Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.05.2011

11:18 Uhr

Deutsche-Bank-tochter

Postbank legt trotz Sonderbelastungen zu

Sorgenfrei ist die Postbank noch nicht: Immer noch belasten toxischen Papiere die Bilanz. Aber immerhin: Im ersten Quartal lief es überraschend gut und auch die Prognose kommt freundlich daher.

Keiner hat mehr Kunden als die Postbank. Quelle: dapd

Keiner hat mehr Kunden als die Postbank.

BonnPünktlich zur Eingliederung in die Deutsche Bank hat die Postbank die Finanzkrise hinter sich gelassen. Die riskanten Kreditpapiere in den Büchern seien weiter abgebaut worden und hätten im ersten Quartal zum ersten Mal seit Ausbruch der Krise das Ergebnis nicht mehr belastet, teilte das Bonner Institut am Mittwoch mit. Der Gewinn vor Steuern stieg in den ersten drei Monaten trotz 100 Millionen Euro an Sonderbelastungen auf 142 (Vorjahr: 131) Millionen. Doch der Kauf weiterer Post-Filialen vor einem Jahr, die Kosten der Integration und der laufende Abbau von 2000 der gut 20.000 Arbeitsplätze bergen weitere Belastungen.

Die Deutsche Bank hatte in ihrem Quartalsbericht für die Postbank einen höheren Ergebnisbeitrag von 221 Millionen Euro vor Steuern genannt. Die Differenz ergibt sich hauptsächlich aus den unterschiedlichen Bilanzansätzen, wie ein Postbank-Sprecher erläuterte: Während die Deutsche Bank die Vermögenswerte der größten deutschen Filialkundenbank mit 14 Millionen Kunden mit dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Übernahme im Herbst ansetzt, werden die selben Positionen bei der Postbank überwiegend zu Anschaffungspreisen bewertet.

Die Deutsche Bank will sich mit der Postbank ein zweites, stabiles Standbein schaffen. Im ersten Quartal profitierte die Postbank vor allem vom boomenden Bauspargeschäft ihrer Tochter BHW und stabilen Kundengeldern auf den Sparkonten. Bei Firmenkunden schlug vor allem eine Reduzierung der faulen Kredite zu Buche. Insgesamt ging die Risikovorsorge auf 95 (140) Millionen Euro zurück. "Die gute operative Entwicklung lässt uns zuversichtlich in die Zukunft schauen", sagte Postbank-Chef Stefan Jütte. Die Postbank werde sich in diesem Jahr und 2012 in der Gewinnzone halten, in die sie erst im vergangenen Jahr zurückgekehrt war.

Die Deutsche Bank hält seit Dezember 52 Prozent an der Postbank, die frühere Muttergesellschaft Deutsche Post ist noch mit 39,5 Prozent beteiligt. "Das Geschäft sollte schon im ersten Jahr zeigen, dass es deutlich profitabel ist", hatte der Privatkunden-Vorstand der Deutsche Bank, Rainer Neske, die Latte kürzlich hoch gelegt. Insgesamt sollen die Privatkunden in diesem Jahr 1,6 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern abwerfen.

Die Postbank hatte bereits vor der Übernahme einen Abbau von 2000 Arbeitsplätzen beschlossen, rund 800 Mitarbeiter waren Ende des ersten Quartals bereits weg. Neske will aber nach und nach weitere Stellen abbauen. Die Gesamtkostenbasis werde sich daher "temporär spürbar erhöhen", hieß es im Quartalsbericht. Im ersten Quartal verbuchte die Postbank 155 Millionen Euro für die Stellenstreichungen und eine geänderte Bilanzierung der Kosten für die Altersteilzeit. Dem stand ein Gewinn aus dem Verkauf des indischen Baufinanzierers Postbank Home Finance von 55 Millionen Euro gegenüber.

Die toxischen Wertpapiere, deren Bestand im ersten Quartal um 600 Millionen auf 3,1 Milliarden Euro sank, könnten im Rest des Jahres den Gewinn noch belasten. Von Januar bis März aber standen sie erstmals wieder mit einem positiven Vorzeichen zu Buche. Der Quartalsgewinn trieb die Kernkapitalquote binnen drei Monaten auf 8,7 von 8,1 Prozent. Bis 2012 soll sie 9,5 Prozent erreichen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×