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29.04.2016

11:59 Uhr

Deutsche Bank

Rücktritt nach massivem Druck

VonYasmin Osman, Daniel Schäfer

Zwei enge Weggefährten gehen im Streit auseinander: Der Chefaufklärer der Deutschen Bank, Georg Thoma, ist erst nach massivem Druck eines von Aufsichtsratschef Paul Achleitner geleiteten Gremiums zurückgetreten.

Der Chefaufseher der Deutschen Bank verabschiedet Georg Thoma aus dem Gremium. Reuters

Paul Achleitner

Der Chefaufseher der Deutschen Bank verabschiedet Georg Thoma aus dem Gremium.

FrankfurtEs ist das offizielle Ende eine Männerfreundschaft. Paul Achleitner und Georg Thoma waren enge Weggefährten, haben über Jahrzehnte Seite an Seite in zahlreichen Übernahmeschlachten gekämpft. Doch am Donnerstagabend kam es zum Bruch zwischen dem Aufsichtsratschef und dem Chefaufklärer der Deutschen Bank: Thoma ist von einem von Oberkontrolleur Achleitner geleiteten Gremium aus dem Aufsichtsrat gedrängt worden.

„Georg F. Thoma hat die Deutsche Bank heute darüber informiert, dass er sein Amt als Aufsichtsrat niederlegen wird“ – mit diesen unschuldig klingenden Worten hatte Deutschlands Branchenprimus am Donnerstagabend den Abgang angekündigt. Doch nach Informationen des Handelsblatts ist Thoma nur aufgrund von massivem Druck zurückgetreten: Der von Achleitner geführte mächtige Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats der Bank habe einstimmig beschlossen, dem renommierten Wirtschaftsanwalt „nahezulegen“ sein Mandat niederzulegen, hieß es in Finanzkreisen.

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Die öffentlichen Angriffe der Kollegen haben Wirkung gezeigt: Georg Thoma verlässt den Aufsichtsrat und den Integritätsausschuss der Deutschen Bank. Aktionäre sehen nach dem Zank im Kontrollgremium Klärungsbedarf.

Im Aufsichtsrat hätten sich dann nochmal alle Mitglieder über den Schritt informiert und einhellig festgestellt, dass man diesen Schritt für richtig hält. Erst vor diesem Hintergrund war Thoma zurückgetreten.

Diese Konstellation ist pikant. Denn Achleitner ist auch der Mann, dessen Rolle in der Aufarbeitung des Zinsmanipulationsskandals derzeit selbst noch einmal kritisch untersucht wird. Zwar nicht durch von Thoma, sondern durch den Vorstand der Bank. Aber dass ausgerechnet der Chefaufklärer der Bank zum Rücktritt bewegt wird, sorgt für große Irritationen bei den Aktionären und hat letztlich den gesamten, von Achleitner geleiteten Aufsichtsrat in ein schlechtes Licht gerückt.

Kommentare (1)

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29.04.2016, 14:41 Uhr

Erster Kommentierer :)....was fru ich mich darüber.

Aber jetzt zurück lehnen und geniessen was gleich kommt.

Der neueste Bericht aus Lummerland...ähhhh Westend.......

Das wird wieder gut, Träumereien aus Wolkenkuckucksheim von unserm R.

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