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26.04.2015

17:13 Uhr

Deutsche Bank

Mehr Umsatz, halber Gewinn

Es geht Schlag auf Schlag in den Frankfurter Zwillingstürmen: Nachdem die Deutsche Bank sich von der Mehrheit der Postbank trennen will, legt sie ihre Quartalszahlen vor. Es bleibt weniger Gewinn hängen.

Die Deutsche Bank hat am Sonntag ihre Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. dpa

Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain

Die Deutsche Bank hat am Sonntag ihre Zahlen für das erste Quartal vorgelegt.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat im ersten Quartal trotz hoher Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten schwarze Zahlen geschrieben. Vor Steuern standen 1,48 Milliarden Euro Gewinn zu Buche, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Sonntag mitteilte. Das sind zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr.

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Ein Hin und Her prägt die Geschichte der Deutschen Bank im Umgang mit Kleinsparern. Mal sind sie hofiert, dann wieder verstoßen worden. Ein legendärer Chef schaute gar aus dem Fenster, wenn es um das Thema ging.

Der Überschuss halbierte sich auf 559 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt ein Vorsteuerergebnis von 1,4 Milliarden Euro und einen Überschuss von 655 Millionen erwartet.

Das Institut hatte in dieser Woche im Skandal um manipulierte Zinssätze einen Vergleich mit den Regulierern in den USA und Großbritannien geschlossen, der sie 2,5 Milliarden Dollar kostet. Weil die Rückstellungen für die Rekordstrafe nicht ausreichten, mussten für das erste Quartal nochmals 1,5 Milliarden Euro draufgepackt werden. Das hatte die Bank bereits am Donnerstag angekündigt.

Dass die Sonderlasten am Ende zu verschmerzen waren, lag am starken Geschäft im Investmentbanking. Die Kapitalmarktsparte lieferte vor Steuern einen Gewinn von 643 Millionen Euro ab, obwohl sie sie Kosten für die Milliardenstrafe maßgeblich zu tragen hatte. Im Privatkundengeschäft - einschließlich der vor der Abspaltung stehenden Postbank - stand ein Gewinn von 536 Millionen Euro vor Steuern zu Buche. Die Sparte soll im Zuge der neuen Strategie deutlich schrumpfen.

Fragen zu den Geschäftsergebnissen will das Management am Montag beantworten. Dann wird der Vorstand in Frankfurt auch den am Freitag festgelegten Kurswechsel eingehender erklären: Nach monatelangen Debatten hatten Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, dass die Deutsche Bank ihre Mehrheit an der Postbank aufgibt.

„Der Aufsichtsrat hat heute einstimmig beschlossen, den vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zu unterstützen“, erklärte die Bank in einer knappen Mitteilung. Möglich ist nach Angaben eines Sprechers ein Komplettverkauf der Postbank oder der Verkauf von Aktienpaketen über die Börse. In jedem Fall will die Deutsche Bank ihren Anteil an der Bonner Tochter von 94,1 Prozent mindestens unter 50 Prozent senken. Der Entscheidung des Aufsichtsrates vom späten Freitagabend waren monatelangen Diskussionen vorangegangen.

Kommentare (1)

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Herr Klaus Hofer

27.04.2015, 09:51 Uhr

Es ist traurig, was aus dieser Bank, der einmal Persönlichkeiten wie Abs oder Herrhausen vorgestanden haben, geworden ist. Die deutsche Industrie hätte ein anders Institut, welches ihre weltweiten Aktivitäten begleitet, verdient. Die jetzt absehbare neue Strategie ist halbherzig und wenig überzeugend. Jedes Unternehmen benötigt eine Wert - und Werteorientierung als Orientierung für seine Stakeholder. Eine fehlende Wert - und Werteorientierung ist aber nicht durch Complience Regelungen zu kompensieren, wenn es an einer entsprechenden Unternehmenskultur mangelt.

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