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16.05.2016

21:58 Uhr

Deutsche Bank M&A

Neuer Chef-Fusionsberater kommt von EDF

Der neue Leiter des Beratungsgeschäfts für Fusionen bei der Deutschen Bank kommt – wie sein Vorgänger – aus der Energiebranche: Ex-EDF-Finanzchef Thomas Piquemal soll seinen neuen Posten am Dienstag antreten.

Er wollte ein EDF-Projekt nicht mittragen und wechselt nun zur Deutschen Bank: Thomas Piquemal. Reuters

Thomas Piquemal

Er wollte ein EDF-Projekt nicht mittragen und wechselt nun zur Deutschen Bank: Thomas Piquemal.

FrankfurtDer neue Leiter des weltweiten Beratungsgeschäfts für Fusionen und Übernahmen (M&A) bei der Deutschen Bank kommt aus der Industrie. Der 47 Jahre alte Thomas Piquemal, bis zum März Finanzchef des größten französischen Energiekonzerns EDF, werde sein Amt am Dienstag antreten, teilte die Deutsche Bank am Montagabend mit. Der wichtige Posten war seit Mitte 2015 vakant, als Henrik Aslaksen die Deutsche Bank nach mehr als zwölf Jahren verlassen hatte. Aslaksen ist inzwischen bei Credit Suisse.

Seit dem Amtsantritt von John Cryan als Deutsche-Bank-Chef haben mehrere hochrangige Investmentbanker das Geldhaus verlassen. Dabei will die Bank das Beratungsgeschäft innerhalb des Investmentbanking stärken, weil dafür weniger Kapital nötig ist als etwa für den Handel.

Piquemal hatte EDF Finanzkreisen zufolge verlassen, weil er das milliardenschwere „Hinkley-Point“-Projekt zum Bau von zwei Druckwasser-Reaktoren in Großbritannien nicht hatte mittragen wollen. Nach seiner Ansicht überforderte es die Bilanzen von EDF. Deutsche-Bank-Finanzvorstand Marcus Schenck hatte bis vor wenigen Jahren in gleicher Position für den EDF-Rivalen Eon gearbeitet.

Der Deutsche-Bank-Vorstand

Fakten zum Vorstand

Im Oktober 2015 verkündete Vorstandschef John Cryan einen Großumbau des Vorstands. Viele Änderungen traten zum 1. Januar 2016 in Kraft.

Das Gremium besteht jetzt aus zehn statt zuvor acht Mitglieder.

Zwei Frauen gehören zum Zirkel, drei Manager sind Deutsche.

John Cryan

Der Brite führt seit Juli 2015 die Deutsche Bank. An seiner Seite agiert bis Mai 2016 noch Jürgen Fitschen als Co-Vorstandschef. Cryan war zuvor unter anderem Finanzvorstand der Schweizer Großbank UBS.

Kim Hammonds

Die langjährige Boeing-Managerin soll als Technologiechefin die Informationssysteme der Bank auf Vordermann bringen. Sie hatte zunächst als Generalbevollmächtigte begonnen und rückte 2016 in den Vorstand.

Stuart Lewis

Der Brite war bereits vor dem großen Umbau Risikovorstand – und ist es geblieben.

Sylvie Matherat

Die Französin war seit gut einem Jahr bei der Bank, bevor sie im Oktober 2015 in den Vorstand einzog. Sie kümmert sich um die Bereiche Regulierung, gute Unternehmensführung und Kampf gegen Finanzkriminalität.

Quintin Price

Der Manager kam vom weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock und zog direkt in den Deutsche-Bank-Vorstand ein. Der Brite ist für das Fondsgeschäft (DWS) und institutionelle Kunden zuständig.

Garth Ritchie

Der britische Manager leitete zuvor das Aktiengeschäft in London und übernahm im Oktober 2015 die Leitung des kompletten Handelsgeschäfts („Global Markets“), das von den anderen Investmentbanking-Aktivitäten getrennt wurde.

Karl von Rohr

Der Deutsche übernahm ab Oktober 2015 die Verantwortung für die Rechtsstreitigkeiten und das Personal. Vorher war er für das Management der globalen Regionen der Bank zuständig.

Marcus Schenck

Bis 2014 arbeitete Schenck für den Energiekonzern Eon und die Investmentbank Goldman Sachs, bevor er als Finanzvorstand zur Deutschen Bank wechselte. Er behielt beim großen Umbau im Herbst 2015 seinen Posten. 2017 übernahm er die Leitung des Investmentbankings.

Christian Sewing

Er sitzt seit Jahresbeginn 2015 im Vorstand. Nachdem er sich zunächst um die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten der Bank kümmerte, übernahm er im Sommer 2015 die Leitung des Privatkundengeschäfts und damit auch die Verantwortung für die Postbank. Die Position Sewings wurde weiter gestärkt, weil sein Bereich auch die Betreuung von sehr reichen Kunden übernahm.

Jeff Urwin

Der Brite kam im Frühjahr 2015 vom Konkurrenten JP Morgan. Er stieg wenig später in den Vorstand auf und trägt dort die Verantwortung für die neu aufgestellte Unternehmenskunden- und Investmentbank.

Piquemal werde weiter von Paris aus tätig sein, teilte die Deutsche Bank mit. Er untersteht Investmentbanking-Vorstand Jeff Urwin. Piquemal war gut sechs Jahre Finanzchef bei EDF, davor in gleicher Position für Veolia Environnement. Bis 2009 hatte er 14 Jahre als Partner für die Investmentbank Lazard gearbeitet.

Von

rtr

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