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20.03.2012

10:35 Uhr

Deutsche Bank

Mehr Macht für den Finanzvorstand

VonHolger Alich, Frank Matthias Drost, Ingo Narat, Yasmin Osman

Die Deutsche Bank will nach dem Vorbild internationaler Institute die Kompetenzen des Finanzvorstands stärken. Dieser soll künftig auch die Liquiditätsreserven verwalten. Nicht überall stößt das Modell auf Zustimmung.

Die Zwillingstürme der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Die Bank will ihren Vorstand umstrukturieren. dapd

Die Zwillingstürme der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Die Bank will ihren Vorstand umstrukturieren.

FrankfurtHugo Bänziger ist ein gefragter Mann, zumindest in der Politik. Der Noch-Risikovorstand der Deutschen Bank wird auf dem Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am 26. März eine zentrale Rolle spielen. „Krisen vorbeugen – Finanzaufsicht stärken“, lautet das Motto der Veranstaltung, auf der neben Bänziger Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Sabine Lautenschläger und Elke König, die Präsidentin der Finanzaufsicht Bafin, sprechen werden.

Das eigene Haus dagegen, die Deutsche Bank, kann auf Bänzigers Rat aber offenbar verzichten, obwohl er das Institut sicher durch die Krise gesteuert hat. Nicht nur, dass für den Risikovorstand kein Platz mehr ist und er gehen muss, auch am bisherigen Ressortzuschnitt wird gerüttelt.

Bisher verwaltete Bänziger als Risikochef auch die Liquiditätsreserve der Bank, das Treasury. Künftig soll das der Finanzvorstand übernehmen. Bankinterne Kritiker befürchten, dass das Finanzressort die Reserven riskanter anlegen könnte als die Risikomanager – schließlich ist der Finanzchef insbesondere auch für das Ergebnis der Bank zuständig.

Bislang stoßen die Mahner aber auf taube Ohren. Die deutsche Finanzaufsicht fragte zwar zunächst skeptisch nach. Doch am Ende stießen die Ressortpläne dann auf keinen Widerstand bei der Behörde. Der Aufsicht nahestehende Kreise sehen in der neuen Kompetenzaufteilung keine Gefahr und verweisen auf internationale Großbanken, bei denen dies genauso geregelt sei.

Das gilt für JP Morgan ebenso wie für HSBC oder die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse. „Das Liquiditätsmanagement ist eine zentrale Aufgabe des Finanzvorstandes“, so ein Credit-Suisse-Sprecher. „Die Verwaltung der Liquiditätsreserve kann beim Risiko- oder beim Finanzressort aufgehängt sein. Beide Modelle sind akzeptiert“, sagt auch der Vorstandschef eines deutschen Instituts.

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