen Pfund (umgerechnet 27 Millionen Euro) gefordert. Ein Banksprecher bestätigte, der Fall sei gelöst, wollte allerdings nicht auf die genauen Bedingungen eingehen.

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Einst war die Deutsche Bank ein Arbeitgeber, auf den Mitarbeiter stolz waren. Das hat sich geändert. Eine Mitarbeiterbefragung innerhalb der Deutschen Bank zeigt ein recht düsteres Bild von der Stimmung.  

Das Londoner Arbeitsgericht hat sich den Argumenten des Ex-Bankers angeschlossen und kam zu dem Ergebnis: Bei der Entscheidung, ihn zu entlassen, sei Diskriminierung im Spiel gewesen sowie stereotype Annahmen, wie ein Mann sich benimmt.

Der ehemalige Deutsche-Bank-Manager hatte vor Gericht argumentiert, ein Teil seiner Kommentare gegenüber den Ex-Kolleginnen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden und erschienen daher extrem. Sie seien es aber nicht, denn die ehemaligen Kolleginnen hätten sich ähnlich deutlich geäußert und hätten sehr bereitwillig, intime Details aus ihrem Leben preisgegeben.

Was Investmentbanken in London ihren "Associates" zahlen

Daten / Quelle

Die Daten stammen von der Website emolument.com, die fast 500 Gehälter von "Associates" (Analysten mit einigen Jahren Berufserfahrung bzw. Berufseinsteiger mit MBA-Abschluss) bei Banken in London analysiert hat. Die Daten beziehen sich auf Jahresgehälter für 2015.

Die Daten sind zum Pfund-Kurs im August 2015 umgerechnet.

JP Morgan

Die US-Investmentbank bezahlt ihren Londoner Angestellten im Investmentbanking am meisten: Rund 220.000 Euro inklusive Bonus winken den Bankern dort.

Morgan Stanley

US-Konkurrent Morgan Stanley folgt gleich darauf. Ein Investmentbanker in der Londoner City verdiente 2015 bei der Großbank noch rund 210.000 Euro.

Goldman Sachs

Mit Goldman Sachs stammt auch die dritte am besten zahlende Investmentbank in der Londoner City aus den USA. Gut 200.000 Euro können Banker dort 2015 einstreichen.

UBS

Die UBS zieht mit einem Jahresgehalt von gut 200.000 Euro mit Goldman Sachs gleich.

Credit Suisse

Umgerechnet rund 178.000 Euro zahlt die Credit Suisse den Investmentbankern in der Londoner City.

Deutsche Bank

Umgerechnet gut 175.000 im Jahr können sich Investmentbanker in London bei der Deutschen Bank erwarten.

Barclays

Rund 160.000 Euro bekommen Investmentbanker, die in London bei Barclays arbeiten.

BNP Paribas

Die französische BNP Paribas kommt bei den am besten zahlenden Banken auf Rang zehn. Investmentbankern überweist sie 2015 inklusive Boni rund 160.000 Euro aufs Konto.

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