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16.03.2012

11:54 Uhr

Deutsche Bank

Schallende Ohrfeige für designierten Co-Chef Jain

Die künftigen Chefs der Deutschen Bank wollen den Vorstand umbauen. Doch noch bevor der Aufsichtsrat heute über die Pläne abstimmt, durchkreuzt die Finanzaufsicht sie - eine Blamage vor allem für Anshu Jain.

Der künftige Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, muss schon vor Amtsantritt eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Reuters

Der künftige Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, muss schon vor Amtsantritt eine schmerzhafte Niederlage einstecken.

FrankfurtDie künftige Doppelspitze der Deutschen Bank kann den Vorstand nicht wie geplant umbauen. Wie zunächst „Spiegel Online“ berichtete, hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung am Freitag „keine Freigabe“ für den als Risikovorstand vorgesehenen William Broeksmit erteilt. Die Aufseher sollen Bedenken geäußert haben, da der enge Vertraute des künftigen Co-Vorstandschefs Anshu Jain bislang kein größeres Team geleitet habe.

Die Reaktion der Deutschen Bank erfolgte prompt: Sie will nun den bisherigen stellvertretenden Risikovorstand Stuart Lewis zum Chief Risk Officer befördern, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichten. Der Schotte soll den scheidenden Risikochef Hugo Bänziger ersetzen, der das Institut sicher durch Immobilien-, Banken- und Euro-Krise gesteuert hat und der ebenfalls als potenzieller Co-Chef von Deutschlands größtem Geldhaus gehandelt worden war. Die jetzt entstandenen Probleme, lassen Fragen laut werden, ob es so weise war, Bänziger offenbar zum Verlassen des Instituts zu drängen.

Weder die Bafin noch die Deutsche Bank wollten die Angelegenheit kommentieren. „Zu Personalspekulationen und Marktgerüchten äußern wir uns grundsätzlich nicht“, sagte eine Sprecherin der Bank. Am Freitag verteidigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble allderdings die Bafin: „Die Bankenaufsicht mischt sich nicht massiv in die Personalpläne von Finanzinstituten ein, sondern macht, was ihre gesetzliche Verpflichtung ist.“ Zugleich wies er einen Einfluss seines Hauses zurück: „Wenn die Bafin zu der Überzeugung kommt, dass das im Einzelfall nicht gegeben ist, tut sie das in eigener Verantwortung.“

Broeksmit war der am wenigsten bekannte Kandidat der neuen Anwärter auf einen Vorstandsposten. Er ist ein Weggefährte des designierten Co-Vorstandschefs Anshu Jain. Die beiden waren einst zusammen von Merrill Lynch zur Deutschen Bank gewechselt. Broeksmit arbeitet seit 2008 im Risikomanagement des Instituts. Laut „Spiegel Online“ baute der intern als „Dr. No“ bekannte Amerikaner das Geschäft mit außerbörslich gehandelten Derivaten in Europa auf - jener Kategorie von Wertpapieren, der eine Mitschuld am Ausbruch der Finanzkrise gegeben werde. Er soll nun weiter für das Management der Marktrisiken zuständig bleiben.

Kommentare (12)

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Klare_Kante

16.03.2012, 08:14 Uhr

Vielen Dank aruba. Ihr Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf.

Account gelöscht!

16.03.2012, 08:38 Uhr

GEHT SCHON LOS!
Das Ganze muß natürlich erst ins Englische, sonst versteht er es nicht. Aber vielleicht hilft die Finanzaufsicht und spricht ihn in Englisch mal an.
Aber meine Vorstellungskraft reicht aus, um zu erkennen, daß hiesige Auguren-Ställe den englischen Auguren-Ställen gleicher Provenienz in nichts nachstehen.
(Das sich auch Peanuts darunter befinden, ist mir neu)
DANKE.

Domenq

16.03.2012, 08:56 Uhr

Erst Nokia; nun die Deutsche Bank - honi soit qui mal y pense.

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