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09.03.2017

12:40 Uhr

Deutsche Bank

So sieht Moody's die Postbank-Integration

VonFelix Holtermann

Die US-Ratingagentur Moody's hat nach der Deutschen Bank auch den Ausblick für die Postbank verbessert. Durch die beschlossene Wiedereingliederung in das größte deutsche Geldhaus habe sich vor allem ein Punkt verbessert.

Die Eingliederung der Postbank in den Konzern stärkt den Rating-Ausblick. dpa

Flaggen von Post- und Deutscher Bank

Die Eingliederung der Postbank in den Konzern stärkt den Rating-Ausblick.

FrankfurtDie geplante Eingliederung der Deutschen Postbank in die Deutsche Bank stärkt nach Ansicht der Ratingagentur die Stabilität der Bank. Das langfristige Einlagen-Rating beließ Moody's bei „A3“ und stufte den Ausblick auf stabil hoch – bisher lag er bei negativ. Das langfristige Kreditrating ließ Moody's mit der Bewertung „Baa2“ unverändert, andere Ratingnoten bleiben ebenfalls stabil.

In der Begründung verweist Moody's auf die Ankündigung der Deutschen Bank vom Sonntag, unter anderem eine Kapitalerhöhung von acht Milliarden Euro anzupeilen. Auch die strategischen Pläne von Deutsche-Bank-Chef John Cryan führt Moody's an, sieht in ihnen eine „grundlegende Kurskorrektur“ im Vergleich zur bisher gültigen „Strategie 2020“. Die Ratingagentur honoriert damit den Plan, die Postbank nun doch zu behalten und voll in den Konzern zu integrieren, – anstatt sie wie zuvor geplant abzustoßen. Die „strategische Bedeutung“ der Postbank für die Deutsche Bank sei damit angestiegen.

Das stärkt laut den Analysten die Position der institutionellen Anleger der Postbank. Folgt man Moody's, sinkt mit der Integration in den Konzern das Risiko, dass in einer Krise die Einlagen großer Postbank-Kunden herangezogen würden, um entsprechende Verluste zu decken. Stattdessen würde die Deutsche Bank der Postbank mit hoher Wahrscheinlichkeit finanziell unter die Arme greifen. In der Sprache der Ratingagentur steigt die Wahrscheinlichkeit einer gegenseitigen Unterstützung auf sehr hoch. Zuvor war sie nur mit moderat bewertet worden.

Der negative bisherige Ausblick bezog sich noch auf den alten Plan, die Postbank über einen Börsengang abzustoßen. In diesem Fall hätte Moody's größere Zweifel an einem Eingreifen der bisherigen Muttergesellschaft gehabt. Dennoch führt die neue Strategie nicht zu einer Erhöhung des eigentlichen Kreditratings der Postbank. Grund ist laut Moody's das Kreditprofil der Mutter Deutsche Bank. Die größte deutsche Privatbank befindet sich in einer schwierigen Situation, die auch auf die Tochter Postbank durchschlägt.

Deutsche Bank: Moody's sieht Kapitalerhöhung positiv

Deutsche Bank

Moody's sieht Kapitalerhöhung positiv

Die milliardenschwere Kapitalerhöhung der Deutschen Bank wird von der US-amerikanischen Ratingagentur Moody's positiv eingeschätzt. Das Geldhaus habe so mehr Zeit und finanziellen Spielraum, seine Ziele zu erreichen.

Bereits am Dienstag hatte Moody's die von Bankchef John Cryan angekündigte milliardenschwere Kapitalerhöhung der Deutschen Bank als grundsätzlich positiv bewertet. Dadurch habe das Institut mehr Zeit und finanziellen Spielraum, seine Ziele zu erreichen. Zudem werde das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern gestärkt. Durch die angekündigten strategischen Umbaumaßnahmen werde das Geschäft vereinfacht und das Risiko gesenkt.

Die Ratingagentur bestätigte die Bonitätsnoten „Baa2“ und „A3“, veränderte den Ausblick für das Rating aber nicht, sondern beließ ihn bei stabil, – anders als bei der Postbank. Die Deutsche Bank hat in den Augen der Analysten noch einen langen Weg vor sich, um wieder durchgehend profitabel zu werden. Eine nachhaltige Verbesserung der Kreditwürdigkeit hänge davon ab, ob die Bank bei ihrem Konzernumbau Erfolge aufweisen und stabilere Erträge generieren könne, so Moody's. Die Kostenziele im Privat- und Firmenkundengeschäft seien „ambitioniert“, gleichzeitig wichtig für einen nachhaltigen Erfolg.

„Während die Kapitalerhöhung und die strategischen Maßnahmen positiv auf die Kreditwürdigkeit wirken, hängt eine Verbesserung des Ratings von den Fortschritten der Bank ab, ihre Erträge aus stabileren und weniger kapitalintensiven Geschäftsbereichen zu steigern“, gab Moody's zu Bedenken. Die Deutsche Bank müsse investieren, um ihre IT und die internen Kontrollmechanismen zu stärken.

Deutschlands größte Bank will über eine Kapitalerhöhung acht Milliarden Euro bei Investoren einsammeln, weitere zwei Milliarden sollen durch einen Börsengang der Vermögensverwaltung in die Kassen gespült werden. Firmenchef John Cryan will die Postbank nun doch voll in das Privat- und Firmenkundengeschäft integrieren.

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