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03.05.2012

17:17 Uhr

Deutsche Bank

Oh Schreck, ein Inder!

VonOliver Stock, Peter Köhler

Der Ex-Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, erklärt die wahre Geschichte über die Ablösung Josef Ackermanns. Und ein Buchautor sieht Paul Achleitner als möglichen Nachfolgekandidaten Ackermanns.

Autor Manfred Pohl neben dem ehemaligen Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bank, Hilmar Kopper (r). dapd

Autor Manfred Pohl neben dem ehemaligen Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bank, Hilmar Kopper (r).

DüsseldorfDer Raum in Stockwerk acht des Zweckbaus in Frankfurt-Sachsenhausen ist kahl: Kein Blumenschmuck, keine Dekoration, Bestuhlung und Stehtische lassen Improvisation erahnen. Kurz vor Mittag tritt Hilmar Kopper, der ehemalige Sprecher und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, ans Rednerpult. Von da ab wird es bunt.

Kopper soll die Laudatio auf den Ende Mai ausscheidenden Vorstandschef Josef Ackermann halten. Um ihn geht es hier im Haus des „Frankfurter Zukunftsrats“ - genauer gesagt um ein Werk über ihn. „Josef Ackermann — Leistung aus Leidenschaft“ - heißt der etwas anbiedernde Titel einer Biographie, zu deren Ehrung Kopper ansetzt.

Und das geht so: Kopper würdigt den Autor Manfred Pohl als einen, der alles so aufschreibt, „wie es nach außen dargestellt sein sollte.“ Das klingt ein bisschen nach Langeweile und schildert damit genau den Eindruck, der auch beim Leser entsteht. Doch dann gibt Kopper Gas und sagt all das, was der Leser nicht auf den mehr als 200 Seiten findet. Ihn irritiert beispielsweise das „Victory“-Zeichen, das für Ackermann im Mannesmann-Prozess zum medialen Desaster wurde. Unter den Reaktionen habe Ackermann „gelitten“. Diese Aufregung könne nur in Deutschland mit seiner „verrückt spielenden political correctness“ geschehen, sagt Kopper.

Und auch aktuellen Fragen zur Zukunft des größten deutschen Geldhauses mit dem künftigen Duo aus Jürgen Fitschen und Anshu Jain weicht er nicht aus. „Beide können miteinander“, deshalb sei er „ganz gelassen.“

Und weil beide nur drei Jahre parallel arbeiten, sei er ganz sicher, dass es läuft. Doppelspitzen gab es auch früher schon. Wilfried Guth und Wilhelm Christians haben sich in den 70iger Jahren „als zwei Gentlemen wunderbar ergänzt“, das Doppel Christians und Alfred Herrhausen sei dagegen „nicht besonders fruchtbar“ gewesen, erinnert sich Kopper.

Kommentare (10)

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Mazi

03.05.2012, 17:41 Uhr

„Josef Ackermann — Leistung aus Leidenschaft“

Da scheint ja wohl ein Tippfehler drinzustecken. Richtig sollte es wohl heißen:
„Josef Ackermann — Leistung, die Leiden schafft“

Account gelöscht!

03.05.2012, 18:03 Uhr

vor der Finanzkrise hätte ich als langjähriger Aktionär gejubelt über den Inder als neuen Chef der Deutschen Bank, heute habe ich dabei ein sehr ungutes Gefühl ob das gut geht. Ich erwähne Herrn Fitschen ganz bewußt nicht weil er meiner Menung nach nur die Anstandsdame des Inders ist.
Herr Ackermann war aus Aktionärssicht die größte Niete mit dem höchsten Gehalt seit Bestehen der Deutschen Bank.

adam68161

03.05.2012, 18:07 Uhr

Seine Aktionäre hat der Herr Ackermann mehr als schlecht bedient, dafür sich umso mehr! Ich wüsste nicht, warum dazu ein Buch und eine Abschiedsvorstellung gegeben werden muss? An seiner Stelle würde ich mich ins hinterste Engadin verkriechen.

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