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06.02.2014

08:37 Uhr

Deutsche Bank

USA weiten Ermittlungen um Devisenskandal aus

Der Devisenskandal um die Deutsche Bank nimmt immer größere Züge an. Vier Händler wurden bereits entlassen. Auch andere große Geldhäuser geraten in den Fokus der Ermittlungen.

Die Deutsche Bank steht im Fokus der Ermittlungen um Devisenmanipulation. dpa

Die Deutsche Bank steht im Fokus der Ermittlungen um Devisenmanipulation.

New YorkIm Skandal um die Manipulation von Devisenkursen weiten die US-Behörden ihre Ermittlungen offenbar aus. Der New Yorker Bankenaufseher Benjamin Lawsky habe Einsicht in Unterlagen von Branchengrößen wie der Deutschen Bank, Goldman Sachs und Barclays verlangt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch. Insgesamt habe Lawsky mehr als ein Dutzend Institute im Visier, darunter auch Credit Suisse, Lloyds, RBS, Societe Generale und Standard Chartered. Weltweit gehen bereits mehrere Ermittler dem Verdacht nach, dass Banken die Referenzkurse verschiedener Währungen manipuliert haben.

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Händlern am Devisenmarkt, auf dem täglich 5,3 Billionen Dollar umgesetzt werden und der seit Monaten von den Behörden durchleuchtet wird. Das Frankfurter Geldhaus erklärte, es arbeite mit den Ermittlern zusammen und werde bei Bedarf disziplinarische Maßnahmen gegen Mitarbeiter ergreifen.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Das Institut setzte unterdessen vier Händler der betroffenen Abteilung vor die Tür, wie Reuters von mit den Vorgängen vertrauten Personen erfuhr. Drei mussten demnach in New York gehen, ein weiterer in Argentinien. Auf Anfrage über seine Facebook-Seite lehnte der in dem lateinamerikanischen Land tätige Mitarbeiter eine Stellungnahme ab.

Reuters hatte bereits Mitte Januar erfahren, dass die Deutsche Bank mehrere Händler in New York und womöglich auch anderswo auf dem amerikanischen Kontinent vom Dienst suspendiert habe. Sie stehen Finanzkreisen zufolge im Verdacht, an Devisen-Referenzkursen gedreht zu haben. Ins Visier geraten seien sie, nachdem eine Prüfungsgesellschaft Aussagen in Chatrooms und Emails der vergangenen Jahre durchleuchtet habe.

Von

rtr

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