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29.10.2015

11:57 Uhr

Deutsche Bank Quartalsergebnis

Ein Milliardenverlust als Wegbereiter

VonLaura de la Motte, Martin Dowideit

Das erste vollständige Quartal unter der Führung von Co-Chef John Cryan endet unter dem Strich mit einem riesigen Minus. Der Brite legt damit das Fundament für einen Neuanfang bei der Bank. Mit drastischen Auswirkungen.

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Frankfurt/DüsseldorfDeutschlands größte Bank hat im dritten Quartal ein Minus von sechs Milliarden Euro eingefahren, teilte das Institut am Donnerstagmorgen mit. Unter anderem wurden die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um eine Milliarde Euro auf jetzt 4,8 Milliarden Euro erhöht. Heftige Abschreibungen auf unterschiedliche Unternehmensteile trugen ebenfalls zu dem riesigen Minus bei. Auch die Mitarbeiter des Bankhauses treffen die Finanzverluste hart: Die Bank streicht unter ihrem neuen Chef John Cryan 9000 zusätzliche Stellen im Konzern und 6000 Stellen bei externen Dienstleistern (hier eine Aufschlüsselung des Stellenabbaus).

Für die Aktionäre verheißen die Zahlen auch ein Spardiktat. Denn am späten Mittwochabend hatte die Deutsche Bank bereits verkündet, die Dividende sowohl in diesem Jahr als auch 2016 ausfallen zu lassen – zum ersten Mal seit den 1950er-Jahren. Die Aktie eröffnete am Donnerstagmorgen 1,3 Prozent tiefer. Im Tagesverlauf rutschte das Papier dann aber 5,2 Prozent tiefer gegenüber dem Vortag und war damit größter Verlierer im Dax. Erste Analystenschätzung gehen davon aus, dass die Dividendenkürzung der Deutschen Bank eine Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichem Spielraum bringt – vor allem um die Stärkung des Eigenkapitals auf den Weg zu bringen, die ebenfalls zu den Zielen von Co-Chef Cryan gehört.

Unter anderem wegen der gekürzten Dividende sei die für Banken extrem wichtige Kernkapitalquote – das Verhältnis der Risikopositionen im Verhältnis zum Eigenkapital – im dritten Quartal sogar minimal auf 11,5 Prozent gestiegen, so die Deutsche Bank. Als Ziel für 2018 hat Cryan jetzt aber mindestens 12,5 Prozent vorgegeben.

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Der Dax-Konzern wird über den Verkauf von Beteiligungen in den nächsten zwei Jahren seinen Mitarbeiterstamm von zuletzt etwa 103.000 um weitere 20.000 Vollzeitkräfte verringern. Dabei geht es vor allem um die bereits beschlossene Trennung von der Postbank. Schrumpfen wird die Bank auch ihre internationale Präsenz: Die Deutsche Bank zieht sich aus zehn Ländern vollständig zurück, darunter Argentinien, Chile, Mexiko und Dänemark. Der Sparkurs soll die Kosten um brutto rund 3,8 Milliarden Euro drücken. Die Kosten für den Umbau inklusive Abfindungen bezifferte das Geldhaus auf rund drei bis 3,5 Milliarden Euro.

Den Rekordverlust hatte Cryan schon am 7. Oktober angekündigt. Zu später Stunde, nach Börsenschluss in den USA, hatte die Bank die Horrorzahlungen per Adhoc-Mitteilung bekannt gegeben. Neue Unternehmenschefs räumen häufig zu Beginn ihrer Amtszeit die Bilanz auf und starten mit schlechten Zahlen um später umso besser dazustehen.

Kosten für juristische Auseinandersetzungen drücken das Ergebnis. Dazu zählt wohl auch eine bevorstehende Einigung in einem Streit mit den USA um Sanktionsverstöße. Mindestens 200 Millionen Dollar (180 Millionen Euro) soll die Bank wohl zahlen, berichtet die „New York Times“. Eine entsprechende Einigung werde möglicherweise bereits in der kommenden Woche bekanntgegeben, so die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Insbesondere die Notenbank Fed verhandele aber mit der Bank noch über eine Strafzahlung, daher stehe die endgültige Summe nicht fest.

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Zudem sei die Bank damit noch nicht aus dem Schneider: Die Staatsanwaltschaft werde ihre strafrechtlichen Ermittlungen voraussichtlich fortsetzen, berichtete die Zeitung. Bei dem Streit geht es um Transaktionen für Kunden aus Staaten wie Syrien und dem Iran, gegen die die USA Sanktionen verhängt haben.

Kommentare (1)

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Herr walter rehm

29.10.2015, 09:05 Uhr

Da freuen sich Anleger, Milliardenverlust und keine Dividende.....Aktie steigt!!!!!

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