Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2015

10:25 Uhr

Deutsche Bank

Nur eine kurze Erholung

VonMichael Maisch

Die unerwartet guten Zahlen der Deutschen Bank sind eine Erleichterung für das Führungsduo Jain und Fitschen. Doch sie sollten sich nicht zu früh freuen. Das Geldinstitut muss dringend sparen. Ein Kommentar.

Michael Maisch

Der Autor

Michael Maisch ist stellvertretender Leiter des Finanzressorts des Handelsblatts.

Eine schönere Schlagzeile hätte sich Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain nicht wünschen können: „Investmentbanking rettet Jahresbilanz der Deutschen Bank“ titelte die Nachrichtenagentur Reuters heute Morgen. Tatsächlich waren es die robusten Geschäfte im Investmentbanking und geringere Belastungen aus den vielen Rechtsstreitigkeiten, die der Deutschen Bank zu überraschend freundlichen Zahlen verholfen haben.

Im Privatkundengeschäft rund um die Postbank, für die es Planspiele für eine Ausgliederung aus dem Konzern gibt, brach das Ergebnis dagegen ein. Grund waren Sonderbelastungen wegen der vom Bundesgerichtshof erzwungenen Erstattung von Kreditbearbeitungsgebühren.

Am Ende stand für 2014 ein Überschuss von 1,7 Milliarden Euro zu Buche – deutlich mehr als von Analysten erwartet. Auch im vierten Quartal schafften Jain und seine Kollegen einen Nettogewinn von 441 Millionen Euro, obwohl die meisten Experten einen Verlust erwartet hatten.

Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate brauchten die Deutsch-Banker dringend gute Nachrichten, schließlich verlieren immer mehr Großinvestoren die Geduld mit Jain und seinem Kompagnon an der Spitze Jürgen Fitschen. Keine Aktie einer Großbank schloss das vergangene Jahr so schlecht ab, wie die des Frankfurter Geldhauses.

Deutsche Bank: Lichtblick für die Doppelspitze

Deutsche Bank

Lichtblick für die Doppelspitze

Die Deutsche Bank legt überraschend starke Zahlen vor. Die Gewinne verdankt das Institut vor allem dem Investmentbanking. Doch die Zukunft bleibt ungewiss – und die Baustellen zahlreich.

Kein Wunder, dass sich Jain und Fitschen dazu durchringen mussten, nach einer neuen Strategie zu suchen. Die Ergebnisse wollen die beiden erst im Frühjahr präsentieren, aber die jetzt vorgelegten Zahlen geben vielleicht schon einen ersten Hinweis, in welche Richtung die Reise gehen könnte. Zwar handelt es sich bei den aktuellen Daten nur um das Ergebnis eines einzigen Quartals, das dazu noch durch Sonderbelastungen verzerrt wurde. Aber in einer für die Bank derart kritischen Phase fällt es schwer an Zufälle zu glauben.

Klar ist, dass es angesichts der immer strengeren Vorgaben der Regulierer auch für die Deutsche Bank immer schwieriger wird, am Konzept der globalen Universalbank festzuhalten, die alles für alle anbietet. Klar ist auch, dass die Zahlen, die die Deutsche heute präsentiert hat, zeigen sollen, dass sich Jain trotz aller Widerstände auf das Kerngeschäft Investmentbanking verlassen kann – heute und in Zukunft. Das Investmentbanking hat Jain groß gemacht, und in diesem Bereich will er weiter angreifen. Dagegen signalisieren die neuen Zahlen wie schwer es ist, im überfüllten deutschen Privatkundengeschäft wirklich Geld zu verdienen.

Aber die Investmentbanker sollten sich nicht zu früh freuen. Denn die Deutsche Bank muss dringend sparen, das hat Jain unmissverständlich klar gemacht. Und das neue Programm wird nicht nur die Privatkundenbank sondern auch die Investmentbank hart treffen. Deutschlands wichtigste Bank muss sich weiter gesundschrumpfen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Esboern Schmidt

29.01.2015, 14:12 Uhr

Diesen Zahlen kann man nicht trauen, die Welt weis ja wie seriös die Deutsche Bank sich die letzten Jahrzehnte verhalten hat, Strafen u. Prozesse gabs ja genug

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×