Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.07.2016

12:40 Uhr

Deutsche-Bank-Tochter

Postbank pessimistisch für Rest des Jahres

Der Chef der Postbank rechnet mit deutlich schrumpfenden Erträgen. Daran kann auch ein Sonderertrag im zweiten Quartal nichts ändern. Unklar ist, ob das Unternehmen wirklich von der Deutschen Bank verkauft werden wird.

Deutlicher Gewinnrückgang – und dennoch besser als der Rest der Deutschen Bank. dpa

Frank Strauß

Deutlicher Gewinnrückgang – und dennoch besser als der Rest der Deutschen Bank.

BonnInnerhalb des Deutsche-Bank-Konzern stand die Postbank im zweiten Quartal als leuchtender Solitär da – vor allem wegen außerordentlicher Einnahmen aus dem Verkauf einer Beteiligung an Visa Europe. Doch das war nur eine Momentaufnahme.

Postbank-Chef Frank Strauß macht bei der Mitteilung zu den Ergebnisdetails am Freitag klar: „Das schwierige Marktumfeld mit dem Niedrigzinsumfeld stellt weiterhin eine große Herausforderung für Banken dar.“

Nicht nur die niedrigen Zinsen auch die Folgen der technischen Ausgliederung aus der Deutschen Bank belasten den Ausblick. Unter dem Strich erwartet die Deutsche-Bank-Tochter, dass ihr Gewinn um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag einbrechen werde. 2015 standen noch 608 Millionen Euro zu Buche, in diesem Jahr waren es nach sechs Monaten erst 141 (2015: 238) Millionen Euro.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Vor Steuern werde es dagegen bei einem Rückgang um eine niedrige dreistellige Millionensumme bleiben. Der Deutsche-Bank-Konzern wird in diesem Jahr aber eventuell keinen Gewinn machen, wie deren Chef John Cryan warnt. Er deutete sogar ein weiteres Sparprogramm an, sollte sich die Wirtschaftslage nicht erholen und die Perspektive der Bank verbessern.

Bei der Postbank ist der Gewinn vor Steuern im ersten Halbjahr um 34 Prozent auf 166 Millionen Euro zurückgegangen, wie die Deutsche-Bank-Tochter am Freitag mitteilte. Die Entflechtung der Dienstleistungs-Gesellschaften, die erst im vergangenen Jahr an die Deutsche Bank gegangen waren, habe die Verwaltungskosten um 141 Millionen Euro nach oben getrieben. Mit den Service-Töchtern kamen rund 5000 Mitarbeiter zur Postbank zurück, die nun wieder auf 18.700 Vollzeitkräfte kommt. Der Verkauf des Visa-Europe-Anteils brachte einen Sonderertrag von 104 Millionen Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×