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27.04.2015

11:55 Uhr

Deutsche Bank

Und ab die Postbank

VonLaura de la Motte, Michael Maisch

Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen müssen die Deutsche Bank kleiner machen. Dem mächtigsten heimischen Geldhaus stehen schwierige Jahre bevor. Ärger droht auch den Kleinaktionären der Postbank.

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FrankfurtDie Deutsche Bank muss sich gesundschrumpfen. Auf das größte deutsche Geldhaus kommt nicht nur ein Strategiewechsel, sondern auch ein hartes Sparprogramm zu. Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen die operativen Kosten bis 2020 um zusätzlich 3,5 Milliarden Euro senken, wie das Institut am Montag in Frankfurt mitteilte.

Damit fallen die Einsparungen noch härter aus als ohnehin erwartet. Analyst Kian Abouhossein von JP Morgan war von einem Kostenprogramm von 3,2 Milliarden Euro ausgegangen. Um die Einsparungen zu erreichen, rechnet das Institut mit einmaligen Kosten von 3,7 Milliarden Euro.

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Ein Hin und Her prägt die Geschichte der Deutschen Bank im Umgang mit Kleinsparern. Mal sind sie hofiert, dann wieder verstoßen worden. Ein legendärer Chef schaute gar aus dem Fenster, wenn es um das Thema ging.

Weil die Deutsche Bank Probleme hat, die strengeren Vorgaben der Regulierer zu erfüllen und weil das Geldhaus bei der Rendite weit hinter den eigenen Ansprüchen zurückblieb, leitete Aufsichtsratschef Paul Achleitner Ende des vergangenen Jahres einen Strategiewechsel ein. Am vergangenen Freitag genehmigte der Aufsichtsrat die Neuausrichtung.

Wichtigste Ergebnisse: Sieben Jahre nach dem Einstieg wollen sich Jain und Fitschen von der Privatkundentochter Postbank trennen. Außerdem sind Einschnitte im Investmentbanking geplant. Am Montag morgen verkündete die Deutsche Bank nun weitere Details ihres Plans.

Einen möglichen Börsengang der Postbank will die Deutsche Bank ohne die noch verbliebenen Kleinaktionäre des Bonner Instituts über die Bühne bringen. Die Postbank-Aktionäre sollen bis Jahresende über eine Zwangsabfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden. Die Deutsche Bank hat das Recht dazu, nachdem sie ihre Beteiligung an der Postbank auf 96,8 von 94,1 Prozent aufgestockt hat.

Formal muss eine für August geplante Hauptversammlung über den so genannten Squeeze-Out beschließen. Ein Verkauf ist aber nicht die einzige Option für die Trennung von der Postbank. Strategievorstand Stefan Krause wollte auch den Verkauf an einen Rivalen nicht ausschließen. Die Mitarbeiter der Postbank haben für alle Fälle schon mal einen Kündigungsschutz bis 2017 ausgehandelt, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab.

Nicht nur bei der Postbank auch im verbleibenden Privatkundengeschäft drohen tiefe Einschnitte. Die Bank will von den derzeit rund 700 Deutsche-Bank-Filialen bis zum Jahr 2017 bis zu 200 schließen. Die Investmentbank soll sich noch stärker aus margenarmen Geschäftsfeldern zurückziehen, die Bilanz der Sparte soll um etwa 200 Milliarden Euro schrumpfen.

Kommentare (3)

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Herr Florian Meier

27.04.2015, 09:42 Uhr

Verschuldungsquote, nee ihr meint Verschuldungsgrenze (beides übersetzt: leverage-ratio). Einer, der mit 3% verschuldet ist, ist kaum verschuldet.

Herr Jürgen Clasen

27.04.2015, 09:54 Uhr

DB hat Anteil an der Postbank auf 96,8 von 94,1 Prozent aufgestockt. Die Frage ist, was haben sie für die zusätzlichen Aktien gezahlt ? Eigentlich dürfen sie nur soviel zahlen wie beim Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungs-vertrag formuliert wurde. Also mehr als deutlich weniger als der bisherige Aktienkurs der Postbank hergegeben hätte. Danach müssten sie jemanden gefunden haben, der mit dem Klammersack gepudert ist und Aktien unter Marktwert veräußert. Ich misstraue der DB und die vielen Skandale und Prozesse darum zeigen, das dieses Misstrauen berechtigte Grundlagen hat.

Herr Thomas Ebert

27.04.2015, 13:26 Uhr

Die Eigenkapitalrendite wäre durchaus nennenswert höher, wenn DB nicht ständig kriminelle Geschäfte machen würde. Wieviele Milliarden Euro sind in den letzten Jahren an Strafen zu zahlen gewesen!?
Und fast immer ging es um Geschäfte aus dem Verantwortungsbereich von Herrn Jain. Warum ist der immer noch Vorstand?

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