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26.10.2017

13:41 Uhr

Deutsche Bank

Weniger Ärger, mehr Gewinn

Die Deutsche Bank steigert im dritten Quartal ihren Gewinn deutlich. Grund dafür sind vor allem erheblich geringere Kosten. Der Umsatz des größten deutschen Geldhauses geht hingegen zurück. Anleger sind nicht überzeugt.

Radikaler Umbau der Deutschen Bank

So stark leiden die Mitarbeiter unter dem Kundenkampf

Radikaler Umbau der Deutschen Bank: So stark leiden die Mitarbeiter unter dem Kundenkampf

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FrankfurtJohn Cryan versucht erneut den Befreiungsschlag: Nach heftiger Kritik einiger Großaktionäre nicht zuletzt an seiner Person präsentierte der Deutsche-Bank-Chef am Donnerstag für das Sommerquartal einen überraschend hohen Gewinn. Zwar brachen die Erträge der Investmentbank und im Wertpapierhandel abermals ein, dafür sorgten aber geringere Kosten für Rechtsstreitigkeiten und der laufende Personal- und Filialabbau für mehr Geld in der Kasse. Deshalb schlug Cryan optimistischere Töne an als zuletzt: Wir sind überzeugt, dass die Früchte unserer Arbeit in den kommenden Quartalen und Jahren Schritt für Schritt sichtbarer werden, erklärte er. Der Umbau im Privatkundengeschäft und der Börsengang der Vermögensverwaltung werden konkret.

An der Börse wurde Cryans Botschaft allerdings ignoriert: Die Deutsche-Bank-Aktie fiel um gut zwei Prozent auf 14,20 Euro und war damit einer der größten Dax-Verlierer. Der Gewinnschub ist eine reine Kostengeschichte, operativ läuft es gar nicht gut, sagte ein Händler in Frankfurt. Die Marke Deutsche Bank scheint nicht mehr zu ziehen.

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Das Vorsteuerergebnis stieg im dritten Quartal trotz eines zehnprozentigen Ertragsrückgangs auf 933 Millionen Euro - ein Plus von 51 Prozent. Unter dem Strich standen 649 Millionen Euro zu Buche - mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 586 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 649 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie im dritten Quartal des Vorjahres. Die Prognosen hatten hier im Schnitt bei 281 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz im dritten Quartal ging auf 6,776 Milliarden Euro zurück.

Ein Grund für den höheren Gewinn war, dass die Bank weniger Geld für Skandale der Vergangenheit ausgeben musste. Die größten Rechtsstreitigkeiten sind mittlerweile zu den Akten gelegt. Erst am Mittwoch war ein weiterer Vergleich in der Affäre um manipulierte Referenzzinssätze bekannt geworden, für den das Institut 220 Millionen Dollar berappt.

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„Von den 20 Fällen, auf die noch Anfang des vergangenen Jahres rund 90 Prozent unserer finanziellen Rechtsrisiken entfielen, haben wir inzwischen 13 ganz oder teilweise beigelegt - bei nur geringen zusätzlichen Kosten in diesem Jahr“, erklärte Konzernchef John Cryan in einer Nachricht an die Mitarbeiter des Dax-Konzerns am Donnerstag.

Kommentare (3)

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Herr Toni Ebert

26.10.2017, 08:16 Uhr

Back to the roots.

Offensichtlich hat die DB den Ackermann Virus aus geschwitzt und kommt nach einer langen Zeit der Säuberung und Neuregelung wieder nach oben.

Glückwunsch.

Herr Lothar Bitschnau

26.10.2017, 13:48 Uhr

Es bleibt die Zuversicht, dass Hr. J. Cryan seinem Imange getreu
mehr hält als er verspricht.
Seine Aufarbeitung und Reorganisation der letzten zwei Jahre ist nicht zu übersehen. Die Bank hatte zumindest auch den Mut, sich von Kunden zu trennen, die nicht mehr ihrer Wertehaltung ensprechen.
Man darf gespannt bleiben.

Frau Annette Bollmohr

26.10.2017, 14:00 Uhr

„In einer Pressemitteilung kommentierte John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: „Während das Umfeld für unsere Erträge eine Herausforderung bleibt, sind wir bei unseren wichtigen Initiativen deutlich vorangekommen – das gilt (…) ebenso wie für die Vorbereitung des Börsengangs der Deutschen Asset Management. Wir sind überzeugt, dass die Früchte unserer Arbeit in den kommenden Quartalen und Jahren Schritt für Schritt sichtbarer werden.“

Das alles geht natürlich nicht von heute auf morgen. Etwas(!) Geduld und zugleich genaues Beobachten der weiteren Entwicklungen wären daher m.E. nicht verkehrt.

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