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14.04.2016

20:05 Uhr

Deutsche Bank

US-Klage zu Goldpreis-Manipulationen mit Vergleich beigelegt

Nach dem Vergleich im Verfahren um Silberpreis-Manipulationen kann die Deutsche Bank den nächsten Rechtsstreit beilegen: Das Institut hat sich mit Anlegern verglichen, die der Bank Goldpreis-Betrug vorgeworfen hatten.

Sowohl beim Silber als auch beim Gold Fixing soll die Deutsche Bank zusammen mit anderen Instituten betrogen haben. Reuters

London Gold Fixing

Sowohl beim Silber als auch beim Gold Fixing soll die Deutsche Bank zusammen mit anderen Instituten betrogen haben.

New YorkDie Deutsche Bank kann einen weiteren Rechtsstreit in den USA aus der Welt schaffen. Sie erzielte einen Vergleich mit Investoren, die dem Institut die Manipulation des Goldpreises vorgeworfen hatten, wie am Donnerstag aus Gerichtsunterlagen hervorging. Erst am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die Bank auch in einem Verfahren wegen angeblicher Tricksereien beim Silberpreis einen Vergleich erzielt hat. In beiden Fällen wurden Einzelheiten des Vergleichs zunächst nicht bekannt. Die Vereinbarungen sehen aber jeweils eine Geldzahlung des Instituts vor. Die Deutsche Bank soll den Klägern auch dabei helfen, ihre Ansprüche gegenüber anderen Beklagten zu verfolgen. Beide Vergleiche müssen noch von einem US-Richter genehmigt werden. Eine Deutsche-Bank-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Kläger hatten der Deutschen Bank vorgeworfen, zusammen mit den Geldhäusern Bank of Nova Scotia, Barclays, HSBC und Societe Generale die Preise für Gold im Rahmen des sogenannten London Gold Fixing manipuliert zu haben. Sie bezichtigen die Deutsche Bank, HSBC und Bank of Nova Scotia zudem, die Silberpreise beim täglichen Silver Fix manipuliert zu haben. Die UBS gehört in beiden Fällen ebenfalls zu den Beschuldigten.

Bank of Nova Scotia, Societe Generale und UBS lehnten am Donnerstag Stellungnahmen ab, von den anderen Banken waren zunächst keine zu erhalten. Vor einem Bundesgericht in Manhattan sind weitere Klagen anhängig, die Banken die Manipulation von Preisen in den Finanz- und Rohstoffmärkten vorwerfen.

Juristische Baustellen der Deutschen Bank

Die Skandalbank

Zahlreiche Skandale haben den Ruf der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren beschädigt. Das Institut musste für frühere Verfehlungen seit 2012 bereits rund zwölf Milliarden Euro zahlen, und die Liste der offenen Rechtsstreitigkeiten ist noch lang. Der neue Konzern-Chef John Cryan stellt sich darauf ein, dass die juristischen Altlasten die Bank noch lange beschäftigten werden. Derzeit hat die Bank dafür 4,8 Milliarden Euro zur Seite gelegt. Ein Überblick über die bedrohlichsten Fälle:

Russland

In der Moskauer Handelssparte soll es bis vor kurzem unsaubere Geschäfte gegeben haben. Die Ermittlungen könnten große Sprengkraft haben. So haben US-Behörden laut „Financial Times“ ihre Untersuchungen ausgeweitet und gehen nun auch dem Verdacht auf Verstöße gegen die aktuellen politischen Sanktionen nach. Bislang ging es vor allem um mögliche Geldwäsche. Das Gesamtvolumen verdächtiger Geschäfte soll bei sechs Milliarden Dollar liegen. Die Bank hat in diesem Zusammenhang einige Mitarbeiter suspendiert.

Embargos

Die USA gingen bei Sanktionsvergehen zuletzt wenig zimperlich mit Finanzkonzernen um. Die BNP Paribas bekam für Verstöße gegen US-Sanktionen bei Geschäften mit Staaten wie dem Iran eine Zahlung von umgerechnet knapp neun Milliarden Dollar aufgebrummt. Die Deutsche Bank wartet wegen ähnlicher Vorwürfe noch auf einen Einigung mit den US-Behörden.

Hypotheken

Die US-Behörden gehen wegen krummer Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise weiter hart gegen Banken vor. Während die US-Institute inzwischen den größten Teil der Verfahren gegen hohe Milliardenzahlungen ausräumen konnten, laufen die Ermittlungen zur Rolle der Deutschen Bank noch.

Libor und Euribor

Über Jahre manipulierten Mitarbeiter mehrerer Großbanken die wichtigen Referenzzinsen für das Geldgeschäft der Banken untereinander. Auch einige Deutsche-Bank-Mitarbeiter machten mit. Ende 2013 brummte die EU-Kommission dem deutschen Branchenprimus deshalb eine Strafe von 725 Millionen Euro auf. Im April 2015 legten die Behörden in den USA und Großbritannien nach: Dort muss die Bank die Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar zahlen. Es laufen noch Zivilverfahren, bei denen Unternehmen und Privatleuten Schadenersatz durchsetzen wollen.

Devisen und Rohstoffe

Weltweit laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Manipulationen wichtiger Kennzahlen - von Devisenkursen bis hin zu Preisen von Gold und Silber. Zu diesen Themen sind in den USA Sammelklagen anhängig, in denen auch die Deutsche Bank Beklagte ist.

Kirch

Die im Februar 2014 vereinbarte 925-Millionen-Euro-Zahlung an die Kirch-Erben sollte das Kapitel um die Mitverantwortung der Bank für die Pleite des Medienkonzerns 2002 endlich abschließen. Doch die Münchner Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen Co-Chef Jürgen Fitschen und vier ehemalige Topmanager des Frankfurter Geldhauses. Sie wirft den Bankern versuchten Prozessbetrug vor: Die Manager sollen im Zivilverfahren um Kirchs Schadenersatzforderungen versucht haben, die Richter zu täuschen, um Zahlungen der Bank zu verhindern. Die Angeklagten bestreiten dies, seit Ende April läuft der Prozess.

Von

rtr

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