Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2016

14:49 Uhr

Deutsche Bank und Credit Suisse

Unmut bei Mitarbeitern und Anlegern wächst

Als sie ihre Ämter antraten, wurden die neuen Chefs von Deutscher Bank und Credit Suisse als Hoffnungsträger gefeiert. Knapp ein Jahr nach ihrem Amtsantritt ist die Freude bei Mitarbeitern und Anlegern verflogen.

Mitarbeiter kündigen aus Frust, behaupten Kritiker. dpa

Deutsche Bank

Mitarbeiter kündigen aus Frust, behaupten Kritiker.

Die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank und der Credit Suisse stehen zwischen den Fronten. Während Anleger auf eine höhere Profitabilität drängen, sind ihre Mitarbeiter demoralisiert aufgrund des Stellenabbaus, niedrigerer Vergütungen und der schonungslosen Kritik ihrer Bosse. Die Aktien beider Banken sind dieses Jahr um mehr als 30 Prozent gefallen und erreichten die niedrigsten Kurse seit Jahrzehnten.

Die beiden Männer übernahmen ihre Posten mit dem Mandat, sich mit den kostspieligen Anleihehandelsgeschäften und veralteten Technologien zu befassen. Auch den schwachen Kontrollen sollten sie sich widmen, die mit dazu beigetragen haben, dass steigende Rechtskosten ihr Kapital auffressen. Inzwischen hat die Marktabkühlung bei einigen Investoren die Frage aufgeworfen, ob ihre Pläne weitreichend genug sind. Andere warnen derweil, dass zu tiefe Kostensenkungen die Banken in eine Krise stürzen könnten, indem die Motivation der wichtigsten Geldverdiener erstickt wird.

„In dem aktuellen Ertragsumfeld ist es beinahe unumgänglich, bei den Kosten noch weitergehen zu müssen“, sagte Analyst Barrington Pitt Miller bei Janus Capital Group, einem der 50 größten Aktionäre der Deutschen Bank. „Aber mal ehrlich, diese Pläne sind noch nicht sehr weit vorangekommen, und wir müssen sehen, dass die Banken das unternehmen, was sie zugesagt haben.“

Von Joachim Häger bis Nadine Faruque: Manager-Exodus bei der Deutschen Bank

Von Joachim Häger bis Nadine Faruque

Premium Manager-Exodus bei der Deutschen Bank

Mitten in der Restrukturierung verlassen gleich eine ganze Reihe bekannter Führungskräfte die Deutsche Bank. Betriebsrat und Personalberater erwarten weitere Abgänge. Das hat gleich mehrere Gründe.

Die Moral bei der Deutschen Bank nahm bereits ab, als Cryan im Juli den Co-Vorstandsvorsitzenden (Co-CEO) Anshu Jain abgelöst hatte. Eine interne Umfrage zeigte, dass das Mitarbeiterengagement im Juni auf Jahressicht gesunken war. Sowohl der 55-jährige Cryan als auch der 53-jährige Thiam, der im Juni zur Credit Suisse kam, haben offenbar Investmentbanker und Händler mit Stellenstreichungen, Bonuskürzungen und ihrer Kritik an exzessiven Vergütungen vor den Kopf gestoßen. Das erfuhr Bloomberg von derzeitigen und ausgeschiedenen Führungskräften der beiden Unternehmen, die namentlich nicht genannt werden wollten, weil sie über interne Angelegenheiten sprachen.

Die Deutsche Bank verzeichne eine Abwanderung von Fachkräften, sagte einer der Manager. Das gelte besonders für junge und leistungsfähige Mitarbeiter, die sich auf Stellen bei Banken bewerben würden, die sie früher nicht mal in Erwägung gezogen hätten. Die geplante Neuausrichtung der Vergütungsstruktur, bei der Bonuszahlungen gekürzt und Festgehälter erhöht werden, sei für einige Führungskräfte entmutigend, verlautete zudem aus den Kreisen.

Michael Golden, ein Sprecher für die Deutsche Bank, bestritt, dass das Unternehmen Schwierigkeiten habe, Mitarbeiter zu halten oder zu gewinnen. „Die Fluktuation durch freiwillige Austritte in unseren Investmentbanking-Geschäften ist merklich besser oder im Rahmen der vergangenen Jahre, was für das Engagement und die Loyalität unserer Angestellten spricht“, sagte Golden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×