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28.04.2015

17:14 Uhr

Deutsche Bank und Kirch-Verfahren

War Fitschen nur ein Mitläufer?

VonLaura de la Motte, Kerstin Leitel

Fitschen, Ackermann, Breuer – die aktuelle und einstige Elite der Deutschen Bank muss sich wegen des Vorwurfs des Prozessbetrugs verantworten. Die Angeklagten zweifeln an der Objektivität der Staatsanwaltschaft.

MünchenDeutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht so tief in Betrugsversuche zulasten des früheren Medienmoguls Leo Kirch verstrickt wie die vier Mitangeklagten. Fitschen habe weniger energisch als seine Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann und zwei weitere Ex-Vorstände versucht, in dem von Kirch betriebenen Schadenersatzprozess die Justiz zu täuschen, sagte Staatsanwältin Christiane Serini am Dienstag vor dem Landgericht München bei der Verlesung der Anklage. Fitschen habe vor Gericht mündlich nicht gelogen, sei jedoch an falschen schriftlichen Erklärungen beteiligt gewesen.

Breuer bestritt ein Interesse der Bank an solchen Aufträgen von Kirch. Doch das damalige Gericht glaubte ihm nicht und sprach von einem Täuschungsversuch, obwohl Breuer Rückendeckung von seinen Vorstandskollegen bekam. Serini schilderte am Dienstag das Vorgehen der Banker als Verschwörung, mit der Kirch um seinen Schadenersatzanspruch habe betrogen werden sollen. „Die Angeklagten begannen damit gemeinsam, den vom Angeklagten Dr. Breuer bereits zuvor gefassten und von ihm am 25.02.11 begonnenen Tatplan fortzuführen.“

Doch während Breuer, Ackermann und die mitangeklagten Ex-Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck falsch ausgesagt hätten, habe Fitschen versucht, sich herauszuwinden. „Fitschen hielt sich nicht an die zumindest stillschweigend geschlossene Vereinbarung“, sagte Serini. „Der Angeklagte Fitschen machte bei seiner Anhörung vage und in sich nicht schlüssige Angaben.“ Er habe versucht, Falschaussagen zu vermeiden, ohne dabei die Abwehrstrategie seiner Kollegen zu torpedieren. Damit habe er sich des schweren Betrugs mitschuldig gemacht. Im äußersten Fall drohen den Angeklagten bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Bilder vom ersten Prozesstag

Fitschen und Ackermann: So erschienen sie vor Gericht

Bilder vom ersten Prozesstag: Fitschen und Ackermann: So erschienen sie vor Gericht

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Als die Angeklagten im Gerichtssaal eintrafen, hatte lediglich Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ein souveränes Lächeln übrig. Die Mitangeklagten, der amtierende Co-Chef Jürgen Fitschen und Ex-Chef Rolf Breuer, blickten dagegen deutlich ernster drein, als sie am Morgen auf der Anlagebank des Münchner Landgerichts Platz nahmen.

„Es wird jetzt ungemütlich“, hatte Fitschen kurz vor Beginn des Betrugsprozesses bereits in einem Interview prophezeit. Nun ist es also soweit. Mitten im Umbau der Deutschen Bank muss er seinen Chefsessel auch noch regelmäßig mit der Anklagebank in München tauschen. Zusammen mit vier ehemaligen Top-Managern ist er wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt.

Schon kurz vor sieben Uhr war der Platz vor dem Strafjustizzentrum im Münchner Westen von Fernsehscheinwerfern beleuchtet. Erste Journalisten und Anwälte haben sich an diesem regnerischen Morgen schon Stunden vor dem Prozessauftakt eingefunden, um einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern. Wartend stehen sie vor dem Sitzungssaal.

Kommentare (12)

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Frau Ute Umlauf

28.04.2015, 10:34 Uhr

Bin gespannt, was diese 3 stets suffisant lächelnden Galgenvögel bekommen.
Es sind die Korruptesten unter den Korrupten. Schätze mal es wird ein Freispruch für diese Ehrenmänner. Dann laufen 35 Jahre Knast nach wie vor frei herum.

Herr peter Spirat

28.04.2015, 10:40 Uhr

Was solls:

Der H4-Typ bescheißt uns, in dem er sich von unseren Steuern aushalten läßt und sich schwarz was dazu verdient. Und diese Herren bescheißen, indem sie ihre Möglichkeiten für sich ausnutzen.

Nur eben, der schaden durch die Deutsche Bank ist lange nicht so hoch, wie der Beschiß durch Schwarzarbeit.

Herr Lothar Bitschnau

28.04.2015, 10:46 Uhr

Na .. da freuen sich jetzt einige !
worüber denn eigentlich ... ?

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