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01.07.2011

13:24 Uhr

Deutsche Bank

Webers Coup setzt Börsig unter Druck

Der Wechsel von Axel Weber zur UBS erhöht den Druck auf die Deutsche Bank, einen Nachfolger für Vorstandschef Ackermann zu finden. Der dürfte bald Chefaufseher des Instituts werden. Für Clemens Börsig wird es düster. In der Schweiz gibt es derweil Zweifel an Weber.

Clemens Börsig: Für den Aufsichtsratschef der Deutschen Bank (im Bild) ist Axel Webers Engagement bei der UBS ein Problem. Quelle: dapd

Clemens Börsig: Für den Aufsichtsratschef der Deutschen Bank (im Bild) ist Axel Webers Engagement bei der UBS ein Problem.

DüsseldorfEine enge Freundschaft wird Josef Ackermann und Axel Weber nachgesagt. Auch deshalb wollte der Chef der Deutschen Bank allem Anschein nach, dass ihm Weber 2013 nachfolgt, wenn sein Vertrag ausläuft. Doch daraus wird nun nichts: Axel Weber wechselt in die Schweiz.

Der frühere Präsident der Deutschen Bundesbank wird im kommenden Jahr zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Die Mitgliedschaft in dem Gremium vorausgesetzt, soll er 2013 die Nachfolge des amtierenden Verwaltungsratspräsidenten Kaspar Villiger antreten.

Der Wirtschaftswissenschaftler selbst erklärte, für ihn sei es eine „attraktive Perspektive“, die Zukunft der Bank mitgestalten zu können. UBS sei ein „dynamischer weltweit tätiger Finanzdienstleister“. Der 54-Jährige beantragte für seinen Wechsel an die Spitze des UBS-Verwaltungsrates bereits die Genehmigung der Bundesbank. Der Verwaltungsratspräsident eines Schweizer Unternehmens ist deutlich einflussreicher als der Aufsichtsratsvorsitzende eines deutschen Konzerns.

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"Er verfügt über eine außerordentlich breite Expertise im internationalen Finanz- und Bankwesen sowie stark ausgeprägte Führungserfahrung", sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger laut einer Pressemitteilung der UBS. Webers Erfahrungsschatz werde äußerst wertvoll für die UBS sein. Weber war Ende April und damit ein Jahr vor Ablauf seiner Amtszeit als Bundesbank-Chef zurückgetreten.

Nun also die UBS. Weber soll laut dem Kreditinstitut zunächst Vizepräsident werden und nach seinem ersten Amtsjahr 2013 den derzeitigen Verwaltungsratschef Kaspar Villiger ablösen. Für den Bankenfachmann Wolfgang Gerke vom Bayerischen Finanzzentrum eine gute Wahl: "Ich halte Axel Weber durch sein internationales Profil für die Idealbesetzung für den Posten." Auch Hans Geiger, emeritierter Professor am Swiss Banking Institute der Universität Zürich, sagt: "Weber scheint mir für die UBS ein Glücksfall und Kompliment."

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