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21.07.2015

14:20 Uhr

Deutsche-Bank-Prozess in München

Richter macht (Ex-)Führungsriege Hoffnung

Die Staatsanwaltschaft glaubt Aussagen von Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann nicht. Doch der Richter lässt im Verfahren wegen möglichen Prozessbetrugs durchblicken, dass er nicht leitfertig richten wird.

Jede Woche wird in München verhandelt. Reuters

Josef Ackermann

Jede Woche wird in München verhandelt.

MünchenDer frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die Münchner Staatsanwaltschaft mit seinen Unschuldserklärungen im Fall Kirch nicht überzeugt. Ackermann verfolge eine leicht zu durchschauende Strategie, um die Wahrheit zu verbergen, sagte Staatsanwalt Stephan Necknig am Dienstag vor dem Landgericht München: „Dr. Ackermann widerspricht sich in zahlreichen Punkten selbst.“

Ackermann ist zusammen mit seinem Nachfolger Jürgen Fitschen und drei weiteren Ex-Bankern angeklagt, weil er im Prozess um Schadensersatz-Forderungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch vor vier Jahren die Unwahrheit gesagt haben soll.

In der vergangenen Woche hatte sich Ackermann über die Richter des damaligen Prozesses am Oberlandesgericht München beklagt und ihnen einen rauen Umgangston vorgeworfen. Der Staatsanwalt äußerte dafür wenig Verständnis: „Was erwartet Dr. Ackermann? Er bedient das Oberlandesgericht mit Unwahrheiten und möchte dafür freundlich und wohlwollend behandelt werden.“ Ackermanns Verteidiger wies die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.

Das Landgericht München macht am Dienstag seine Position klar, was eine mögliche Verurteilung Ackermanns und der Mitangeklagten angeht. „Eins ist mal klar. Eine Verurteilung kommt überhaupt nur in Betracht, wenn kein vernünftiger Zweifel an der Schuld besteht“, hielt Richter Peter Noll der Staatsanwaltschaft vor. Sie müsse Fakten für ihre Behauptung liefern, die Angeklagten hätten den Vorsatz gehabt, den früheren Medienmogul Leo Kirch in einem anderen Prozess um einen Schadenersatzanspruch zu betrügen.

Die Versuche des Staatsanwalts, aus früheren Äußerungen Ackermann einen Betrugsvorsatz abzuleiten, seien „rein hypothetisch“, so Noll. Auf Hintergedanken der Angeklagten zu schließen, sei nicht möglich. „Ich glaube nicht, dass wir ohne Kenntnis der realen Lage auf die subjektive Seite schließen können.“

Medienunternehmer Leo Kirch, der 2011 starb, hatte die Bank für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich gemacht. Diesen Streit legte die Bank zwar mit einem 925 Millionen Euro schweren Vergleich bei. Die Staatsanwaltschaft erhob jedoch Anklage wegen möglichen Prozessebtrugs in dem Verfahren. Die Banker, denen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen, haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Kommentare (6)

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Herr Edmund Stoiber

21.07.2015, 11:46 Uhr

Ein grinsender Ackermann, mit hoch erhobenem V-Zeichen, beim Einrücken in die JVA...., das wäre mal was, oder?

Das hätte Stil....!!!

Herr Paul Rimmele

21.07.2015, 11:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Lui Kators

21.07.2015, 11:56 Uhr

Einem Mitglied der angelsächsischen Hochfinanz, das auf Einladung Merkels im Kanzleramt Geburtstag feiern durfte, droht vor einem deutschen Gericht nicht mehr Gefahr, wie in einem Kindergarten.

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