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16.11.2016

19:47 Uhr

Deutsche Bank

Wettlauf gegen Trump

Die Hoffnung der Deutschen Bank, sich im Hypothekenstreit mit den US-Behörden noch vor der Präsidentschaftswahl auf einen Vergleich zu einigen, hat sich zerschlagen. Jetzt gibt es eine neue Deadline.

US-Behörden verlangen 14 Milliarden Dollar Strafe von Deutschlands größter Bank. AP

Deutsche-Bank-Kursanzeige an der Wall Street

US-Behörden verlangen 14 Milliarden Dollar Strafe von Deutschlands größter Bank.

FrankfurtDer künftige US-Präsident Donald Trump macht die europäischen Bankenaufseher nervös. Wenn es nach ihnen geht, sollte sich die Deutsche Bank möglichst schnell mit dem amerikanischen Justizministerium auf einen Vergleich im milliardenschweren Hypothekenstreit einigen. „Unsicherheit ist Gift“, sagte ein hochrangiger Aufseher der Nachrichtenagentur Reuters. Ein anderer Aufseher betonte, es sei unfair, mit einer hohen Strafforderung von 14 Milliarden Dollar zu starten und die Bank dann so lange im Ungewissen zu lassen.

Die Verhandlungen darüber, wie teuer der Streit am Ende wirklich wird, laufen seit Mitte September. Vorstandschef John Cryan hat sich persönlich eingeschaltet, um die Summe noch ordentlich herunterzuhandeln. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn in den Frankfurter Doppeltürmen befürchtet man: „Billiger wird es unter Trump sicher nicht.“

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Der Republikaner Trump, der die Wahl Anfang November überraschend gewonnen hatte, übernimmt das Präsidentenamt am 20. Januar vom Demokraten Barack Obama. Die Deutsche Bank hatte zunächst gehofft, den Vergleich noch vor der Wahl unter Dach und Fach zu bringen – um sich wieder auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren zu können. Doch auf der vermeintlichen Zielgeraden verloren die Gespräche mit den US-Aufsehern an Schwung, wie mehrere Insider berichteten.

Für Deutschlands größtes Geldhaus stehe auch die Frage im Raum, welche Geschäfte es auf dem wichtigen US-Markt künftig überhaupt noch machen wolle, hieß es unlängst. Verglichen mit der französischen Großbank BNP Paribas und den Schweizer Instituten Credit Suisse und UBS ist die Deutsche Bank das europäische Institut mit den höchsten Aktiva in den USA, meldet Bloomberg. Neue Regeln der US-Notenbank Fed, nach denen die konsolidierten US-Gesellschaften europäischer Banken Mindestquoten für Kapital und Liquidität erfüllen müssen, erschweren ihnen die US-Geschäfte. Die Fed argumentiert, sie habe die Regeln eingeführt, um eine Situation wie während der Finanzkrise 2008 künftig zu vermeiden, als die US-Notenbank Billionen Dollar an Finanzierungen für die ausländischen Banken bereitstellen musste.

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Die strategische Entscheidung der Deutsche Bank über ihre Präsenz und das Geschäftsmodell in den USA werden aber erst erwartet, wenn die Rechnung über eine der größten Altlasten – den Hypothekenvergleich – klar ist. Juristen argumentieren, wenn dieser nun noch mit der alten Administration besiegelt werde und vor der Einführung der neuen Regierung komme, könne jeder sein Gesicht wahren.

Die Deutsche Bank wollte sich zum aktuellen Verhandlungsstand am Mittwoch nicht äußern. Neben ihr zittern fünf weitere europäische Finanzinstitute.

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