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25.02.2012

11:46 Uhr

Deutsche Bank

Vergleich mit Kirch-Erben droht zu scheitern

Der auf 800 Millionen Euro geschätzte Vergleich zwischen Deutscher Bank und den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch droht zu platzen. Der Vorstand des Geldhauses ist Berichten zufolge dagegen..

Eine Prozessakte im Verfahren zwischen Deutscher Bank und Kirch-Erben. dapd

Eine Prozessakte im Verfahren zwischen Deutscher Bank und Kirch-Erben.

FrankfurtDer mögliche Vergleich zwischen der Deutschen Bank und den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch droht laut Medienberichten am Widerstand der Bank zu scheitern. Auf jeden Fall verzögere er sich um weitere zwei bis vier Wochen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf Finanzkreise. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert ebenfalls Finanzkreise mit der Aussage, dass die Zustimmung der Bank zu einem Vergleich mit Kirch in Höhe von rund 800 Millionen Euro „so gut wie ausgeschlossen“ sei.

Sprecher der Deutschen Bank und der Erben Kirchs lehnten einen Kommentar zu den Berichten ab.

Der 2011 gestorbene Kirch und seine Erben hatten die Bank in einer fast zehnjährigen Prozessfehde auf Schadenersatz im Milliardenhöhe verklagt. Auslöser war ein Fernsehinterview mit dem damaligen Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden Rolf Breuer im Februar 2002, in dem Breuer die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelte. Kirch sah in der Äußerung den Grund für die Pleite seines Medienimperiums. „Das Interview war meine Schlachtung,“ sagte er später.

Über den möglichen Vergleich, den der im Mai scheidende Bank-Chef Josef Ackermann ausgehandelt haben soll, hatten diverse Medien Mitte Februar berichtet. Nun ist offenbar die Höhe des Schadenersatzes umstritten. „Zu diesen Konditionen wird die Bank auf keinen Fall mitmachen“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Finanzkreise.

Ackermann hatte angekündigt, seinen Nachfolgern an der Spitze der Deutschen Bank das Haus „besenrein“ hinterlassen zu wollen. Die Erledigung der Altlast Kirch würde zu diesem Versprechen passen. Bei einem millionenschweren Kompromiss mit Kirch könnte die Bank aber auch Breuer in Regress nehmen. Das Geldinstitut könne jedoch nicht mit den Kirch-Erben einen „Vergleich zulasten Breuers“ schließen, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ einen ungenannten Deutsche-Bank-Manager.

Von

dapd

Kommentare (12)

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Charly

24.02.2012, 21:14 Uhr

Also ich bin ja nun wirklich nun kein Freund der Deutsche-Bank-Mafia.
Aber jedem der Spektakel verfolgt hat ist doch klar, dass dieser Knallkopp Kirch schon vor der Breuer-Äusserung pleite war.
Wenn ich Deutsche Bank wäre würde ich auch nicht einsehen warum man seinen Erben nun über 800 Mio. Euro in den Rachen werfen soll.

steini1200

24.02.2012, 22:53 Uhr

Ich finde die Entscheidung / Gedanke der Deutschen Bank sehr gut!

DieHelfendeHand

24.02.2012, 23:39 Uhr

Ode an Kohleone. Die helfende Hand.

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