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05.05.2015

10:07 Uhr

Deutsche Bank-Prozess

Heute spricht Jürgen Fitschen

Am zweiten Tag des Betrugsprozesses gegen Jürgen Fitschen und vier ehemalige Top-Banker der Deutsche Bank will der Co-Chef zu den Betrugsvorwürfen Stellung nehmen – aber keine Fragen der Staatsanwaltschaft beantworten.

Jürgen Fitschen (Mitte) mit seinem Anwalt Hanns W. Feigen und seiner Anwältin Barbara Livonius am ersten Verhandlungstag. dpa

Der Prozessgeht in die zweite Runde

Jürgen Fitschen (Mitte) mit seinem Anwalt Hanns W. Feigen und seiner Anwältin Barbara Livonius am ersten Verhandlungstag.

MünchenTag zwei im Münchner Betrugsprozess gegen Spitzenmanager der Deutschen Bank: Heute will sich der wegen Betrugsversuchs angeklagte Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, vor dem Landgericht München äußern. Ihm wird versuchter Prozessbetrug im Fall Kirch vorgeworfen.

Zu Prozessbeginn vor einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft die Anklage verlesen, nun haben neben Fitschen auch die vier übrigen beschuldigten Top-Banker Gelegenheit zur Stellungnahme. Wie der amtierende Konzernchef hat auch sein Vorgänger Josef Ackermann eine Erklärung angekündigt. Ackermanns Vorgänger Rolf Breuer will dagegen vorerst schweigen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Fitschen und vier Ex-Manager aus der Führungsriege der größten deutschen Bank wiegen schwer. Sie sollen vor vier Jahren versucht haben, das Oberlandesgericht München zu täuschen, um eine milliardenschwere Schadenersatzklage des Medienmoguls Leo Kirch abzublocken. Der Unternehmer, der 2011 starb, hatte die Deutsche Bank für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich gemacht.

Angeklagt sind neben Fitschen auch seine beiden Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und der ehemalige Vorstand Tessen von Heydebreck. Alle fünf haben aus Sicht der Staatsanwaltschaft einen gemeinsamen Tatplan verfolgt, um die Richter im Kirch-Verfahren mit übereinstimmenden Aussagen zu täuschen. Der Medienunternehmer Leo Kirch hatte bis zu seinem Tod stets Breuer und die Deutsche Bank für die Pleite seines Konzerns verantwortlich gemacht.

Die Verteidiger haben die Betrugsvorwürfe zurückgewiesen und einen Konfrontationskurs gegen die Staatsanwaltschaft vorgezeichnet. Fitschens Verteidiger Hanns Feigen warf den Ermittlern einen willkürlichen Umgang mit Beweismitteln vor. Fitschen werde deshalb nur Fragen des Gerichts, nicht aber der Staatsanwaltschaft beantworten.

„Es wird jetzt ungemütlich“, hatte Fitschen kurz vor Beginn des Betrugsprozesses bereits in einem Interview prophezeit. Nun muss er mitten im Umbau der Deutschen Bank seinen Chefsessel auch noch regelmäßig mit der Anklagebank in München tauschen.

Bilder vom ersten Prozesstag

Fitschen und Ackermann: So erschienen sie vor Gericht

Bilder vom ersten Prozesstag: Fitschen und Ackermann: So erschienen sie vor Gericht

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